Gerhard Kemme hat geschrieben:Schreiben kann man alles Mögliche. Könntest du Belege referieren, die deine Aussage, wonach sich die Luftmoleküle mit 340 m/s bewegen, stützen.
Meine Aussage kann ich nicht belegen, da ich die entsprechende Literatur nicht vorliegen habe. Falls Sie mir nicht glauben, können Sie das z.B. per Google überprüfen. Dabei dürften folgende Stichwörter hilfreich sein:
kinetische Gastheorie Luft Schall Moleküle mittlere thermische Geschwindigkeit
Gerhard Kemme hat geschrieben:Eine thermische Schwingung um einen Ort ist von einer Bewegung über längere Distanz zu unterscheiden. Wie soll ein einzelnes Luftmolekül sich über eine weitere Distanz bewegen können, wenn um ihn herum die anderen Moleküle dicht gepackt liegen?
Das hier scheint mir der Punkt zu sein, weswegen Sie meine gesamten bisherigen Ausführung nicht verstanden haben. Die Luftmoleküle liegen selbstverständlich nicht dicht gepackt. Es ist viel Platz (Vakuum) zwischen den einzelnen Molekülen. Die Moleküle fliegen kreuz und quer durch die Gegend. Sie sind klein gegenüber der mittleren freien Weglänge.
Nachdem dieses Missverständnis ausgeräumt ist, sollten meine Ausführungen eigentlich einleuchtend sein:
Faber hat geschrieben:Ein Erreger, welcherart auch immer, stört lokal die Bewegung der Luftmoleküle. Jegliche Information über eine solche Störung kann nur von Luftmolekülen in die Ferne getragen werden. Die Information steckt in den mittleren Abweichungen der Beträge und Richtungen der Impulse der Luftmoleküle. Da aber der Mittelwert der Beträge der Geschwindigkeiten der Moleküle 340m/s beträgt, erreichen die Informationen einen fernen Ort mit eben dieser Geschwindkeit.
Gerhard Kemme hat geschrieben:Dann gibt es ja auch noch die Beobachtung, dass eine langsame Auslenkung, z.B. mit einem Fächer, keinen Ton erzeugt
Das trifft nicht zu. Auch der Fächer erzeugt in zunächst ruhender Luft eine Störung, die mit Schallgeschwindigkeit in die Ferne übertragen wird. Ruhende Luft bedeutet hierbei: die Moleküle sausen kreuz und quer mit im Mittel Schallgeschwindigkeit durch die Gegend. Der Mittelwert der Geschwindigkeitsvektoren der Moleküle ist der Nullvektor. Der Mittelwert der Beträge der Geschwindigkeitsvektoren ist die Schallgeschwindigkeit.
Gerhard Kemme hat geschrieben:d.h. du müsstest nun auch noch erläutern, warum bei der einen Störung ein Ton erzeugt wird und bei der anderen nicht.
Muss ich nicht. Denn in beiden Fällen wird Schall erzeugt, der in einiger Entfernung mit einem Mikrofon detektiert und z.B. oszillographiert werden kann. Dass der Mensch hier etwas hört und dort nicht, hängt mit Frequenz, Lautstärke u.a.m. zusammen, mit den Eigenschaften des menschlichen Ohres.
Im übrigen funktioniert die Übertragung von Wärme in ruhender Luft genauso. Wärme ist der mittlere Betrag der Geschwindigkeitsvektoren der Luftmoleküle. Schall ist die Abweichung des Mittelwerts der Geschwindigkeitsvektoren der Luftmoleküle vom Nullvektor.
Gerhard Kemme hat geschrieben:Wobei die Begriffe "Störung" und "Information" auch für die Beschreibung einer Funktionsweise sehr allgemein und nichtssagend sind.
[...]
Nach allgemeinem Verständnis der Erläuterung einer Funktionsweise reicht es nicht aus, wenn man als Erklärung für die Versendung eines Schriftstückes von A nach B sagt, dass eine Störung gemacht wurde, die zur Versendung der Information führt.
Da stimme ich Ihnen zu. Aus diesem Grund habe ich in einigen Beiträgen einiges dazu ausgeführt.
Gerhard Kemme hat geschrieben:Ein betrachtetes Luftvolumen hat die Geschwindigkeit 0 m/s und wenn es bewegt wird, dann bekommt es die Geschwindigkeit des auslenkenden Objektes.
Ja, das ist richtig. Nun ist Schall aber keine Strömung der Luft, so dass die Schallausbreitungsgeschwindigkeit der Geschwindigkeit des betrachteten Luftvolumens entspräche. Beweis: wäre es so, dann würde der Sound meines Ghettoblasters mein Ohr nicht erreichen, da die Luft um den Lautsprecher hin und herschwingt, und sich im Mittel nicht in meine Richtung bewegt.
Soviel einstweilen.
Gruß
Faber