Hexenjagt à la AC

Hier kann man seine Meinungen zum Forum und andere Neuigkeiten mitteilen

Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Ernst » Do 15. Jul 2010, 19:43

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Was meinst Du bitte mit „KS des ruhenden Strandes“ und „KS, in welchem ich ruhe“ ???? Das ist doch ein und dasselbe KS, oder?

Das ist nicht dasselbe, wenn du Dich am Strand bewegst. So kompliziert ist das gar nicht.
Male in den Sand ein Koordinatensystem. Etwa alle Meter nacheinander 1,2,3,4... etc.
Nun male auf deinen Arm ein KS; auf die Schulter eine Null, auf den Ellenbogen 1/2 m und auf die Hand 1m.
Strecke nun den Arm aus und marschiere los am Strand entlang. Auf dem Strand KS wanderst Du entlang 1,2,3.... Du bewegst dich in diesem KS.
Nun schaue auf deinen Arm. Nichts verändert sich an den am Körper aufgezeichneten Koordinaten. Du ruhst in diesem KS.

Entweder man ruht oder man bewegt sich, aber nicht beide zusammen.

Sitzt du in der Eisenbahn, dann bewegst Du Dich in der Bahn nicht. Beobachtet dich der Schrankenwärter, dann bewegst Du Dich mit der Zuggeschwindigkeit. In einem KS ruhst Du, im anderen bist Du bewegt.

Gruß
Ernst
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Jocelyne Lopez » Do 15. Jul 2010, 20:32

Ernst hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben: Was meinst Du bitte mit „KS des ruhenden Strandes“ und „KS, in welchem ich ruhe“ ???? Das ist doch ein und dasselbe KS, oder?

Nun male auf deinen Arm ein KS; auf die Schulter eine Null, auf den Ellenbogen 1/2 m und auf die Hand 1m.
Strecke nun den Arm aus und marschiere los am Strand entlang. Auf dem Strand KS wanderst Du entlang 1,2,3.... Du bewegst dich in diesem KS.
Nun schaue auf deinen Arm. Nichts verändert sich an den am Körper aufgezeichneten Koordinaten. Du ruhst in diesem KS.

Tja, ich ruhe relativ zu meinem eigenen Körper, wenn ich mich relativ zum Strand bewege.
Nicht mal trivial, sondern völlig abstrus, eine Verarschung, mit Verlaub. :?
Danke, ich brauche hier keine weitere "Aufklärung" von Dir.


Ernst hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben: Entweder man ruht oder man bewegt sich, aber nicht beide zusammen.

Sitzt du in der Eisenbahn, dann bewegst Du Dich in der Bahn nicht. Beobachtet dich der Schrankenwärter, dann bewegst Du Dich mit der Zuggeschwindigkeit. In einem KS ruhst Du, im anderen bist Du bewegt.

Bitte ändere nicht ständig die Konstellation und bleibe bitte bei der Konstellation, die ich zur Untersuchung zur Diskussion gestellt habe, das ist echt müssig... :( Ich sitze nämlich nicht in einer fahrenden Eisenbahn, sondern ich laufe am Strand. Das ist die Vorgabe. Unter Tausenden von möglichen Vorgaben. Und diese Vorgabe ist wirklich nicht kompliziert, kannst Du Dir die Konstellation vorstellen?

Und bei dieser Konstellation kann ich nicht gleichzeitig am Strand ruhen und mich am Strand bewegen, das ist eine ganz andere Konstellation als in einer fahrenden Eisenbahn, wo ich relativ zum Boden des Zuges ruhe und gleichzeitig relativ zur Erdoberfläche mich bewege. Bitte weiche nicht die Konstellation aus, die ich vorgegeben und zur Diskussion gestellt habe, es gibt hier keine Überlagerungen von Geschwindigkeiten wie im fahrenden Zug und man kann sowieso eine Relativbewegung immer nur paarweise zwischen nur zwei Objekten bestimmen. Ist es denn so schwierig?

