Hexenjagt à la AC

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Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Harald Maurer » Do 15. Jul 2010, 14:18

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Zu was verdammt nochmal ruhe ich bloß, wenn ich auf einem Strand gehe?

koordinaten.GIF
koordinaten.GIF (3.4 KiB) 9512-mal betrachtet

Du ruhst in Deinem auf dich bezogenen Koordinatensystem x,y,z. Ob Du dich nicht bewegst oder Dich gleichförmig linear bewegst, macht keinen Unterschied. Bezogen auf Dein Koordinatensystem kannst Du dich immer als "ruhend" definieren. Das meint Einstein mit seinem "ruhend". Es ist eine Grundlage des Relativitätsprinzips, dass gleichförmige lineare Bewegung von Ruhe nicht unterschieden werden kann. Physikalische Prozesse laufen in einem gleichförmig bewegten Eisenbahnwaggon ganz gleich ab wie in einem ruhenden.
Wenn in Deinem Koordinatensystem die mechanischen Gesetze Newtons gelten, dann handelt es sich um ein Inertialsystem. Das zu Dir gehörende Koordinatensystem kannst Du überall definieren, am Strand ebenso wie in einem Eisenbahnwaggon oder sonstwo...

Grüße
Harald Maurer
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Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Hannes » Do 15. Jul 2010, 14:19

Hallo Britta !


Du schreibst :
Hannes, wie viele Wissenschaftler wollten bisher schon beweisen, dass die LG variabel ist und wie viele haben das bisher geschafft?
Die haben alle danach gesucht und was haben sie gefunden?


Ja kennst du nicht die Messungen der LG in verschiedenen Medien, wie z.B Wasser , Glas, Luft usw ? (bis zu 1/3 langsamer als c)
Diese Messungen sind doch unbestritten.Das ist einfach die Leitfähigkeit der verschiedenen Materiezustände.
Lasertechniker haben es sogar geschafft, Licht auf Radfahrergeschwindigkeit abzubremsen.

Die höchste Leitfähigkeit hat der dünnste Zustand: Hochverdünntes Gas--Andere sagen dazu: Vacuum.
Und jedes lichtleitende Medium hat seine spezielle Leitfähigkeit.
Und da traust du dich zu sagen ,wieviele Wissenschaftler das beweisen wollten ?

Wenn das Licht durch Glas geht, wird es um mehr als 1/3 verlangsamt. Wenn es aber aus dem Glas austritt, wird es von der Luft spontan wieder
mit fast c weitergeleitet.(Rückbrechung)

Oder kennst du den Effekt nicht ? Das ist doch trivialste Optik mit ihren Gesetzen.
Du musst deine Scheuklappen ablegen und von der theoretischen Physik auch in andere Wissensgebiete hineinsehen.

Und schau dir doch die ART an ! Ja, was ist denn der Gravitationslinseneffekt? Das Licht ferner Galaxien wird durch näher liegende
Galaxien abgelenkt und kann in mehreren Sichtpunkten auftauchen. Die abgelenkten Lichtpunkte und Lichtbögen der fernen Galaxien erreichen aber nicht gleichzeitig den Beobachter auf der Erde. Durch Helligkeitsschwankungen kann man ein Muster feststellen. Wenn man das zusammenfügt,
kann man erkennen, dass die einzelnen Lichtpunkte bis zu einem Jahr Verspätung haben.

Aber wenn du deine Scheuklappen nicht ablegst, wirst du bestimmt nichts sehen.

Mit Gruß
Hannes
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Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Ernst » Do 15. Jul 2010, 14:49

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Zu was verdammt nochmal ruhe ich bloß, wenn ich auf einem Strand gehe?
Was bedeutet der Satz von Dr. Markus Pössel: "Jeder Beobachter sitzt im Nullpunkt seines eigenen, relativ zum Strand bewegten Koordinatensystems"?


Gerade wollte ich dir vorschlagen, auf ein Blatt Papier ein KS zu malen; es dann in Deinen Rucksack zu stecken und damit auf dem Strand gehen. Dann ruhst Du ja augenscheinlich ständig in diesem Koordinatensystem.
Da kommt Harald mit seinem Topbild, in welchem die Aussage von Dr. Pössel 1:1 veranschaulicht wird. Da verblassen natürlich alle anderen Erklärungen.

