Frau Holle hat geschrieben:Rudi Knoth hat geschrieben:
Nun zum Verständnisproblem von Frau Holle wie ich es sehe:
Die Ansicht, die hier an mehreren Stelle vertreten wird, lautet, daß wenn in einem Bezugssystem zwei synchrone Uhren gegeneinander ruhen, dieses Bezugssystem als "Ruhesystem" festgelegt sei. Daher wäre das System in dem eine weitere Uhr ruht, die sich gegenüber den beiden Uhren bewegt, das "bewegte System". Dies führt aber zu folgenden Einwänden meinerseits:
1. Nach der SRT soll ein Bezugssystem nicht von einem anderen Bezugssystem ausgezeichnet sein. Nur in dieser Betrachtung wird das System mit zwei synchronen Uhren als "Ruhesystem" festgelegt. Warum?
2. Wie sieht dies denn aus wenn die eine Uhr im Labor ruht und die synchronen Uhren sich auf einem Schlitten befinden, der sich an der einen Uhr vorbei bewegt. Kann man diesen Schlitten auch als "Ruhesystem" bezeichnen.
Das ist nicht mein Verständnisproblem. Es ist eures. Die Rede ist doch nicht von "dem" absoluten Ruhesystem, sondern von einem konkreten Fall in einem konkreten Beispiel.
Nein es ist Dein Problem, wir sind mit der Physik im Einklang, und aus Deinen Aussagen ergibt sich zwingend ein absolutes Ruhesystem, da Du eine eindeutige Fallunterscheidung wie beim Zwillingsparadoxon beschreibst, eben die Uhr C geht für jeden Beobachter in jedem System langsamer als die Uhr B, sie zeigt weniger an und darum ist sie dilatiert gelaufen. Dass, so behauptest Du, gilt nicht nur im Ruhesystem der Uhren A und B, sondern auch für die Uhr C selber und einen Beobachter der auf der Uhr C sitzt. Weil er sieht ja auch, die Uhr C zeigt weniger als die Uhr B an.
Da hilft es nicht, wenn Du immer wieder erklärst, Du willst gar kein absolutes Ruhesystem vorgeben. Machst Du eben dennoch.
Frau Holle hat geschrieben:
Ein Forstwirt fällt einen Baum. Den hat er vorher mit einem roten X markiert und somit ausgezeichnet, als zu fällenden Baum bevorzugt. Alle Bäume sind gleichwertig und es ist nicht "der" von der Natur ausgezeichnete Baum, sondern eben der, um den es im konkreten Fall geht. Der Förster will jetzt genau diesen fällen und keinen anderen.
Deine Analogien helfen Dir nicht, uns auch nicht, weil wir es ja richtig begriffen haben.
Frau Holle hat geschrieben:
Mit den drei Uhren ist es nicht anders. Zwei davon, die in Ruhe zueinander sind, werden im Labor ausgesucht. Sie ruhen dann in einem Ruhesystem. Das kann man nicht anders sehen. Klar gibt es noch andere Ruhesysteme, aber um die geht es im konkreten Fall genau nicht. Es geht um dieses eine, das man sich ausgesucht hat um festzustellen wie A und B während eines bestimmten Vorgangs ticken. Der zu untersuchende Vorgang ist, Uhr C befindet sich erst bei A (ein Ereignis), dann bei B (zweites Ereignis).
Das war's:
Das Ergebnis steht dann invariant fest, beliebig oft reproduzierbar. Für C vergeht weniger Zeit, basta.
Falsch, alleine nur auf Grund des Relativitätsprinzip gilt schon, es gibt kein System eindeutiges Ruhesystem in dem für eine Uhr weniger Zeit als für eine andere vergeht, weil wir haben nur zwei zueinander bewegte und gleichberechtige System.
Die Uhr C zeigt nur weniger als die Uhr B an, dass ist invariant und steht fest, das bedeutet aber nicht, für C vergeht oder verging weniger Zeit. und basta ist kein Argument, sondern Ausdruck von fehlenden Argumenten.
Frau Holle hat geschrieben:
Was ist denn daran schwer zu verstehen? Daniel K. besteht seit Monaten darauf, dass A und B hier nicht ausgezeichnet sind und jetzt kommst du auch noch und meinst, ich hätte da ein Verständnisproblem. Der Förster hat also kein X auf den Baum gemalt oder was? Natürlich hat er das. Es ist die Voraussetzung, damit er überhaupt zur Tat schreiten kann bzw. bei den drei Uhren, damit man das Experiment überhaupt durchführen kann.
Das Naturgesetz ist, wenn ein Förster einen Baum mit X markiert und ihn fällt, dann hat er einen gefällten Baum. Oder, wenn sich eine Uhr C zwischen zwei zueinander ruhenden A und B bewegt, dann geht C zeitlich nach.
Das ist kein Naturgesetz sondern ergibt sich einfach so zwingend aus der Geometrie im Minkowski-Raum.
Deinen Förster kannst Du in den Wald schicken, da bist Du nämlich eh schon.
Frau Holle hat geschrieben:
Wie will man denn allgemeingültige Aussagen machen über ein Naturgesetz, wenn nicht an solchen konkreten Beispielen, wo man ganz bestimmte Objekte untersucht? In dem Fall eben drei ausgesuchte Uhren mit einem ausgesuchten Ruhesystem. Was habt ihr denn für ein Problem? Das ist doch ein schlechter Witz, sorry. Die einfachsten und trivialsten Dinge werden zum "Problem" aufgebauscht, das ich angeblich nicht verstehe. Es ist genau anders rum.
