Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Trigemina » Do 27. Sep 2012, 21:55

Harald Maurer hat geschrieben:Die Vermischung der Bezugssysteme findet in der SRT schon bei der Herleitung der RdG statt - wie schon mehrfach von mir beschrieben!


Die RdG ist eine Folge der LT. Ein gleichzeitiges Ereignis in A tritt in B ungleichzeitig auf. Aber was hat das mit der Uhr zu tun, die die Lichtlaufzeit von einer Sekunde misst? Die Orts-/Zeitkoordinaten sind darin fix und unterliegen keinerlei Einfluss von dazu bewegten Bezugssystemen. Start z.B. bei (x0=0,t0=0), Ziel bei (x1=1,t1=1).

Mit der LT werden nun die Orts-/Zeitkoordinaten in ein anderes Bezugssystem transformiert, woraus sich die Strecken- und Zeitdifferenzen zur zurückgelegten Strecke und Zeit berechnen lassen.

Nach Deiner Logik, worin der Bewegungszustand von B einen Einfluss auf die Parameter von A haben soll, müsste man sich die Frage stellen, um wieviel die Uhr in A früher gestoppt würde, wenn mehrere unterschiedlich dazu bewegte Bezugssysteme vorlägen?

Dem Experiment mit dem Lichtstrahl und der Uhr in A ist es ziemlich egal, aus wievielen Bezugssystemen und mit welchem Bewegungszustand auch immer sie beobachtet werden. Sie startet bei Null und stoppt bei Eins! Die SRT mag mit ihren beiden Postulaten und deren Konsequenzen den gesunden Menschenverstand strapazieren, aber die Magie von Einflussnahme durch blosse Beobachtung ist nicht ihr Ding!

Gruss
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Fr 28. Sep 2012, 00:43

Trigemina hat geschrieben:Die RdG ist eine Folge der LT

Ach so, die relativistischen Effekte sind die Folge einer Koordinatentransformation! Na, wunderbar, dann wenden wir die LT einfach nicht an und die Effekte bleiben folglich aus!
Trigemina hat geschrieben:Nach Deiner Logik, worin der Bewegungszustand von B einen Einfluss auf die Parameter von A haben soll, müsste man sich die Frage stellen, um wieviel die Uhr in A früher gestoppt würde, wenn mehrere unterschiedlich dazu bewegte Bezugssysteme vorlägen?

Ja, die Frage müsste man sich tatsächlich stellen, aber zum Glück sind die ganzen Effekte nur die Folge einer bestimmten Koordinatentransformation. Man wendet einfach eine andere Transformation an und die Folgen sind dann einfach auch anders, nicht wahr?
Ist die Folge des Bewegungszustandes von B jene, dass synchron laufende Uhren in A nun zu asynchron laufenden in B werden, was ja ziemlich lästig sein kann, dann sollte man die LT wohlweislich vermeiden! Mit der GT bleiben die Uhren nämlich in beiden Systemen synchron - ist doch viel praktischer, oder nicht?
Liebe Trigemina, die LT zieht keine Folgen nach sich, sondern versucht bei der Transformation von einem Bezugssystem zum anderen einem Naturphänomen gerecht zu werden, von welchem man meint, dass es tatsächlich existiert: c=const in allen IS. Das Postulat ist keine Folge der LT, auch die RdG ist keine Folge der LT und LK und ZD auch nicht, das alles soll naturgegeben vorliegen und die LT berücksichtigt das bei der Transformation. Sind Relativisten wirklich schon so abgehoben, dass sie glauben, mathematische Formeln erschaffen die Wirklichkeit?
Und Uhren im Ruhesystem A werden nicht bloß wegen einer "Betrachtung" aus dem bewegten System B asynchron, sondern deshalb, weil sie wegen des Postulats in B zu anderen Zeitpunkten gestartet werden als in A. Und wenn sie zu anderen Zeitpunkten gestartet werden können, dann können sie auch zu anderen Zeitpunkten gestoppt werden, und auch das ist keine Folge der LT, sondern eine Folge des zauberhaften Umstands, dass ein und derselbe Lichtstrahl in beiden Systemen konstant c beibehält. Das ist angeblich von Natur aus so - und die LT berechnet diese anderen Zeiten in B, die auch keine Folge der LT sind, sondern wegen des Postulats tatsächlich vorliegen müssten. Die LT ist daher eine Folge des Postulats. Und die RdG ist ebenfalls eine Folge des Postulats, nach welchem das Licht auf die Uhren bezugssystemabhängig sowohl gleichzeitig als auch ungleichzeitig einwirkt und sie sowohl gleichzeitig startet oder stoppt als auch ungleichzeitig startet oder stoppt. Und da diese unterschiedliche Einwirkung des Lichts eben von relativ bewegten Inertialsystemen und ihrem postulatsgehorsamen Licht darin abhängt, kann man nur wirklich hoffen, dass nicht unterschiedlich bewegte Inertialsysteme vorliegen, wenn man versucht, eine Messung mittels Licht durchzuführen!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon julian apostata » Fr 28. Sep 2012, 05:21