Wie Harald immer schnell solche treffenden Bilder aus dem Hut zaubert, verblüfft mich.

Gruß
Ernst
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Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Ernst » Do 15. Jul 2010, 14:53

Hannes hat geschrieben: Hannes, wie viele Wissenschaftler wollten bisher schon beweisen, dass die LG variabel ist und wie viele haben das bisher geschafft?
Die haben alle danach gesucht und was haben sie gefunden?

Britta meinte wohl, "daß die LG im Vakuum variabel ist". Nach solchen Beweisen ist gefragt.

Daß die LG in Medien variabel ist, ist seit Jahrhunderten bekannt.

Gruß
Ernst
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Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Britta » Do 15. Jul 2010, 15:16

Ernst hat geschrieben:
Hannes hat geschrieben: Hannes, wie viele Wissenschaftler wollten bisher schon beweisen, dass die LG variabel ist und wie viele haben das bisher geschafft?
Die haben alle danach gesucht und was haben sie gefunden?

Britta meinte wohl, "daß die LG im Vakuum variabel ist". Nach solchen Beweisen ist gefragt.

Daß die LG in Medien variabel ist, ist seit Jahrhunderten bekannt.

Gruß
Ernst


Genau das meinte ich. Vielen Dank Ernst.

Wenn also hier immer nach Beweisen für die Invarianz gefragt wird, wo sind die Beweise dafür, dass die LG (im Vakuum) variabel ist.
Britta
 
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Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 15. Jul 2010, 16:27

Harald Maurer hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Zu was verdammt nochmal ruhe ich bloß, wenn ich auf einem Strand gehe?

Du ruhst in Deinem auf dich bezogenen Koordinatensystem x,y,z. Ob Du dich nicht bewegst oder Dich gleichförmig linear bewegst, macht keinen Unterschied.

Sorry: Es macht in der Natur und in der Physik sehr wohl einen Unterschied, ob ich am Strand ruhe oder ob ich am Strand laufe - und ich möchte mich mit der Natur und der Physik beschäftigen - zum Beispiel:

1) wenn ich laufe verändere ich fortlaufend meinen Standort (Kinematik) und
2) wenn ich laufe verbrauche ich auch fortlaufend mehr Energie (Dynamik).

Es ist also rein physikalisch gesehen völlig unsinnig festzusetzen, dass es keinen Unterschied macht, ob ich ruhe oder mich gleichförmig linear bewege, das führt zu einer völlig falschen Beschreibung der Naturphänomene, zu völlig falschen Vorhersagen von Ereignissen und auch zu den bekannten Widersprüchen und Unsinnigkeiten der SRT – in erster Linie, dass ein Objekt eine konstante Relativgeschwindigkeit zu allen Beobachtern haben kann, egal ob diese Beobachter ruhen oder sich bewegen. :? Diese Schnapsidee ist möglicherweise auf diese irreführende Vorstellung zurückzuführen, wo man den Zustand der Ruhe und den Zustand der gleichförmigen linearen Bewegung künstlich gleichsetzt.

Newton hat auch bestimmt gar nicht gemeint, dass es kinematisch und dynamisch keinen Unterschied macht, ob ein Objekt ruhe oder sich gleichförmig bewege, so etwas Sinnfreies traue ich Newton nicht zu, es ist meiner Meinung nach eine falsch verstandene Interpretation seiner Gedanken. Er meinte nur, dass die physikalischen Prozesse überall im Raum gleich ablaufen, unabhängig von einzelnen Beobachtern: Er setze ja eine absolute Zeit und einen absoluten Raum voraus, also die Existenz eines einzigen gemeinsamen Raumes für alle Objekte des Universums und damit auch die Existenz von absoluten Bewegungen. Einstein dagegen relativiert Raum und Zeit, er leugnet sowohl die Existenz eines absoluten Raumes als auch die Existenz einer absoluten Zeit und zerlegt munter die physikalische Welt in unendlich viele beobachterabhängigen, getrennten Welten, wo alle Objekte jeweils ihre eigenen Zeiten und ihre eigenen Räume mit sich rumschleppen, wo jeder Beobachter sich im Zentrum seines eigenen Weltchens jederzeit als absolut ruhend erklären darf (bzw. seine privaten Koordinaten mit dem Nullpunkt auf ein Blatt Papier im Rucksack transportieren kann :P ) und wo jeder Beobachter – aber nur scheinbar? – per Fernwirkung durch seine Bewegungen Einfluß auf die physikalischen Prozesse in der Welt nehmen kann (Längenkontraktionen und Zeitdilatationen bei relativ zu ihm bewegten Objekten). Ein völlig realitätsfremdes Weltbild, zumindest in der Physik. So ein Weltbild wäre eher in der Biologie oder in die Psychologie, sowie auch in der Esoterik und in der Science Fiction anzusiedeln. Einstein sagte auch selbst, dass Fantasie wichtiger sei als Wissen... ;)

