LET und RdG

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

LET und RdG

Beitragvon Sebastian Hauk » So 7. Feb 2010, 20:12

Hallo,

verkürzt sich die Materie bei der LET durch den Äther oder durch die RdG?

Sollte sich die Materie bei der LET auch durch die RdG verkürzen, weil die RdG von Poincare stammt, dann würde ein Gittermodell doch sehr große Probleme mit sich bringen.
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Re: LET und RdG

Beitragvon Harald Maurer » Mo 8. Feb 2010, 00:07

Sebastian Hauk hat geschrieben:verkürzt sich die Materie bei der LET durch den Äther oder durch die RdG?

Sollte sich die Materie bei der LET auch durch die RdG verkürzen, weil die RdG von Poincare stammt, dann würde ein Gittermodell doch sehr große Probleme mit sich bringen.

Also nochmal: es verkürzt sich in der SRT keine Materie, sondern sie wird aufgrund der RdG verkürzt GEMESSEN. In der LET ist eine Verkürzung tatsächlich angenommen und zwar aufgrund der Bewegung durch den Äther. Hier gibt es keine RdG im Einsteinschen Sinn. Ein Gittermodell (Günther, Matrix etc.) kann die relativistischen Effekte im Sinne von Lorentz gut erklären, wird aber in der SRT ebenso wenig benötigt wie ein Äther oder sonst irgendeine Struktur. Im Gegensatz zur LET liefert die SRT keinerlei kausale Ursachen für die Effekte, sondern diese folgen einfach aus den Postulaten.

Viele Physiker, die sich als Lorentzianer outen, glauben aber nicht an eine materielle Kontraktion (ich auch nicht), sondern nehmen lediglich den Einfluss des Äthers (oder sonst einer Trägersubstanz) auf das Tempo physikalischer Prozesse an - also auch auf den Gang von Uhren. Das reicht dann aus, wenn man die Formeln ein wenig modifiziert. Es steht also nicht die Original-LET zur Debatte, sondern eine modernere Variante. Gittermodelle und Versuche mit Solitonen passen sehr gut zu diesen neueren Anschauungen.

Grüße
Harald Maurer
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Re: LET und RdG

Beitragvon Sebastian Hauk » Mo 8. Feb 2010, 06:12

Hallo Harald Maurer,,

In der LET ist eine Verkürzung tatsächlich angenommen und zwar aufgrund der Bewegung durch den Äther. Hier gibt es keine RdG im Einsteinschen Sinn.


ohne RdG lässt sich aber nicht das RP einhalten. Das schafft doch nur die RdG.

Gruß

Sebastian
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Re: LET und RdG

Beitragvon Harald Maurer » Mo 8. Feb 2010, 09:08

Sebastian Hauk hat geschrieben:ohne RdG lässt sich aber nicht das RP einhalten. Das schafft doch nur die RdG.

In der LET ist die Lichtgeschwindigkeit nur zum Äther bezogen konstant. Deshalb ist das Relativitätsprinzip von vornherein verletzt. Lorentz rettet das RP mit Einführung der Ortszeit. Damit wird das Relativitätsprinzip nur scheinbar eingehalten, d.h. der Beobachter ist wegen LK und ZD nicht in der Lage, seinen Bewegungszustand festzustellen. Siehe dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Lorentzsche_%C3%84thertheorie.

Grüße
Harald Maurer
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Re: LET und RdG

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mo 8. Feb 2010, 09:51

Sebastian Hauk hat geschrieben:
ohne RdG lässt sich aber nicht das RP einhalten. Das schafft doch nur die RdG.



Hier möchte ich wieder auf wichtige Überlegungen erinnern, die ich in diesem Blog-Beitrag laienhaft versucht habe darzulegen: Das Relativitätsprinzip ist ein Gesetz der Kinematik und muss nicht in der Dynamik gültig sein! G.O. Mueller erklärt es fachlicher und ausführlicher in seiner Dokumentation, siehe:

Albert Einstein entwickelt die Effekte der Längenkontraktion und Zeitdilatation allein in seiner Kinematik (Phoronomie; Bewegungslehre), ohne Berücksichtigung der Dynamik (Kräftelehre)


Zitat G.O. Mueller:

Q: Methodik / Fehler Nr. 4

Die Kinematik behandelt alle Bewegungen grundsätzlich ohne Rücksicht auf die ihnen zugrunde liegenden Kraftwirkungen. Daher sind Folgerungen aus der Kinematik nicht automatisch und nicht ohne weitere Prüfung in der physikalischen Wirklichkeit gültig. Eine rein kinematische Betrachtung ohne die Berücksichtigung der wirkenden Kräfte kann daher keine Erkenntnisse über reale physikalische Vorgänge liefern. Diese methodische Begrenzung der Kinematik gilt in der Physik generell.