Ich kann also nicht gleichzeitig relativ zum Strand ruhen und mich relativ zum Strand bewegen, obwohl ich in einer anderen Konstellation gleichzeitig relativ zum Boden eines Zuges und relativ zur Erdoberfläche jeweils ruhen und mich bewegen kann. Ist es denn so schwierig? :roll:

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Hannes » Fr 16. Jul 2010, 06:28

Hallo Ernst !

Hannes hat geschrieben:
Die SRT schließt daraus, dass das Licht auf seinem GESAMTEN Lichtweg mit c unterwegs war.

Das tut sie nicht. Die Invarianz der LG im Vakuum ala SRT beruht primär überhaupt nicht auf solchen Messungen. Vielmehr ist sie vorgeblich eine Konsequenz aus den Maxwellschen Gleichungen. Erst im Nachherein wurden Messungen so interpretiert, daß die invarianz bestätigt sei.

Wenn Du meinst, Licht aus einem Glas trete ins Vakuum stets mit c (bezogen auf das Glas), dann entspricht das keiner Äthertheorie. Es wäre einfach eine spezielle Emitterthese.
Wenn Du dagegen meinst, das Licht aus dem Glas tritt im Vakuum in einen Äther ein, dann wäre die LG im Vakuum (bezogen auf das Glas) nicht konstant, da sich das Glas ja im Ätherwind bewegt.

AlsoDu solltest Deine Auffassung mal präzisieren. Ist die LG im Vakuum relativ zum Glas konstant oder nicht?Gruß Ernst
ErnstErnst


Ich habe mich zuerst geschreckt, mit welchen Argumenten Du meine These kritisiert hast.
Dann habe ich aber verstanden, dass du mir den besten Dienst erwiesen hast, den man einer These erweisen kann:
Kritik, Kritik und nochmals Kritik. Und wenn sie auch manchmal komisch klingt.Oder unverstanden.

Dafür muss ich dir herzlich danken.

Nur so kann ich meine Gedanken konkretisieren und ordnen.

Ich werde in kurzer Zeit meine Argumente vortragen und du sollst mich wieder kräftig kritisieren. Ohne Kritik geht nichts.

Bitte etwas Geduld, ich bin zurzeit auf Kuraufenthalt, habe aber vom Computer in der Halle Zugang zum Internet.

Mit Gruß
Hannes
Hannes
 
Beiträge: 3201
Registriert: Do 1. Jan 2009, 01:56

Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 16. Jul 2010, 07:35

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Diese kinderleichte Übung beherrschte anscheinend Einstein nicht zu der Zeit, wo er seine SRT geschrieben hat: Er war unfähig präzis zu definieren, in Bezug auf was seine untersuchten Objekte ruhen sollten, deshalb hat er die Eigenschaft "ruhend" immer in Anführungszeichen geschrieben, und fertig war der Salat für 100 Jahre. :|

Harald Maurer hat geschrieben:
Du ruhst in Deinem auf dich bezogenen Koordinatensystem x,y,z. Ob Du dich nicht bewegst oder Dich gleichförmig linear bewegst, macht keinen Unterschied. Bezogen auf Dein Koordinatensystem kannst Du dich immer als "ruhend" definieren. Das meint Einstein mit seinem "ruhend".

Was Einstein in seiner SRT mit dem Wort „ruhend“ in Anführungszeichen meinte, darüber kann nur spekuliert werden...
Siehe zum Beispiel G.O. Mueller, der das wie immer genau wissen will und den Originaltext ganz genau analysiert hat:

Zitat G.O. Mueller:
http://ekkehard-friebe.de/blog/albert-einstein-fuhrt-1905-ein-angeblich-ruhendes-system-ein-ohne-anzugeben-in-bezug-worauf-dieses-system-ruht/

