fallili hat geschrieben:Also in Einem kann ich McDaniel fast recht geben - der Begriff der Zeit ist meines Erachtens nach nur ein von uns geschaffenes Maß für Veränderungen.
Allerdings würde ich seine Aussage:Würde sich nichts bewegen, wäre der Begriff der Zeit völlig sinnlos.
dahingehend präzisieren, dass dieses "nichts" dann tatsächlich auch allumfassend sein muss.
Es darf nicht nur "sich nichts bewegen", sondern es muss tatsächlich absolut keine Veränderung stattfinden/existieren, dann "steht" meines Erachtens die Zeit auch still.
Dabei komme ich aber mit der RT in eine Schwierigkeit, die ich nicht verstehen kann. Bewege ich mich nahe der Lichtgeschwindigkeit vergeht die Zeit langsamer. Das passt in meinen Augen nicht mit meiner Vorstellung zusammen, dass Zeit etwas mit Veränderung zu tun hat, weil sich ja das Universum rund um mich immer schneller ändert - bis hin zu dem Punkt, dass bei c sich alles gleichzeitig ereignet, weil für mich ja keine Zeit vergeht.
Das ist für mich irgendwie ein unverständlicher Widerspruch. Einerseits geht meine Uhr langsamer, was also bedeutet dass wirklich die Zeit langsamer vergeht, andererseits passiert alles Andere im Universum rund um mich schneller.
Aber vielleicht muss ich das anders sehen - rund um mich passiert alles viel schneller, folglich vergeht rund um mich die Zeit dort viel schneller.
Das stimmt dann ja auch wieder - aber so ganz glücklich fühl ich mich mit dieser Auffassung dennoch nicht,
Aber die Relativität der Zeit ist sowieso ein harter Brocken - so wirklich "verstehen" kann ich es nicht.
Das eben sehe ich anders. Zeit und Raum sind völlig losgelöst von allem Anderen, sie existieren einfach. Auch wenn das Universum still steht, läuft die Zeit weiter, weil sie eben kein künstliches, von uns geschaffenes Konstrukt ist, sondern einfach nur der Ablauf der Zeit. Wie Du schon selber schreibst, um überhaupt feststellen zu könnne, dass sich nichts verändert, muss ja auch Zeit vergehen in der ich beobachte, dass sich nichts ändert.
Die Raumzeit ist da etwas ganz anderes, um das zu verstehen must Du Dich mindestens mit dem Vierervektor intensiv (nicht nur Wiki oder Youtube) beschäftigen. Kurz gesagt, wenn man eine Raumzeit annimmt, kannst Du still stehen und Dich mit c
in der Zeit bewegen, oder Du bewegst Dich mit c, dann steht die Zeit still. Da solltest Du aber schon sehr tief einsteigen, wenn Du das wirklich kapieren willst, das ist nicht ganz so trivial, wie es zunächst erscheint. Am Ende ist es aber - die RT voraus gesetzt - völlig logisch und konsistent. Da Raum und Zeit dort unmittelbar zusammenhängen, geht der Vektor eben entweder mehr gegen den Raum oder mehr gegen die Zeit. Da c aber nun eine endliche v ist, kommt der Punkt, an dem die Zeit nicht mehr fortschreitet, wenn Du in 1s 300000 Km Raum machst. Schwer in kurze Worte zu fassen, aber imerhin sehr logisch - wenn man die RT annimmt
Nachtrag:
Du machst Doch auch Minkowski-Diagramme. Stell Dir einfach vor, der Zeitpfeil verlässt Deinen Koordinatenraum wenn Du Dich über c bewegst. In Deinem Raum ist Dein Vektorpfeil einfach nicht mehr vorhanden.