Siehe auch: http://ekkehard-friebe.de/blog/albert-e ... en-raumes/

Zitat G.O. Mueller:

Albert Einstein hat 1905 zunächst (S. 892) nur gesagt, daß “ein mit besonderen Eigenschaften ausgestatteter “absolut ruhender Raum”" in die SRT nicht eingeführt werde. Dies bedeutet, daß er die Existenz eines absoluten Raumes nicht anerkennt. Die Existenz eines absoluten Raumes ist denknotwendig verknüpft mit einer Reihe von anderen grundlegenden Vorstellungen:
(1) mit der Einheit des uns zugänglichen Beobachtungsraumes,
(2) mit der Geltung einer absoluten Zeit für den gesamten Beobachtungsraum, und
(3) mit der Existenz absoluter Bewegungen, die relativ zum absoluten Raum bestimmt werden.

Albert Einstein hat in Konsequenz der Ablehnung des absoluten Raumes auch die anderen 3 absoluten Vorstellungen verneint, d.h. relativiert: für (2) die Zeit und (3) die Bewegung tut er es ausdrücklich; für den (1) Beobachtungsraum hat er verräterische Formulierungen verwendet: so spricht er (S. 897) von einem “”ruhenden” Raum”, was logisch die Existenz auch eines ‘bewegten’ Raumes und damit eine Mehrheit von Räumen impliziert; in Bezug worauf sein “ruhender” Raum ruht, teilt er nicht mit.


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Ernst » Do 15. Jul 2010, 17:36

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Es macht in der Natur und in der Physik sehr wohl einen Unterschied, ob ich am Strand ruhe oder ob ich am Strand laufe

Es macht einen Unterschied im KS des ruhenden Strandes. Nicht im KS, in welchem Du ruhst; so wie es Harald so trefflich dargestellt hat.
Du fährst gleichförmig in einem Strandmobil und läßt eine Kugel zu Boden fallen. In dem KS, in welchem Du ruhst - nämlich dem Mobil - fällt die Kugel immer senkrecht zu Boden, egal ob das Mobil steht oder fährt. Im KS des Strandes dagegen fällt die Kugel nur dann senkrecht zu Boden, wenn sich Dein Mobil nicht bewegt. Bewegt sich das Mobil, dann fällt im KS des Strandes die Kugel schräg zu Boden, was ein unbewegter Strandkorbwärter leicht erkennen kann.

Gruß
Ernst
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Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Hannes » Do 15. Jul 2010, 17:52

Hallo Ernst !

Britta hat geschrieben:Britta meinte wohl, "daß die LG im Vakuum variabel ist". Nach solchen Beweisen ist gefragt.


Die LG im Vacuum ist bestimmt von der Leitfähigkeit des Vacuums und es wurde von mir nie angezweifelt, dass dort die LG immer c ist.
Wenn von irgendwo ein Lichtsignal kommt, egal wie schnell es auch sein soll, es muss durch die Glasabdeckung des Vacuums
und hat im Glas 2/3 c. Wenn es dann in das Vac uum eintritt, nimmt es sofort die Geschwindigkeit der Leitfähigkeit des Vacuums an,
und das ist unzweifelhaft c.

