krona hat geschrieben:Dann liegt Maxwell also falsch? Die Behauptung ist ja von ihm.
Wenn wir nach Einstein postulieren: "das Licht bewege sich in allen (inertialen) Bezugssystemen im Vakuum gleich schnell", dann haben wir zwei Möglichkeiten dieses Postulat zu deuten:
1) Seien A und B Strahler kugelförmiger Lichtsignale. Sei M der Mittelpunkt der Strecke, welche A und B verbindet.
Sei S das Bezugssystem, in dem A und B ruhen.
Seien A' und B' Strahler kugelförmiger Lichtsignale. Sei M' der Mittelpunkt der Strecke, die A' und B' verbindet.
Sei S' das Bezugssystem, in dem A' und B' ruhen.
Seien S' und S gegeneinander bewegt. Wir vereinbaren, dass sich S im relativen Ruhezustand befindet und dass sich S' bezüglich S gleichmäßig mit v bewegt.
Es werden in S und in S' an den Punkten M und M' Messgeräte installiert, welche die Gleichzeitigkeit des Eintreffens der gleichzeitig aus AB und A'B' ausgesandten Lichtsignale registrieren.
Der Wert der LG, welcher in beiden Systemen gemessen wird, ist identisch und beträgt x, unabhängig davon, mit welcher Geschwindigkeit sich S' bezüglich S bewegt.
Das Postulat wird erfüllt. Der Wert der LG ist in beiden Bezugssystemen gleich.
2) Sei A ein Strahler kugelförmiger Signale.
Sei S ein Bezugssystem, das bezüglich A in Ruhe verharrt.
Seien S', S" Bezugssysteme, die sich relativ zu S und A, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen.
In jedem Bezugssystem ist ein LG-Messgerät der gleichen Bauart installiert. Alle Messgeräte sind auf den Empfang der Lichtsignale eingestellt, die aus A gesendet werden.
Es zeigt sich, dass der in S' und S" gemessene Wert der Lichtgeschwindigkeit variiert, während der in S gemessene konstant bleibt.
Das Experiment zeigt, dass die Lichtgeschwindigkeit einen invarianten Wert besitzt, der auch im Bezugssystem S, das bezüglich der Lichtquelle ruht, unmittelbar nachgewiesen wird. Dieser Wert ist offenbar auch in S' und S" gültig, denn bewegen sich diese Systeme mit v, so werden in ihnen die LG-Werte zwischen c+v und c-v gemessen. Diese Werte entsprechen dem jeweiligen Bewegungszustand und Bewegungsrichtung von S' und S".
Einsteins Postulat wird auch hier erfüllt. Der Wert der LG gilt in allen beteiligten Systemen, denn dieser gilt einzig für die Lichtstrahlen der Quelle A.
Deutungen 1) und 2) sind bezogen auf die Erfüllung des zweiten Postulates äquivalent.
...aber:
Deutung 1) führt zu Asymmetrien.

Deutung 2) besitzt keine logischen Schwächen, die mühsam zu begradigen sind. Darin ist die Lichtgeschwindigkeit von der Existenz der Bezugssysteme logisch entkoppelt, daher völlig unabhängig vom Bewegungszustand der letzteren (womit sind nicht nur Einsteins Postulat, sondern auch Maxwells Gleichungen erfüllt).

Der Bezug der Konstanz der LG ist in 1) und 2) unterschiedlich.