Die Gesamtzahl aller in AE 1905 in Anführungszeichen gesetzten Ausdrücke, die die Merkmale ruhend oder bewegt enthalten, beträgt (Seitenzahl, Anzahl der Ausdrücke): 892 (1); 895 (2); 896 (5); 897 (1); 903 (2); 913 (2); 917 (1) = insgesamt 14 Ausdrücke in Anführungszeichen, für deren Bewegung oder Ruhe kein Bezugssystem angegeben wird; dieselben Ausdrücke in Anführungszeichen werden meistens im Text unmittelbar anschließend und im selben Bezug ohne Anführungsstriche gebraucht, ohne daß mitgeteilt würde, was sich geändert hätte.
[...]
Nach dem Relativitätsprinzip gibt es nur relative Bewegung, weshalb für jede Bewegung angegeben werden muß, in Bezug worauf sie bestimmt ist. Ruhe ist Null Bewegung; deshalb gilt dasselbe auch für alle Ruhe-Behauptungen. Albert Einstein führt 1905 ein angeblich “ruhendes System” (S. 892, 3. Absatz) ein, ohne zu sagen, in Bezug worauf dieses System ruhen soll: damit widerspricht dieses beziehungs- und bezugslos “ruhende System” seinem eigenen Relativitätsprinzip.
[...]
Dieses “ruhende System” wird auch über den Paragraphen 1 hinaus (in dem es eingeführt wurde) in allen Beweisführungen Albert Einsteins als das wahrhaft “ruhende” System behandelt. Beweis: es wird – von den anderen Inertialsystemen aus – niemals auch als ein relativ “bewegtes” System beurteilt; die großartig als Prinzip proklamierte Relativität findet also für ein “ruhendes System” von Anfang an nicht statt.
[...]
Eine genaue Prüfung aller Angaben über “bewegt” und “ruhend” in AE 1905 zeigt, daß gegen die vom Relativitätsprinzip behauptete Relativität, d.h. die Geltung jeder Angabe von Bewegung und Ruhe (=Null Bewegung) grundsätzlich nur in Bezug auf ein bestimmtes Bezugssystem, ständig verstoßen wird. Bei der Analyse des Textes von 1905 können alle Aussagen als korrekt gelten, in denen ein Bezugssystem ausdrücklich angegeben wird, oder die im sachlichen Zusammenhang stehen mit einer solchen Aussage, so daß derselbe relative Bezug durchgängig gilt. Alle übrigen Aussagen der Theorie sind wegen Nichterfüllung des Relativitätsprinzips als theoriewidrig zu kassieren.
[...]
Damit ist es Albert Einstein gelungen, ein Inertialsystem einzuführen, das nicht mehr dem Relativitätsprinzip unterworfen ist: diese seinem “ruhenden System” heimlich verliehene Eigenschaft ist die Grundlage für die Deduzierung von Längenkontraktion und Zeitdilatation als realen Effekten.
[...]
Die Einführung des bezugs- und beziehungslos “ruhenden Systems” ist im Rahmen der SRT nach Albert Einsteins eigenen Grundsätzen nicht zulässig, damit selbst ein Theoriefehler und die Quelle schwerwiegender anderer Theoriefehler.


Zitat G.O. Mueller:
http://ekkehard-friebe.de/blog/in-den-darstellungen-der-relativistik-wimmelt-es-von-anfuhrungszeichen-begriffen-ohne-aussage-daruber-worin-die-begriffe-in-anfuhrungszeichen-sich-unterscheiden-von-denselben-begriffen-ohne-anfuh/

In den Darstellungen der Relativistik wimmelt es von “Anführungszeichen-Begriffen” ohne Aussage darüber, worin die Begriffe in Anführungszeichen sich unterscheiden von denselben Begriffen ohne Anführungszeichen.

Die unbegründete Verwendung von Anführungszeichen ist keine läßliche Interpunktionsfrage, sondern in Darstellungen des Relativistik die schon von Albert Einstein eingeführte Methode, dem so hervorgehobenen Wort eine – meistens nicht mitgeteilte und daher unbekannt bleibende – besondere Bedeutung zu geben. Der Leser wird erfolgreich irritiert und wird seine Kritik zurückstellen, bis er die Bedeutung der Anführungszeichen erfährt; und nach einigen Seiten Text, so hoffen die Relativisten, hat er seine kritische Nachfrage vergessen und sich daran gewöhnt und fragt später nicht mehr nach, wenn er die Bedeutung nicht mehr erfährt.