Albert Einstein hat bei der Aufstellung der SRT 1905 diese methodische Begrenzung der Kinematik nicht beachtet und daher in der reinen Kinematik Behauptungen über physikalische Effekte aufgestellt, die in der Dynamik der Wirklichkeit nicht vorzufinden sind. Seine nicht zu verwirklichenden “Inertialsysteme” und die “Koordinatensysteme” ohne materielle und physikalische Eigenschaften führen zu falschen Aussagen und erlauben keine Rückschlüsse auf eine Wirklichkeit, die von Kraftwirkungen bestimmt ist. Daraus resultiert das Fehlen jeglicher empirischer Nachweise der angeblichen kinematischen Effekte.
[…]


Albert Einstein beschränkt sich also in seiner SRT darauf, ein rein kinematisches Prinzip zu postulieren, das Relativitätstprinzip, das aber schon zu seiner Zeit eine Binsenweisheit war (Galilei, und wohl vom Menschenverstand und Logik her viel früher) und der Erfahrung von jedermann entspricht, quasi eine Trivialität. Das ist alles. Schwache Leistung… :(

Aus diesem schon lange in der Physik weltbekannten kinematischen Prinzip folgert er ohne jegliche Begründungen dynamische Gesetzte, die er einem Kollegen (Lorentz) abgeschrieben hat. Äußerst schwache Leistung… :(

Wobei diese abgeschriebenen dynamischen Gesetze bei Einstein auch nur fiktive Meßeffekte sind und daher gar keine Wirkung in der Natur und keine Relevanz in der Physik haben. Katastrophale Leistung… :(

Siehe auch Galeczki und Marquardt, zitiert von G.O. Mueller, siehe Link oben:

Galeczki / Marquardt 1997 (S. 47): Kinematik ist “die Darstellung einer Bewegung ohne sich um deren physikalische Zusammenhänge zu kümmern. Für die kinematische Betrachtungsweise ist es völlig gleichgültig, ob sich die Erde um die Sonne bewegt … oder umgekehrt. Für den kinematischen Standpunkt sind daher nur relative Geschwindigkeiten wichtig. [...] Bekanntlich ist der kinematische Standpunkt als geozentrisches Weltbild aus religiösen Gründen mehr als 15 Jahrhunderte lang gegen das heliozentrische verteidigt worden. Die kinematische Denkweise kommt der ursprünglichen lokalen Sichtweise der Menschen sehr entgegen. Wichtig … ist … für die gesamte SRT die lokale beobachterbezogene Sicht der Naturbeschreibung. [...] Die geradlinig-gleichförmige Bewegung … wird … immer vorausgesetzt, um einen gedachten Vorgang möglichst einfach zu machen. Wie sie in der beobachteten Natur überhaupt zustande kommt, interessiert dabei kaum.” S. 48: “Die Kinematik ist der Tummelplatz wirklichkeitsferner Gedankenexperimente.


Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: LET und RdG

Beitragvon Sebastian Hauk » Mo 8. Feb 2010, 18:40

Hallo Harald Maurer,

Viele Physiker, die sich als Lorentzianer outen, glauben aber nicht an eine materielle Kontraktion (ich auch nicht), sondern nehmen lediglich


ich glaube an eine materielle Kontraktion. Das ist eine mechanische Theorie und hier sollte dann auch so etwas passieren.

Das reicht dann aus, wenn man die Formeln ein wenig modifiziert. Es steht also nicht die Original-LET zur Debatte, sondern eine modernere Variante. Gittermodelle und Versuche mit Solitonen passen sehr gut zu diesen neueren Anschauungen.


wie sieht denn genau diese modernere Variante aus? Oder was genau nimmst du eigentlich an? Das habe ich bisher noch nicht so richtig verstanden. Bei Dir gibt es keine materielle Kontraktion. Das ist so weit klar. Gibt es aber in Deiner Theorie die RdG oder so etwas ähnliches? Also wird einfach die Materie nur kürzer gemessen?

Gruß

Sebastian
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