Highway hat geschrieben:Du bist ein Maulheld. Du verstehst ja dein eigenes Diagramm nicht. :roll:
...
Ich glaube du bist auch ein Top-Kandidat für meine persönliche Hall of Idiots. :idea:


Das war ja auch klar, dass so eine Reaktion kommen musste. Mal abgesehen davon, dass das nicht mein eigenes Diagramm ist, kann er anhand dessen natürlich auch nicht den Lichtlauf nach seiner Berechnungsmethode vorführen (er würde sich ja noch lächerlicher machen, als er eh schon wirkt), also übernehm ich das mal für ihn.

Bild

System B, welches sich mit 0,6*c nach rechts bewegt hält er an, trotzdem behält er dessen Längenkontraktion und Zeitgefälle bei.

Wenn also in A das Licht von 0 bis 300 Meter rast, ist es in B von 0 bis 375 Meter gelangt, allerdings in der Zeit zurück gereist bis t’=-0,75us.

Mit anderen Worten: “Highways Licht” bewegt sich innerhalb von 0,75us von 375 Meter zurück auf 0 Meter, was dann tatsächlich eine Geschwindigkeit von -c²/v =(-5/3)*c ergäbe.

Meine Berechnungsmethode geht so: Ich halte B nicht an (im Gegensatz zu Highway)!

Um von 0 zu x’=375 Meter zu gelangen braucht das Licht aber 2,5 us nach A-Zeit

(c=300Meter/us; v_B=180Meter/us)

In der Zeit ist die Uhr bei x’=375 Meter aber um 2,5us * 0,8=2us vor gerückt und zeigt nun 1,25 us an.

Und 375Meter/1,25us=c

c bleibt erhalten in B, nur dass dort das Photon nur halb so lang lebt, wie in A.

Harald hat das schon richtig erkannt, nur verwendet er dies als Argument gegen die SRT.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon julian apostata » Fr 28. Sep 2012, 07:08

Wir können die Sache auch von B aus betrachten.

Bild

Jetzt bewegt sich nämlich A mit 0,6*c von links nach rechts. Das Photon, was von rechts nach links fliegt ist nun schon (weil A entgegen kommt) nach t’=0,625us bei x=375 Meter angelangt.

In A verstreicht währenddessen die Zeit 0,625us*0,8=0,5us. Diese Zeit zu der zugehörigen Uhrzeit bei x=375 Meter hinzu addiert ergibt nun t=1,25us.

(375Meter/1,25us=c)

Das Photon lebt in A doppelt so lang wie in B, die Konstanz von c ist jedoch gewährleistet.

Das Alles checkt Highway nicht.

Bild

Seine Müllgrafik braucht man noch nicht mal aus dem Grunde zu betrachten, weil er weder für System A noch für System B Koordinaten angibt, die irgendetwas mit Lichtlauf zu tun hätten.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon fb557ec2107eb1d6 » Fr 28. Sep 2012, 07:44

Harald Maurer hat geschrieben:
Trigemina hat geschrieben:Die RdG ist eine Folge der LT

Ach so, die relativistischen Effekte sind die Folge einer Koordinatentransformation! Na, wunderbar, dann wenden wir die LT einfach nicht an und die Effekte bleiben folglich aus!