Man kann also nur darüber spekulieren, was Einstein mit dem Wort "ruhend" gemeint hat... :|

(Davon ganz unabhängig neige ich mittlerweile persönlich zu glauben, dass die These von Peter Rösch stimmt und dass Einstein diesen Text von 1905 nicht selbst geschrieben hat, der ihm als Joke oder Schwindel unterjubbelt wurde - was jedoch nur einen historischen Aspekt wäre und natürlich keine Rolle für die fachlich Untersuchung der Theorie spielt).

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Harald Maurer » Fr 16. Jul 2010, 09:04

G.O.Müller schreibt: "Nach dem Relativitätsprinzip gibt es nur relative Bewegung, weshalb für jede Bewegung angegeben werden muß, in Bezug worauf sie bestimmt ist. Ruhe ist Null Bewegung; deshalb gilt dasselbe auch für alle Ruhe-Behauptungen. Albert Einstein führt 1905 ein angeblich “ruhendes System” (S. 892, 3. Absatz) ein, ohne zu sagen, in Bezug worauf dieses System ruhen soll: damit widerspricht dieses beziehungs- und bezugslos “ruhende System” seinem eigenen Relativitätsprinzip."

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Man kann also nur darüber spekulieren, was Einstein mit dem Wort "ruhend" gemeint hat...

Darüber muss man nicht spekulieren. G.O.Müller versteht offenbar das Relativitätsprinzip nicht. Nach diesem ist gleichförmig lineare Bewegung gleichbedeutend mit Ruhe, weil nicht unterschieden werden kann, ob Bewegung oder Ruhe vorliegt. Wer in einer gleichförmig bewegten Eisenbahn mitfährt, wird feststellen, dass sich diese Bewegung auf den Ablauf physikalischer Prozesse nicht auswirkt. Er kann Ball spielen oder Billiard oder was auch immer, alles wird so sein, als würde die Eisenbahn sich nicht bewegen. Er kann kein physikalisches Experiment durchführen, was ihm den Bewegungszustand verraten könnte und befindet sich deshalb in einem System, das er als "ruhend" definieren kann. Wer sich also als "ruhend" definiert, drückt damit aus, dass er in seinem Bezugssystem ruht und eine logische Folgerung ist, dass es andere Bezugssysteme gibt, dem gegenüber er ruhend oder bewegt ist - und Einstein bringt in seiner Arbeit ja dieses zweite System auch ins Spiel. Die SRT behandelt ja die Beziehung von Inertialsystemen zueinander. Was er als "ruhend" meint, versteht sich also von selbst.
Warum das so schwer verstanden wird, ist mir schleierhaft. Jeder hat doch ausgehend von seiner Person quasi die Möglichkeit, in einem Koordinatensystem zu beschreiben, was um seine Person herum sich ereignet. Wenn Du am Strand stehst oder läufst und vor oder neben Dir passieren irgendwelche Ereignisse, dann kannst Du dieses Koordinatensystem benutzen, um diese Ereignisse exakt zu beschreiben. In diesem persönlichen Koordinatensystem. das sich auf Dich bezieht, ruhst Du immer, egal ob Du dich bewegst oder nicht. Du bist selbst im Ursprung dieser Koordinaten. Bewegst Du dich, bewegen sie sich mit. Wenn eine Wespe in einem Abstand von 1 m vor dir in 1 m Höhe und im seitlichen Abstand von 1 m fliegt, dann kannst Du diesen Ort kurz angeben mit x=1m, Y=1m, z=1 m. Mit diesem Verfahren kannst Du jede Bewegung dieser Wespe nachvollziehbar beschreiben, und zwar immer in Bezug zu Dir selbst, weil Dein Koordinatensystem untrennbar zu Dir gehört. In der Sprache der SRT bist Du "der Beobachter". Ein Beobachter hat also immer sein Koordinatensystem im Reisegepäck, in welchem er ruht und mit dessen Hilfe er exakt und nachvollziehbar beschreibt, was um ihn herum so geschieht.
Bevor Du also irgendetwas beschreibst, kannst Du a priori voraussetzen, dass Du dies von Deinem "ruhenden" Koordinatensystem aus machen wirst. Soferne gleichförmige lineare Bewegung oder Ruhe vorliegt. Diese Voraussetzung eines "ruhenden Systems" macht Einstein und nichts anderes. Die Wortklauberei von G.O.Müller kann also das RP oder die SRT nicht im geringsten ankratzen!

