Neutrinos schneller als Licht?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon Harald Maurer » Mo 11. Jun 2012, 11:03

Jocelyne Lopez hat geschrieben:- Wurde c=const bei der Synchronisation der Uhren gemäß SRT zugrunde gelegt?
oder
- Wurde c +/- v bei der Synchronisation der Uhren gemäß Sagnac-Effekt zugrunde gelegt?

Das spielt eigentlich keine Rolle. Der Sagnac-Effekt ist viel zu gering!
Während der Laufzeit der Neutrinos von Cern zum Gransasso (etwa 2,4 ms) würde sich das Ziel um rund 70 cm weiter bewegen und das ergäbe eine Verlängerung der Laufstrecke von etwa 400 nm oder eine größere Laufzeit um gerade mal 1-2 Femtosekunden (1 fs=0,000000000000001 s !). Das kann natürlich eine Laufzeitdifferenz von ca. 60 ns nicht erklären.
Ein falsch bemessenes Kabel müsste schon um mehr als 6 Meter zu lang sein, um die Differenz zu begründen. Und ein lockerer Stecker könnte überhaupt keine Wirkung haben, denn entweder gibt es Kontakt oder keinen... Das klingt also alles nicht sehr überzeugend.
Andere, ähnliche Experimente ergaben Geschwindigkeiten der Neutrinos "im Bereich der Lichtgeschwindigkeit". Sie sind also alle nicht genau genug, um festlegen zu können, ob sie Lichtgeschwindigkeit hatten oder knapp darunter oder darüber - wobei Lichtgeschwindigkeit lt. SRT schon nicht "erlaubt" wäre.
Interessanter im Zusammenhang mit dem Opera-Experiment sind aber die vielen Abhandlungen, Erklärungen und Theorien, die prompt von diversen Gelehrten publiziert wurden, um damit zu erklären, wieso die Neutrinos die SRT nicht widerlegen, wenn sie schneller wären als das Licht. Diese Leute sind die eigentlich Blamierten und haben damit demonstriert, wie stark das Verlangen in der science community verwurzelt ist, Einstein um jeden Preis zu bestätigen!
Dafür war die Methode, einen lockeren Stecker vorzufinden, wohl die einfachste Lösung... ;)

Grüße
Harald Maurer
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Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon HD116657 » Mo 11. Jun 2012, 11:21

Harald Maurer hat geschrieben:Während der Laufzeit der Neutrinos von Cern zum Gransasso (etwa 2,4 ms) würde sich das Ziel um rund 70 cm weiter bewegen und das ergäbe eine Verlängerung der Laufstrecke von etwa 400 nm oder eine größere Laufzeit um gerade mal 1-2 Femtosekunden (1 fs=0,000000000000001 s !). Das kann natürlich eine Laufzeitdifferenz von ca. 60 ns nicht erklären.

danke, so ist auch anschaulich

Harald Maurer hat geschrieben:Und ein lockerer Stecker könnte überhaupt keine Wirkung haben, denn entweder gibt es Kontakt oder keinen... Das klingt also alles nicht sehr überzeugend.

so wurde ja nicht erklärt

Harald Maurer hat geschrieben:Andere, ähnliche Experimente ergaben Geschwindigkeiten der Neutrinos "im Bereich der Lichtgeschwindigkeit". Sie sind also alle nicht genau genug, um festlegen zu können, ob sie Lichtgeschwindigkeit hatten oder knapp darunter oder darüber - wobei Lichtgeschwindigkeit lt. SRT schon nicht "erlaubt" wäre.

wenn genauer, dann wieder Befund und keine Erklärung

Harald Maurer hat geschrieben:Interessanter im Zusammenhang mit dem Opera-Experiment sind aber die vielen Abhandlungen, Erklärungen und Theorien, die prompt von diversen Gelehrten publiziert wurden, um damit zu erklären, wieso die Neutrinos die SRT nicht widerlegen, wenn sie schneller wären als das Licht.

die waren ja nur ganz wenig schneller....... - so kleine Korrektur wahrscheinlicher als komplett neue Theorie

Harald Maurer hat geschrieben:Diese Leute sind die eigentlich Blamierten und haben damit demonstriert, wie stark das Verlangen in der science community verwurzelt ist, Einstein um jeden Preis zu bestätigen!

wenn Einstein falsch, dann komisch nur weniger als 1 Promille falsch

Harald Maurer hat geschrieben:Dafür war die Methode, einen lockeren Stecker vorzufinden, wohl die einfachste Lösung... ;)

mit festen Stecker langsamer als c; dann andere Experimente (Supernova Andromeda und Cohen-Glashow mit OPERA-Neutrinos) unter c
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Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon Kurt » Mo 11. Jun 2012, 16:09

Harald Maurer hat geschrieben:Und ein lockerer Stecker könnte überhaupt keine Wirkung haben, denn entweder gibt es Kontakt oder keinen... Das klingt also alles nicht sehr überzeugend.


Doch, kann er schon.
Und zwar dann wenn nicht der Signalnulldurchgang ausgewertet wird sondern die Signalhöhe. Denn dann spielt die Flankensteilheit, bzw. das Erreichen der Schwellenhöhe eine Rolle.
Im "Blog" habe ich diese Frage aufgeworfen, Antwort hats keine gegeben.