Die SRT schließt daraus, dass das Licht auf seinem GESAMTEN Lichtweg mit c unterwegs war.

So wie wenn man sagen würde, der Läufer ist mit 40 km/h in das Stadion eingelaufen .also war er auf der gesamten Strecke genauso schnell.
Dieser Trugschluss ist die Ursache unserer jahrzehntelangen Diskussion um die SRT.

Ich weiß, dass du die Problematik kennst.

Hannes
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Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 15. Jul 2010, 19:15

Ernst hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben: Es macht in der Natur und in der Physik sehr wohl einen Unterschied, ob ich am Strand ruhe oder ob ich am Strand laufe


Es macht einen Unterschied im KS des ruhenden Strandes. Nicht im KS, in welchem Du ruhst; so wie es Harald so trefflich dargestellt hat.

Was meinst Du bitte mit „KS des ruhenden Strandes“ und „KS, in welchem ich ruhe“ ????
Das ist doch ein und dasselbe KS, oder?

- Mit „KS des ruhenden Strandes“ und "KS, in welchem ich ruhe" ist vermutlich die eine Konstellation gemeint, wo ich am Strand ruhe, oder? In dieser Konstellation verändere ich meinen Standort nicht, ich verbrauche kaum Energie, die Kugel fällt senkrecht.

- Wenn ich mich am Strand bewege ist es eine zweite Konstellation, es gibt dann kein „KS des ruhenden Strandes“ mehr und auch kein „KS, in welchem ich ruhe“. Wie willst Du dieses KS denn nennen für die Konstellation, wo ich mich bewege? „KS des bewegten Strandes“? oder „KS, in welchem ich mich bewege“? In dieser Konstellation verändere ich fortlaufend meinen Standort, ich verbrauche mehr Energie, die Kugel fällt schräg.

Das sind also ganz eindeutig zwei verschiedene Konstellationen und zwei verschiedene KS. Wir reden wohl aneinander vorbei. Ich habe nur die Konstellation zur Diskussion gestellt, wo ich mich am Strand bewege.
Und es gibt wie gesagt sehr wohl Unterschiede in vierlerlei Hinsicht zwischen den beiden Konstellationen (z.B. Ortsveränderung, Energieverbrauch, Fallen der Kugel, usw.), es ist also in der physikalische Welt gar nicht egal ob ich ruhe oder mich bewege. :|

Entweder gibt man diese oder jene Konstellation vor, aber nicht beide gleichzeitig.
Es gibt nämlich kein KS wo ich gleichzeitig ruhe und mich bewege (außer in dem Fall, wo ich tatsächlich meine auf einem Blatt Papier gezeichneten Koordinate im Rucksack mitführe... ;) ). Also hätte Harald zwei Zeichnungen liefern sollen: Eine wo der Beobachter am Strand ruht und eine wo der Beobachter sich am Strand bewegt. Die Zeichnung kann nicht für beide Konstellationen dienen: Entweder man ruht oder man bewegt sich, aber nicht beide zusammen.

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Ernst » Do 15. Jul 2010, 19:28

Hannes hat geschrieben: Die SRT schließt daraus, dass das Licht auf seinem GESAMTEN Lichtweg mit c unterwegs war.

Das tut sie nicht. Die Invarianz der LG im Vakuum ala SRT beruht primär überhaupt nicht auf solchen Messungen. Vielmehr ist sie vorgeblich eine Konsequenz aus den Maxwellschen Gleichungen. Erst im Nachherein wurden Messungen so interpretiert, daß die invarianz bestätigt sei.

Wenn Du meinst, Licht aus einem Glas trete ins Vakuum stets mit c (bezogen auf das Glas), dann entspricht das keiner Äthertheorie. Es wäre einfach eine spezielle Emitterthese.

Wenn Du dagegen meinst, das Licht aus dem Glas tritt im Vakuum in einen Äther ein, dann wäre die LG im Vakuum (bezogen auf das Glas) nicht konstant, da sich das Glas ja im Ätherwind bewegt.

AlsoDu solltest Deine Auffassung mal präzisieren. Ist die LG im Vakuum relativ zum Glas konstant oder nicht?

Gruß
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