Grüße
Harald Maurer
Harald Maurer
Administrator
 
Beiträge: 3218
Registriert: Di 30. Dez 2008, 13:05
Wohnort: Graz

Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Ernst » Fr 16. Jul 2010, 10:11

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Tja, ich ruhe relativ zu meinem eigenen Körper, wenn ich mich relativ zum Strand bewege.

Sonst würdest Du dich wohl in zwei Körper aufspalten, oder?

Nicht mal trivial, sondern völlig abstrus, eine Verarschung, mit Verlaub.

Weder noch. Sondern einfach Physik.

..., das ist eine ganz andere Konstellation als in einer fahrenden Eisenbahn, wo ich relativ zum Boden des Zuges ruhe und gleichzeitig relativ zur Erdoberfläche mich bewege.

Da ist nichts anders. Statt am Strand zu laufen, kannst Du ja mit einem Strandmobil fahren.

Ich kann also nicht gleichzeitig relativ zum Strand ruhen und mich relativ zum Strand bewegen,

Das kannst Du natürlich nicht. Du kannst dich aber relativ zum Strand bewegen und in einem anderen KS ruhen.
Vergleiche Zug/Bahnsteig und Strandmobil/Strand.
Du kannst dich in beliebig vielen KSen beliebig unterschiedlich bewegen oder ruhen.

Danke, ich brauche hier keine weitere "Aufklärung" von Dir.

Bitte, gerne. ist ja alles gesagt. Harald hat´s zudem präzisiert.

Gruß
Ernst
Zuletzt geändert von Ernst am Fr 16. Jul 2010, 10:47, insgesamt 1-mal geändert.
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Ernst » Fr 16. Jul 2010, 10:22

Chief hat geschrieben: Stimmt gar nicht. Maxwellgleichungen beschreiben em.-Felder im ruhenden Äther.

Ich hatte geschrieben:
Vielmehr ist sie vorgeblich eine Konsequenz aus den Maxwellschen Gleichungen...


Gruß
Ernst
Ernst
 
Beiträge: 11188
Registriert: Mi 31. Dez 2008, 18:58

Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Hannes » Fr 16. Jul 2010, 11:34

Hallo Ernst !

AlsoDu solltest Deine Auffassung mal präzisieren. Ist die LG im Vakuum relativ zum Glas konstant oder nicht?Gruß Ernst
ErnstErnst


Ich werde versuchen, ganz unten anzufangen:
Ich habe eine Vacuumkammer mit einer Präzisionsuhr und ein Lasergerät zur Erzeugung ultrakurzer Lichtpulse.
Das Vacuum ist in der Vacuumkammer eingeschlossen und daher relativ zur Meßstrecke unbewegt.

1.Ich fixiere die Meßstrecke mit den Punkten A und B, weiters habe ich einen Umlenkspiegel im Punkt M.
Die Punkte A und B befinden sich auf der Uhr.
Meine Meßstrecke ist daher m/2 + m/2

Das gemessene Ergebnis wird daher sein : (m/2+m/2) / t= c

Es ist dies die allgemein gemessene, konstante LG im Vacuum.
Das Ergebnis c ist in Übereinstimmung mit den Maxwellschen Gleichungen.
Ich sage aber nicht INVARIANZ dazu, sondern LEITFÄHIGKEIT des VACUUMS.

