Harald Maurer hat geschrieben:Skeptiker hat geschrieben:In der Relativitätstheorie geht es nicht um unterschiedliche Uhrzeiten aufgrund von Zeitkonventionen, sondern darum, dass unterschiedliche Beobachter in verschiedenen Inertialsystemen tatsächlich unterschiedliche Zeitpunkte für dieselben Ereignisse messen können.
Unterschiedliche Zeitpunkte für ein und dieselben Ereignisse
sind lediglich unterschiedliche Anzeigen auf Uhren, das ändert aber nichts an dem Moment, an dem das Ereignis geschieht und dieser Moment mit allen anderen Momenten im Universum zusammenfällt. Schon Newton unterschied deshalb eine universelle (absolute) Zeit mit einer individuellen Zeit.
Grüße
Die Betonung liegt hier auf
messen. Aus dem Postulat der absoluten Lichtgeschwindigkeit folgt, dass man Zeit als Differenz zwischen zwei Zeitpunkten oder Momenten als Dauer oder Zeitspanne zwischen den Ereignissen objektiv
messen kann.
Was hier als "lediglich" unterschiedliche Anzeigen auf Uhren bezeichnet wird, ist diese unterschiedliche Zeitspanne zwischen den denselben beiden universellen Momenten der Ereignisse. Auch der Ort jedes Ereignisses ist einmalig derselbe im ganzen Universum, und natürlich auch der Abstand zwischen den Orten. Trotzdem können die Orts- und Abstands
angaben von verschiedenen Beobachtern unterschiedlich sein, genau wie die Zeitangaben. Denn diese Angaben beziehen sich zwangsläufig auf ein Bezugsystem, d.h. auf den Koordinaten-Urspung, den ein Beobachter gewählt hat.
Es besteht hier Eichfreiheit: Jeder kann den Ursprung seiner Koordinaten beliebig wählen. Nachdem er aber gewählt ist, stehen die konkreten Koordinaten der Ereignisse im gewählten Bezugsystem felsenfest. Räumliche und zeitliche Abstände können dann objektiv eindeutig im Bezugsystem
gemessen werden. Objektiv bedeutet, dass auch jeder andere Beobachter diese Messwerte genau so zur Kenntnis nehmen kann, wie sie sind:
Wenn ein Beobachter A in seinem Bezugsystem 5 Sekunden zwischen zwei Ereignissen misst und ein Beobachter B misst in seinem Bezugsystem 7 Sekunden zwischen denselben Ereignissen, dann ist auch für alle anderen objektiv eindeutig klar: Beobachter A hat 5 Sekunden in seinem Bezugsystem
gemessen und Beobachter hat 7 Sekunden in seinem Bezugsystem
gemessen. Beide benutzen für ihre Messungen aber baugleiche, sehr präzise Uhren, welche natürliche Zeiteinheiten liefern (von identischen CS133-Atomen z.B.). Die beiden haben offenbar verschiedene Realitäten. Denn real ist, was gemessen wird. Was sonst sollte einer als Realität ansehen?
"Die" einzige Realität existiert natürlich als eben die Zeitspanne zwischen den einmaligen Ereignissen, aber die Messwerte für dieselbe sind dennoch unterschiedlich, eben vom Bezugsystem abhängig. So ist das und so muss es sein,
falls die grundlegenden Postulate richtig sind und die Natur korrekt beschreiben. Falls aber nicht, dann müsste sich das in Experimenten zeigen lassen. Ganz einfach.