Die Relativität der Gleichzeitigkeit ist eine Folge der vereinbarten Uhrensynchronisation, also eine Frage der Konvention und kein physikalischer Effekt. Die LT setzt zwei Verfahren der Uhrensynchronisation voraus, die völlig äquivalent sind:

  1. Synchronisation mittels langsamen Uhrentransports
  2. Synchronisation mittels Lichtsignalen (oder allgemeiner mittels EM-Wellen)

Werden diese beiden Uhrensynchronisationsverfahren angewendet, gilt die LT und es gibt eine RdG. Verwendet man statt der beiden genannten Verfahren zum Beispiel das Synchronisationsverfahren von Franco Selleri, gibt es keine RdG.

Die Zeitdilatation und die Längenkontraktion sind physikalische Effekt und werden durch die Art der Uhrensynchronisation nicht beeinflusst.

Trigemina hat als völlig recht. Die RdG ist eine Folge der LT und diese beruht auf den durch Konvention festgelegten Verfahren zur Synchronisation von Uhren.
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"Paradoxon"

Beitragvon rmw » Fr 28. Sep 2012, 09:16

Harald Maurer hat geschrieben:Die Vermischung der Bezugssysteme findet in der SRT schon bei der Herleitung der RdG statt...

Im Grunde genommen reicht eigentlich schon die sogenannte "Invarinaz" der Lichtgeschwindigkeit. Den daraus folgt ja bereits dass im System des Experiments die Uhren gleichzeitig stehen bleiben müssen, aus dem anderen System betrachtet aber zu unterschiedlichen Zeiten. Das ist nicht möglich, das reicht daher auch.

Du hast also ein neues "Paradoxon" aufgezeigt, oder richtiger gesagt, du hast wieder einmal gezeigt was für einen offensichtlichen Unsinn die SRT darstellt.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Trigemina » Fr 28. Sep 2012, 12:47

Harald Maurer hat geschrieben:Und Uhren im Ruhesystem A werden nicht bloß wegen einer "Betrachtung" aus dem bewegten System B asynchron, sondern deshalb, weil sie wegen des Postulats in B zu anderen Zeitpunkten gestartet werden als in A.


Die Uhren in A bleiben synchron und werden niemals asynchron in ihrem Ruhesystem. Eine zu Beginn mit A synchronisierte Uhr im gemeinsamen Koordinatenursprung in B läuft dagegen asynchron auseinander. Die LT erschafft keine neuen physikalischen Realitäten, sondern beschreibt die Vorgänge aus einem anderen Bezugssystem.

Das gilt auch für die Lichtlaufzeit von einer Sekunde in A. Wer oder was sollte denn die Uhr in A früher stoppen als der im Bezugssystem von A ausgesandte Lichtstrahl, der nach dem Zurücklegen der Strecke von einer Lichtsekunde auf die Uhr trifft und diese stoppt? Etwa irgendwelche Beobachter in B,C,D,E... und falls ja, welcher von ihnen?

Gruss
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Fr 28. Sep 2012, 15:53

Trigemina hat geschrieben:Wer oder was sollte denn die Uhr in A früher stoppen als der im Bezugssystem von A ausgesandte Lichtstrahl, der nach dem Zurücklegen der Strecke von einer Lichtsekunde auf die Uhr trifft und diese stoppt?