2. Da eine Zweiwegmessung, wie in diesem Fall nicht erwünscht ist, nehme ich eine zweite Uhr dazu.
Ich verbinde die zweite Uhr mittels eines im Punkt M drehbar gelagerten Armes und stelle sie direkt zur
bestehenden Uhr dazu.Ich kann beide Uhren problemlos aneinander synchronisieren. Der Punkt B befindet sich jetzt an der zweiten Uhr.Ich messe in dieser Einstellung genau c.
Jetzt drehe ich die zweite Uhr um 15 Grad von der ersten weg, wobei ich selbstverständlich den Umlenkspiegel mitdrehe.
Was werde ich messen ? Da die Uhren weiterhin synchronisiert sind und sich die Strecke nicht verändert hat,
werde ich wieder genau c messen.
Ich drehe den Arm weiter bis auf 90 Grad, die Messung wird gleich bleiben.
Wenn ich den Arm bis 180 Grad gedreht habe, kann ich auf den Umlenkspiegel verzichten.
Ich habe eine Einwegmessung.Das Meßergebnis ist wieder c.

So, bis daher , um dir Kritikmöglichkeit zu geben.

Mit Gruß Hannes
Hannes
 
Beiträge: 3201
Registriert: Do 1. Jan 2009, 01:56

Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 16. Jul 2010, 11:58

Harald Maurer hat geschrieben:
G.O.Müller schreib: "Nach dem Relativitätsprinzip gibt es nur relative Bewegung, weshalb für jede Bewegung angegeben werden muß, in Bezug worauf sie bestimmt ist. Ruhe ist Null Bewegung; deshalb gilt dasselbe auch für alle Ruhe-Behauptungen. Albert Einstein führt 1905 ein angeblich “ruhendes System” (S. 892, 3. Absatz) ein, ohne zu sagen, in Bezug worauf dieses System ruhen soll: damit widerspricht dieses beziehungs- und bezugslos “ruhende System” seinem eigenen Relativitätsprinzip."

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Man kann also nur darüber spekulieren, was Einstein mit dem Wort "ruhend" gemeint hat...

Darüber muss man nicht spekulieren. G.O.Müller versteht offenbar das Relativitätsprinzip nicht. Nach diesem ist gleichförmig lineare Bewegung gleichbedeutend mit Ruhe, weil nicht unterschieden werden kann, ob Bewegung oder Ruhe vorliegt. Wer in einer gleichförmig bewegten Eisenbahn mitfährt, wird feststellen, dass sich diese Bewegung auf den Ablauf physikalischer Prozesse nicht auswirkt. Er kann Ball spielen oder Billiard oder was auch immer, alles wird so sein, als würde die Eisenbahn sich nicht bewegen. Er kann kein physikalisches Experiment durchführen, was ihm den Bewegungszustand verraten könnte und befindet sich deshalb in einem System, das er als "ruhend" definieren kann.

Wenn Wissenschaftler das Relativitätsprinzip verstanden haben, dann gehört G.O. Mueller dazu, gar keine Frage. :)
Was Du darüber meinst hat darauf keinen Einfluß.

Du bist viel zu viel von der ziemlich missverständlichen Aussage Newtons beeindruckt, es gäbe keinen Unterschied zwischen dem Zustand der Ruhe und dem Zustand der gleichförmigen linearen Bewegung, die eigentlich nur einen anekdotischen Charakter hat:

Es ist lediglich ein rein subjektiver Eindruck durch Sinnestäuschung, wenn ein Beobachter im Zug nicht merkt, ob der Zug fährt oder steht. Das weiß jeder aus Erfahrung, dass es nur eine Täuschung der Sinne ist, vor allem als Kind reagiert man ganz interessiert darauf, das ist etwas ganz Banales. In Wirklichkeit aber fährt oder steht der Zug, ganz unabhängig davon, ob Beobachter es merken können oder nicht. Und es ist sowohl kinematisch als auch dynamisch ein gewaltiger Unterschied, ob ein Zug steht oder fährt, oder?

