Gerhard Kemme hat geschrieben:
Ach so - dann sind die gesamten Experimente der RT, z.B. das Experiment von Hafele und Keating bezüglich der ZD mit den per Flieger beförderten Atomuhren und die Experimente mit Myonen an den Synchrotronen nur zur Widerlegung (Falsifikation) gemacht worden.
Kann gut sein. Es geht nicht um die Motivation eines Einzelnen, wichtig ist, dass man ein Experiment macht, das in der Lage ist die Theorie ganz eindeutig zu falsifizieren. Es kann nun auch gut sein, das einer der Forscher hofft, dass die Ergebnisse nun die Theorie nicht falsifizieren und ein anderer aus dem Team hofft, dass sie die Theorie falsifizieren.
Die wissenschaftliche Methode dahinter verlangt aber einfach ein Experiment, das die Theorie klar falsifizieren kann. Angenommen man ist für die Theorie, dann muss man dennoch ein Experiment mit dem Ziel machen, das in der Lage ist die Theorie zu falsifizieren. Je härter desto besser. Wenn es nicht klappt, kann man sich ja freuen. Ich hoffe Sie haben es nun verstanden. Seltsam das man Ihnen das noch erklären muss, wo sie doch zwei wissenschaftliche Prüfungen abgelegt haben.

Gerhard Kemme hat geschrieben:
Was wäre denn, wenn Leute sich alberne „Theorien“ ausdenken würden, z.B. die „Kleinen grünen Steinbeißer“ beherrschten die Welt und insbesondere die Materie, d.h. hätten Macht über die Naturgesetze. Jetzt kämest du mit deiner Ansicht, dass eine „Theorie“ solange Gültigkeit hätte, solange sie nicht falsifiziert, d.h. widerlegt worden ist.
Sie meinen Leute wie die Kritiker, die mit MX10Quanten und einem Äther aus Positronium kommen? Sie vergessen wohl, dass die Physiker mehr als nur zwei wissenschaftliche Prüfungen in ihrem Leben abgelegt haben, und sich nicht einfach irgendwas ausdenken, sondern ernsthaft versuchen die Natur zu beschreiben. Aber hin und wieder macht man auch mal solche Dinge um einen Sachverhalt von einer anderen Seite zu hinterfragen. Als Mensch mit physikalischem Hintergrund kennen Sie da sicher den Maxwellschen oder den Laplaceschen Dämon.
http://de.wikipedia.org/wiki/Maxwellscher_D%C3%A4monhttp://de.wikipedia.org/wiki/Laplacescher_D%C3%A4monUnd dennoch ist es so wie Sie schreiben, Sie können sich irgendeine schwachsinnige Theorie ausdenken und diese behält eben ihre Gültigkeit, bis sie falsifiziert wurde. Wobei es für eine Theorie nun natürlich auch Kriterien gibt, welche einzuhalten sind. Ein ganz Wichtiges ist zum Beispiel, dass es möglich sein muss ein Experiment zu beschreiben, mit dem man die Theorie falsifizieren könnte. Darum gibt es auch bei der Multiversen Theorie Einige die sagen, es wäre keine richtige Theorie, denn es gäbe keine Möglichkeit ein Experiment zu machen, welches in der Lage wäre diese zu falsifizieren. Wichtig ist, dass es nur ein solches Experiment geben muss, es kann auch gut sein, das wir technisch noch nicht in der Lage sind, dieses Experiment auch durchzuführen. Weil wir zum Beispiel die dafür nötigen Energien noch nicht erreichen. So war es zum Beispiel bei einigen Theorien in der Teilchenphysik, es gab da konkurrierende Theorien und erst durch den LAP im CERN können diese nun durchgeführt werden, und man wird eine der Theorien dann falsifizieren.
Gerhard Kemme hat geschrieben:Richtig wird solche Ansicht, wenn eine Theorie auch wirklich eine wissenschaftliche Theorie ist und für diesen Status ist die Einhaltung von Regeln bei der Aufstellung einer Theorie erforderlich. Zumindest einige Gedanken zu diesem Thema:
http://gerhardkemme.blogspot.com/2010/0 ... y-and.html
Das ist richtig, man muss sich da sehr strickt an Regeln halten. Link lese ich später.
Gerhard Kemme hat geschrieben:
Eine solche Theorie muss verankert werden, z.B. in physikalischen Sachverhalten die zwischen gutwilligen Leuten unstrittig sind, eventuell auch in Postulaten, die allerdings auch unstrittig sein sollten. Theorien bedürfen einer klaren eindeutigen Sprache und kein Wischiwaschi.
Wo Sie Recht haben, haben sie Recht.
Darum ist die Diskussion zum RP und die Frage ob nun der Impuls und die kinetische Energie relativ ist, wie Geschwindigkeiten auch völlig überflüssig. Sie mit ihren physikalischen Kenntnissen werden das sicher auch sofort so erkannt haben.
Das RP ist ganz klar und eindeutig beschrieben, und auch was kinetische Energie und ein Impuls ist.
Wer das RP wie Sie begreift und versteht, das es demnach nur Geschwindigkeiten zwischen zwei Körpern gibt, aber keine absoluten Teilgeschwindigkeiten, der weiß dann auch die Formel für den Impuls p = mv richtig zu verstehen. Und wenn v nun relativ ist, dann ist mv eben auch relativ, da muss man nicht wochenlang über Kanonen und deren Kugeln diskutieren. Wenn man es anders sehen will, kein Problem, aber das RP und der Impuls ist einfach unmissverständlich klar definiert. Oder sehen Sie das anders?
Gerhard Kemme hat geschrieben:
Aus einer solchen klaren unstrittigen gut begründeten Basis einer Theorie werden dann weitere Sätze in kleinen überzeugenden Schritten durch logische Folgerungen hergeleitet, d.h. es wird eine „Beweiskette“ gebildet, die dann am Ende die Erklärung eines Phänomens enthält und aus dieser Hypothese dann völlig neue Einsichten auflistet, die bei Überprüfung durch Experimente dann völlig neue unerwartete Ergebnisse bringt, d.h. aufgrund des Verstehens eines physikalischen Sachverhaltes erfolgen unerwartete Versuchsergebnisse und die Hypothese der Theorie kann weiter direkt durch Fachleute und viele Experimente geprüft werden.
Meine Rede, steht das RP mit den Geschwindigkeiten, dann muss infolge auch für den Impuls gelten, das er relativ ist. Bei p = mv geht das einfach nicht anders. Wenn man das nicht will, muss man den Impuls eben anders definieren oder man gibt das RP schon für Geschwindigkeiten auf. Aber wenn man eines von beiden macht, verlässt man die klassische Physik und deren Definitionsbereich.
(Bei dem Teil mit dem Falsifizieren hat mir der Poet einiges zu erklärt und Links zu gegeben)