julian apostata hat geschrieben:Regel 3”: gegenüberliegende Uhren “müssen” derart zeitversetzt ticken, so dass in beiden Systemen ein konstantes c gemessen wird.
Natürlich kann man alle möglichen Regeln aufstellen und sie mathematisch anwenden, ohne sich zu fragen, ob es physikalisch überhaupt möglich ist, in jedem IS ein konstantes c zu messen, wenn sich die Koordinatensysteme überlagern und in beiden Systemen dasselbe Licht gemessen werden soll. Dass dies nicht möglich ist, wenn das Postulat real wäre und die eingesetzte Uhren daher schiziode Eigenschaften haben müssten, habe ich in meinem Szenario mit der Uhr demonstriert.
Dieses Szenario ist nichts anderes als die Umkehrung des vielbeschriebenen Synchronisationsvorgangs zwischen 2 Inertialsystemen. Wikipedia beschreibt diesen Vorgang, welcher dazu führt, dass im Ruhesystem S synchronisierte Uhren im relativ bewegten IS S' sich als asynchron ergeben, hier
http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitdilatationfolgendermaßen:
Es wird zuerst vorausgesetzt, dass zwei Uhren A und B im System S synchron sind...
"...was jedoch aufgrund der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit in allen Inertialsystem nur in S der Fall ist. In S’ schlägt die Synchronisierung von A und B fehl – weil die Uhren sich hier in negativer x-Richtung bewegen und B dem Zeitsignal entgegenkommt, während A diesem davon läuft. B wird also zuerst vom Signal erfasst und beginnt gemäß einem durch die Lorentz-Transformation zu ermittelnden Wert früher als A zu laufen." Ende des ZitatsMan beachte, dass die Uhr B des Systems S
früher zu laufen beginnt, weil sie vom Signal des in S' konstanten Lichts
früher erfasst wird! Das Licht soll sich zwar in beiden Systemen auswirken - aber dies aufgrund des Postulats unterschiedlich. Im System S führt das Signal zur Synchronizität der Uhren, im System S' führt das gleiche Signal zur Asynchronizität, weil die Uhr B hier
früher (weil hier c=const!) vom Signal erfasst wird. Was bedeutet dieses "Früher-erfasst-werden"? Früher als was? Früher als die Uhr A, schreibt Wiki. Die Uhr A ist im System S praktisch die Referenzuhr, befindlich im Koordinatenursprung, sie zeigt ebenso wie die hier synchrone Uhr B die Zeit des ruhenden Systems S an. Startet nun die Uhr B aufgrund des Signals im System S' früher, dann startet sie praktisch früher als sie selbst in S - oder früher im Vergleich zur Eigenzeit des ruhenden Systems S !
Dass dieses Synchronisationsszenario bereits absurd ist, weil die Uhr B praktisch mit zwei Identitäten gestartet wird, nämlich einmal synchron mit der Uhr A und das andere Mal asynchron mit dieser, weil auch früher als sie selbst in S, obwohl sie nur einmal vom Lichtsignal erfasst werden kann, fällt auf den ersten Blick nicht so auf, wenn die Uhr jeweils mit "0" startet und die Zeitpunkte des Starts selbst nicht festhält. Wem diese Situation also nicht absurd genug ist, muss den Spieß umdrehen, die Uhren A und B in S bereits synchron laufen lassen und die Uhr B mit dem Signal von S' anhalten. Dann wird deutlich, dass die Uhr B auch im System S früher durch das Signal, das in Bezug zum bewegten System S' konstant geblieben ist, stehen bleiben müsste! Denn die Systeme sind zueinander ja nicht abgeschirmt und man kann einen Lichtstrahl nicht in zwei Strahlen trennen, deren einer zu S und der andere zu S' gehört! Und würde der Strahl nur in S' wirksam sein, dann könnte er die Uhr B in S nicht starten (oder anhalten), wie dies aber zur Erklärung der RdG vorausgesetzt werden muss.
Die RdG ist ein wichtiges Konzept der SRT, weil viele Paradoxa nur mittels der RdG aufgelöst werden können. Leider steht aber schon die RdG auf dem Boden einer unsinnigen und absurden Uhrensynchronisation, nämlich jener, dass der Uhr B in S das Licht von S', das sie
früher erfasst, im eigenen System S egal bleiben soll, wogegen sie in S' darauf reagieren muss. Das Licht wird aber in beiden
überlagerten Systemen alle Raumpunkte durchschreiten und macht das natürlich lückenlos. Es ist daher nicht möglich, dass das in beiden Systemen befindliche Licht sich in seiner Wirksamkeit unterschiedlich an (grundsätzlich gedachten!) Koordinaten orientiert.
Die SRT ist daher nur ein mathematisches Konstrukt ohne physikalischen Hintergrund, wurzelnd in einer Synchronisationsmethode, die bei Anwesenheit anderer Inertialsysteme gar nicht funktionieren könnte - weil dieses "Früher-erfasst-werden" der Uhr B sich auf die Zeit im ruhenden System S bezieht ("früher als die Uhr A") und sich nur ein einziger Lichtstrahl in beiden Systemen befindet! Man kann die beiden überlagerten Systeme daher nicht voneinander getrennt betrachten - und die Synchronisation müsste daher auch schon im System S misslingen! Der springende Punkt ist, dass es sich bei den unterschiedlichen Zeitpunkten der Signalankunft bei der Uhr B tatsächlich um unterschiedliche Zeitpunkte handelt und nicht etwa ein und derselbe Zeitpunkt lediglich durch unterschiedliche Zeitanzeigen markiert wird. Denn just diese Synchronisation unter Annahme des Postulats muss ja der Grund dafür sein, dass die Uhr B zu einem anderen Zeitpunkt vom Signal getroffen wird und sich daraus ein veränderter Zeitverlauf in S' ergibt. Dieser sollte von Uhren im System S' angezeigt werden, die aber selbst nur aufgrund desselben Synchronisationsvorgangs diese anderen Zeiten anzeigen könnten. Hier steckt also eine petitio prinzipii und die Katze beißt sich in den Schwanz, denn der andere Zeitverlauf im System S' fällt ja nicht einfach vom Himmel, sondern müsste bereits eine Folge dieser seltsamen Synchronisation sein. D.h. das System S' kann nicht von vornherein Uhren mit sich führen, die einen Zeiverlauf anzeigen, welcher justament zur gerade gegebenen Relativgeschwindigkeit und daraus resultierenden RdG passt. Das hier vorgebrachte Argument, die Uhr B müsse die unterschiedlichen Zeiten ja nicht gleichzeitig anzeigen, aber eine Uhr in S' würde es tun, ist daher Unsinn, denn woher sollte eine Uhr in S' ihre Zeit nehmen, wenn nicht auch durch denselben Synchronisationsvorgang bezogen auf die gerade vorliegende Relativgeschwindigkeit? Es wäre also immer eine Uhr vonnöten, die in der Lage wäre, die unterschiedlichen Zeitpunkte in beiden Systemen anzuzeigen, um damit den Zeitverlauf im bewegten System S' quantitativ festzulegen. Und das ist natürlich unmöglich.
Damit falsifiziert sich die SRT bereits von selbst.
Grüße
Harald Maurer