Nur unter sehr stark eingeschränkten Bedingungen, die wohl nur für Ingenieure (bzw. für die Bequemlichkeit der Passagiere) von Bedeutung sind, kann man bei einer sehr gut gedämpften, ruck- und stoßfreien Fahrt sagen, dass eine perfekte gleichförmige lineare Bewegung einige physikalische Abläufe nicht stört: Man kann Billard spielen, schreiben und lesen, der Kaffee schwappt nicht von der Tasse über, usw... Es sind aber wie gesagt nur sehr eingeschränkte Prozesse, die dabei gleich ablaufen, die wesentlichen Unterschiedmerkmale der beiden Zustände Ruhe oder Bewegung verschwinden dadurch nicht, zum Beispiel Ortsveränderung oder Energieverbrauch. Auch wenn Dein Kaffee im Zug weder beim Fahren noch beim Halten rüberschwappt wirst Du kaum von Frankfurt nach Berlin gelangen können, wenn der Zug nur ruht, oder?

Es ist also unsinnig, die Aussage Newtons, es gäbe keinen Unterschied zwischen dem Zustand der Ruhe und der linearen, gleichförmigen Bewegung, eine universelle Bedeutung als Naturgesetz beizumessen und dabei sogar den wesentlich Unterschied der Ortsveränderung und der Geschwindigkeit zu leugnen. Wie gesagt, das ist ein Gesetz, das wohl nur für Ingenieure und bei sehr eingeschränkten Bedingungen einer Bedeutung zu verleihen ist, wie viele anderen „Maschinengesetze“.


Harald Maurer hat geschrieben:
Wer sich also als "ruhend" definiert, drückt damit aus, dass er in seinem Bezugssystem ruht und eine logische Folgerung ist, dass es andere Bezugssysteme gibt, dem gegenüber er ruhend oder bewegt ist - und Einstein bringt in seiner Arbeit ja dieses zweite System auch ins Spiel. Die SRT behandelt ja die Beziehung von Inertialsystemen zueinander. Was er als "ruhend" meint, versteht sich also von selbst.

Nein, wenn ich mich als "ruhend" definiere, definiere ich mich nicht als ruhend zu mir selbst, sondern als ruhend zu einem oder mehreren anderen Objekten als mir selbst. Was würde mir bloß nützen, mich jede Sekunde als ruhend zu mir selbst zu definieren... :? Ich würde kaum selbständig überlebensfähig dabei sein. Wenn ich z.B. eine Straße zu überqueren habe, würde es mir kaum was bringen, mich als ruhend zu mir selbst zu definieren, was soll das? Ich habe vielmehr aufzupassen, welche Fremdobjekte zu mir als ruhend oder als bewegt zu definieren sind.

Und nein, wenn Einstein den Begriff „ruhend“ meint, versteht sich auch nie von selbst: Auch Albert Einstein muss wie alle andere Wissenschaftler bei einer Bewegung oder einem Ruhezustand bitteschön sagen, worauf man ruht oder sich bewegt. Er ist davon nicht befreit. Und wenn er zum Beispiel explizit keinen „absoluten Raum“ in die SRT einführt, muss er uns bitteschön verraten, worauf sein „ruhender Raum“ ruht. Solche Begriffschludrigkeit bei einer wissenschatlfichen Arbeit ist nicht zu dulden.