Gruss Kurt
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Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon HD116657 » Mo 11. Jun 2012, 17:09

Kurt hat geschrieben:Im "Blog" habe ich diese Frage aufgeworfen, Antwort hats keine gegeben.

wo?
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Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon Kurt » Mo 11. Jun 2012, 18:16

HD116657 hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Im "Blog" habe ich diese Frage aufgeworfen, Antwort hats keine gegeben.

wo?


Hier war mal ein kurzes Gespräch dazu.
http://www.relativ-kritisch.net/blog/kritiker/hypothesen-die-niemand-braucht-1-kurt-bindl/comment-page-18#comment-11543

Soweit ich mich erinnern kann hab ich dann später noch nachgefragt ob sich was ergeben hat.

Die Beantwortung dieser Frage würde viel Misstrauen und Unsicherheit aus der Welt schaffen.

Gruss Kurt
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Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon contravariant » Mo 11. Jun 2012, 18:31

http://profmattstrassler.com/articles-a ... ent-wrong/
http://profmattstrassler.files.wordpres ... rplug1.png

The reason an unscrewed fiber can cause a time delay is the following (and this was guessed almost precisely by Eric Shumard, one of the commenters on this site, shortly after OPERA’s problems became public.) It is shown in Figure 4. The timing system works by sending a laser pulse, of considerable length and high intensity, at prescribed intervals (once every thousandth of a second), down the fiber. The start of one of those pulses is shown in yellow at the top of Figure 4. That pulse then enters the box. Rapidly (but note Eric Shumard’s comment on this post), over about 100 nanoseconds, that pulse generates an electrical voltage (shown in blue) inside the box (I’m skipping some electronics details) and when the voltage reaches 5 Volts, it causes the Master Clock to register the timing pulse and fire off a signal (shown in pink-purple) to the rest of the OPERA experiment. But when the fiber isn’t screwed in right, an effect such as that shown at the bottom of Figure 4 results; not as much light as expected enters the box, and this slows the rate at which the electrical voltage builds up, delaying the point at which 5 Volts is reached, and therefore delaying the Master Clock timing pulse. The whole effect is several tens of nanoseconds, depending on how improperly the fiber is screwed in. This is the effect that generated OPERA’s apparently early neutrino arrivals.
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Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon Yukterez » Mo 11. Jun 2012, 19:25

Bild hat geschrieben:
contravariant hat geschrieben:...

Und das soll jemand glauben? :mrgreen:

Es ist nicht allzu schwer zu verstehen.
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Wenig glaubhaft

Beitragvon rmw » Mo 11. Jun 2012, 19:48

Yukterez hat geschrieben:Es ist nicht allzu schwer zu verstehen.

Aber wenig glaubhaft.
Bei all dem Aufwand den sie für diese Messungen betrieben haben ist dass ihnen nicht aufgefallen?
Und bei all den Übeprüfungen nachher, bevor sie an die Öffentlichkeit gegeangen sind auch nicht?
Klingt wirklich nur sehr wenig glaubhaft.
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Re: Wenig glaubhaft

Beitragvon contravariant » Mo 11. Jun 2012, 19:51

rmw hat geschrieben:Aber wenig glaubhaft.
Bei all dem Aufwand den sie für diese Messungen betrieben haben ist dass ihnen nicht aufgefallen?
Und bei all den Übeprüfungen nachher, bevor sie an die Öffentlichkeit gegeangen sind auch nicht?
Klingt wirklich nur sehr wenig glaubhaft.

Du glaubst denen also das ursprüngliche Ergebnis, aber die Korrektur nicht. Komisch oder? Weil die SRT falsch ist, muss Alles richtig sein, dass die SRT widerlegt, oder wie soll man das verstehen?
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Re: Neutrinos schneller als Licht?

Beitragvon Kurt » Mo 11. Jun 2012, 19:53

Yukterez hat geschrieben:Es ist nicht allzu schwer zu verstehen.


Und es wäre auch nicht zuviel verlangt vorher zu klären ob es nicht besser wäre für eine "zuverlässige" Signalübermittlung ein Coaxkabel zu verwenden.
Denn da könnte eine Frequenz, z.B. die 1 Mhz, direkt übertragen werden.
Wenn die Auswertung im Nulldurchgang erfolgt dann spielt die Signalhöhe, also solche Fehler, keine Rolle.

Wenn die -ich- Fraktion da was zu sagen hätte dann wären sowohl eine Glaspfaser als auch ein Coaxkabel da in die Box rein/rausgegangen.
Denn dann kann direkt (und automatisch) überprüft werden ob irgendeine Leitung/Elektronische Schaltung fehlerhaft überträgt oder nicht.

Das sie da -sparen mussten- kann ich mir nicht vorstellen.


Gruss Kurt

PS:
Es gibt schon einen Grund warum ev. lieber Glas verwendet wurde.
Und zwar die Überspannungsproblematik.
Diese ist aber mit dem nötigem Grundwissen relativ leicht und mit geringem Aufwand zu erschlagen.
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