Holle, noch mal anders, gegeben sind zwei zueinander gleichberechtige Ruhesysteme. Wir haben die Raumzeit mit Punkten, ein Punkt können wir nun mit Koordinatenwerten in S und S' beschreiben, betrachten wir nun nur mal die Koordinatenwerte für die Zeit, t und t'.
So, nun nimm irgendeinen Punkt, der hat in S eben für t und in S' für t' einen Wert, und nun gibt es genau drei Möglichkeiten:- t = t'
- t < t'
- t> t'
Mehr gibt es nicht, und die erste Möglichkeit ist mehr die Ausnahme, von t, t' = 0 zieht sich eine Linie an Punkten durch die Raumzeit und bei jedem gilt eben t = t'. Ist übrigens genau die Linie an Punkten die Rudi im Zug abläuft, wenn er mit 0,5 c von der Lok an Richtung Ende des Zuges läuft.
So, nun hast Du einen tollen Punkt aus der Raumzeit gegriffen, bei dem ist t = t' und sogar gleich 0. Nennen wir diesen Punkt in der Raumzeit AC, mit t, t' = 0.
Und nun suchst Du Dir einen anderen Punkt in der Raumzeit, der ist beliebig, aber es gilt, t ≠ t' und den nennen wir BC.
Nun behauptest Du, das System in dem der Wert kleiner ist, dass ist das System in dem die dort ruhende Uhr langsamer ging und das systemübergreifend, weil sie ja weniger anzeigt. Denn wäre es so, dürfest Du dann in dem System wo Du BC mit t > t' hast, keinen Punkt finden, an dem t < t' gilt, denn in einem System laufen ja alle Uhren gleichschnell, findest Du ein System in dem die Uhr für alle Systeme langsamer geht, dann muss das so für alle Uhren in diesem System gelten.
Du Du nun aber vorgibst, das System in dem BC mit t > t' gefunden wurde, ist das System in dem die Uhren langsamer gehen, würde ja ein Punkt mit t < t' nach Deiner Vorgabe bedeuten, die Uhr geht schneller, die Uhr im anderen System muss nachgehen, langsamer gehen, denn sie zeigt ja weniger an.
Bei dem Beispiel mit dem Zug habe ich Dir das Problem und den Widerspruch in Deine Annahme aufgezeigt, denn Du findest bei Kurt einen Punkt mit t < t', die Uhr am Bahnhof zeigt mit 3 Jahren weniger an, als die Uhr am Ende des Zuges mit 5 Jahren, also muss nach Dir die Uhr am Bahnhof dilatiert gehen, und so wie Du es definierst, muss das für alle Uhren dann am Bahnhof gelten, denn die Uhren am Bahnhof laufen alle gleichschnell, wie die im Zug auch alle gleichschnell zueinander laufen.
Bedenke, Kurt mit seiner Uhr und den 3 Jahren steht ja für den Reisenden und die Uhr an Zugende für die Uhr auf Centauri mit 5 Jahren.
Du erklärst nun, das Ruhesystem von Erde/Centauri ist das Ruhesystem, Uhr A auf der Erde und Uhr B auf Centauri und Uhr C bewegt sich zwischen beiden Uhren, als geht die Uhr C langsamer, das Ruhesystem der Uhr C ist das bewegte System, auch für C den Reisenden ist klar, seine Uhr zeigt weniger als die Uhr B auf Centauri an, also ist die Zeit in seinem Ruhesystem absolut langsamer gegangen.
Genau damit hast Du nun eine absolute Trennung der System vollzogen und das System von Erde/Centauri ausgezeichnet, als das Ruhesystem.
Und nun kommt Dein großes Problem und es ist wirklich Dein Problem und nicht unseres, denn am linken Ende des Bahnhofs haben wir ja Holle 2.0 und Rudi in der Lok und die Uhr von Holle 2.0 zeigt wie die von Kurt am rechten Ende 3 Jahre an, cool, aber die Uhr in der Lok von Rudi zeigt nur 1,8 Jahre an.
Nach Deiner "Logik" müsste dann die Uhr in der Lok dilatiert gelaufen sein, und das Ruhesystem der Lok müsste das bewegte System sein, in dem alle Uhren eben langsamer gehen, systemübergreifen.
Dazu steht aber im Widerspruch, dass Du Dich ja schon anders entschieden hast, denn weil die Uhr am Zugende 5 Jahre anzeigt und damit mehr als die Uhr von Kurt, hast Du das Ruhesystem von Kurt schon als das bewegte System klassifiziert.
Und in der Diskussion vor ein paar Wochen, wo Du mal sachlich mit dabei warst, und auch Rudi mit an Bord, habe ich Dich genau zu diesem Deinen Problem geführt, die Anzeigen der Uhren sind nämlich vertauscht, Du hast einmal einen Punkt mit t < t' und am anderen Ende einen mit t > t'. Damit kannst Du mit Deinem Auswahlkriterium Dir kein eindeutige System mehr aussuchen. in dem nun die Zeit langsamer gelaufen sein soll, als im anderen, Du findest nicht Dein Ruhesystem in dem die Zeit "richtig" geht und zu dem das andere bewegt ist und alle Uhren für alle und jeden dort langsamer laufen.
Und genau da bist Du dann aus der Diskussion ausgestiegen, ich habe noch mal alle vier Uhren aus beiden Systemen gezeigt, von wegen, ich würde nur eine Seite der Medaille sehen wollen und die andere ignorieren.
Ganz deutlich Holle, bei zwei zueinander bewegten Systemen findest Du viele Punkte für die gilt t < t' und ebenso viele für die gilt t > t' und diese Unterscheidung reicht nicht aus um ein System eindeutig auszuzeichnen und zu sagen, ja das ist das wo die Zeit langsamer geht.
Genau das versuchst Du aber mit dem System in dem die Uhr C ruht.
Das ist der Weg ...