Außerdem gibt es auch eine Menge Konstellationen, wo zwischen zwei zueinander bewegten Objekten keine der beiden Objekte ruht, sondern sich beide bewegen, zum Beispiel eine auf dem Strand bewegte Welle und ein auf dem Strand bewegter Beobachter bewegen sich zueinander. Keine der beiden Objekte ruht auf dem gemeinsamen Bezugssystem Strand. Sich dabei selbst als bewegter Beobachter ein anderes Bezugsstem auszusuchen als das gemeinsamen Bezugssystem Strand und sich dabei immer ersatzweise als „ruhend zu sich selbst“ zu bezeichnen bzw. sich fiktiv ein „ruhendes KS“ zu überstülpen und sich dabei immer die Geschwindigkeit 0 beizumessen, ist kindisch bzw. grotesk, mit Verlaub. :?

Fest steht, ein Beobachter kann nicht relativ zum einem einzigen Bezugssystem gleichzeitig ruhen und bewegt sein: Und wenn ich relativ zum Bezugssystem Strand ruhe, dann bewege ich mich nicht zum Bezugsstem Strand. Punkt fertig aus. Aus diesem Dilemma wirst Du mit Deinem omnipotenten „ruhenden KS um meine Person herum“ nicht rauskommen. Oder willst Du etwa behaupten, es gibt keinen Unterschied in den Naturabläufen und in den Vorhersagen, wenn ich auf dem Strand ruhe oder wenn ich mich auf den Strand bewege (immer zusammen mit meinem ruhenden KS rundherum)? Was für eine Physik willst Du denn betreiben? Auch Esoterik? :P


Harald Maurer hat geschrieben:
Wenn eine Wespe in einem Abstand von 1 m vor dir in 1 m Höhe und im seitlichen Abstand von 1 m fliegt, dann kannst Du diesen Ort kurz angeben mit x=1m, Y=1m, z=1 m. Mit diesem Verfahren kannst Du jede Bewegung dieser Wespe nachvollziehbar beschreiben, und zwar immer in Bezug zu Dir selbst, weil Dein Koordinatensystem untrennbar zu Dir gehört.

Und wenn ich mich auch selbst relativ zur Wespe im Raum bewege, wären die Ortsangaben etwa die gleiche, als wenn ich ruhen würde? Leugnest Du auch die Konstellation, wo die Wespe sich im Raum bewegt UND ich mich auch im Raum bewege (zusammen mit meinem ruhenden KS rundherum)? Leugnest Du auch die Konstellation, wo die Welle sich am Stand bewegt UND ich mich auch am Strand bewege (zusammen mit meinem ruhenden KS rundrum)? Wären dann meine Koordinaten gleich, als wenn ich ruhen würde (immer zusammen mit meinem ruhenden KS rundherum)?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

Re: Hexenjagt à la AC

Beitragvon Jocelyne Lopez » Fr 16. Jul 2010, 12:13

Ernst hat geschrieben:
..., das ist eine ganz andere Konstellation als in einer fahrenden Eisenbahn, wo ich relativ zum Boden des Zuges ruhe und gleichzeitig relativ zur Erdoberfläche mich bewege.

Da ist nichts anders. Statt am Strand zu laufen, kannst Du ja mit einem Strandmobil fahren.


Wenn ich mit einem Strandmobil fahre, dann muss ich ein zusätzliches Bezugssystem berücksichtigen, und zwar den Boden des Strandmobiles, damit die Konstellationen gleich sind:

Ich ruhe relativ zum Boden des Zuges und bewege mich gleichzeitig relativ zur Erdoberfläche.
Ich ruhe relativ zum Boden des Fahrmobiles und bewege mich gleichzeitig relativ zur Erdoberfläche.

Wenn ich aber ohne Fahrmobile gehe, kann ich auch nicht relativ zum Boden des Fahrmobiles ruhen, logisch, ich bewege mich also direkt relativ zur Erdoberfläche.

Immer nur paarweise die Bezugssysteme bei einer Relativbewegung untersuchen, bitte keine Bezugssystem vergessen oder implizit die Bezugssystem wechseln oder verwechseln. :)

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
Jocelyne Lopez
 
Beiträge: 4174
Registriert: So 8. Feb 2009, 22:41

VorherigeNächste

Zurück zu Allgemeines

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Frau Holle, hmpf und 4 Gäste