Der nämliche Lichtstrahl natürlich, der schon nach 0,577 s auf die Uhr trifft, weil er im bewegten System ebenfalls die Geschwindigkeit c hat! In diesem System läuft die Uhr ja dem Lichtstrahl entgegen und er legt hier demnach nur eine Strecke von 0,577 LS zurück! Der Unterschied zur GT besteht nur darin, dass die LG im System B nicht zu c-v transformieren darf, um die Uhr in beiden Systemen gleichzeitig zu erreichen. Besteht nur dieser Unterschied zur LT, kann das nur eine konkret frühere Ankunft des Lichts an der Uhr bedeuten. Das Licht läuft in beiden Bezugssystemen und die Uhr wird nicht unterscheiden, welchem Koordinatensystem sie zu gehorchen hat! Die räumliche Situation lt. LT unterscheidet sich von der GT ja nur durch die LK!
Das frühere Eintreffen des Lichts an der Uhr im System B soll ja der Grund dafür sein, dass synchrone Uhren des Systems A im System B nicht synchron sind! Trifft nun der Lichtstrahl - weil c-v verboten ist - früher ein oder nicht? Die Lichtlaufdauer beginnt ja in beiden Systemen bei t=t'=0 - und ist eine Laufzeit von 0,577 s kürzer als 1 s oder nicht? Die Zeit unterscheidet sich in den beiden Systemen nur durch die ZD - das ist zu wenig, um die Differenz von 0,5 s einer Zeitanzeige zu erklären. Und die Bezugsysteme überlagern sich doch am gleichen Lichtstrahl. Kommt der Lichtstrahl früher an, dann beträgt die LG im System B laut Postulat c - aber die Uhr wird dann eben getroffen und bleibt im System A nach 0,5 s stehen; kommt der Lichtstrahl nicht früher an, kann er im System B nicht c beibehalten haben und dann gilt die GT.
Man kann aus einem Ereignis nicht zwei Ereignisse machen und sie jeweils dem entsprechenden Bezugssystem zuordnen. Da gibt es eine Uhr und einen Lichtstrahl der sie trifft und anhält - und dieses Ereignis wird aus den Bezugssystemen beschrieben. Die Beschreibung mit der LT erzeugt einen Widerspruch und die Beschreibung mit der GT keinen... Entweder versteht man das - oder man will oder kann es nicht verstehen.

Grüße
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Fr 28. Sep 2012, 16:17

Ach so, die relativistischen Effekte sind die Folge einer Koordinatentransformation! Na, wunderbar, dann wenden wir die LT einfach nicht an und die Effekte bleiben folglich aus!

Ja klar, wende die GT an und es gibt keine RdG.
Die SRT postuliert nun aber mal die Invarianz von c. Die Folge davon ist die LT. Die Folge davon ist die RdG.
Die Folge davon ist, daß die Start- und Zielzeit im System A eine andere ist, als im System B. Die Folge ist, daß man die Zeit im System B mit anderen Uhren mißt als im System A.
Und schon löst sich dein Widerspruch innerhalb der SRT in Wohlgefallen auf.

Harald Maurer hat geschrieben:Da gibt es eine Uhr und einen Lichtstrahl der sie trifft und anhält - und dieses Ereignis wird aus den Bezugssystemen beschrieben.

Das Ereignis wird in A mit einer Ankunftszeit bei 1s beschrieben und in B mit einer Ankunftszeit bei 0,557s. Diese Zeiten mißt man in A mit einer dort die richtige Ortszeit messenden Uhr und in B wiederum mit einer dort die richtige (andere als in A) Ortszeit messenden Uhr.

Bei Verwendung einer einzigen physischen Uhr:
In A läuft der Uhrzeiger von der Ziffer 0 auf 1, was in A gleichzeitig der in A gültigen Zeit 0s nund 1s entspricht. Der Uhrzeiger läuft auch in B von der Ziffer 0 auf 1. In B entspricht die Zeigeranzeige aber nicht der in B gültigen Zeit. Die Zeigerstellung 0 entspricht hier einem Zeitpunkt -0,557s und die Zeigerstellung 1 entspricht hier einem Zeitpunkt +0,557s.

Alles schon mehrfach geklärt.
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Zuletzt geändert von Ernst am Fr 28. Sep 2012, 19:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Kurt » Fr 28. Sep 2012, 18:07

Ernst hat geschrieben:Die SRT postuliert nun aber mal die Invarianz von c. Die Folge davon ist die LT. Die Folge davon ist die RdG.


Da die Invarianz von Licht nicht existiert sind alle auf dieser Annahme getroffenen Behauptungen Nonsens und haben mit den Vorgängen in der Natur nichts zu tun.


Gruss Kurt
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