Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re:

Beitragvon Ernst » Di 24. Apr 2012, 21:05

Yukterez hat geschrieben:Symmetrie im Sinn von Teil und gegenteil war gemeint. Die Fragen nach dem warum und nach dem woher hat man nicht nur beim Urknall, bei einem ewigen und unendlichen Universum stellen sich die gleichen Fragen erst recht !

Nein. Für etwas, was ewig existiert, steht die Frage nach dem Woher im Sinne von Seitwann nicht. Der unendliche Raum war einfach schon immer da und wird immer da sein. Und sein Inhalt hat sich in der unendlichen Vergangenheit stets verändert und wird sich weiterhin ewig ändern.

Die Frage Warum ist in diesem Zusammenhang müßig. Es ist eben so: Das unendliche All existiert in unendlicher Zeit.
Die Frage wäre ebenso sinnlos wie : Warum ist der Kreis rund?

Bei einem Anfang ala Urknall aber steht die rationale Frage nach dem Vorher, der Ursache und der Auslösung. Das sind exakte physikalische Fragestellungen. Daß just zu diesem Zeitpunkt die Explosion erfolgte, muß eine Vorgeschichte und eine auslösende Ursache haben. Sonst ist das alles nur Phantastik.
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Re: Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Beitragvon Harald Maurer » Di 24. Apr 2012, 21:36

Yukterez hat geschrieben:Symmetrie im Sinn von Teil und gegenteil war gemeint. Die Fragen nach dem warum und nach dem woher hat man nicht nur beim Urknall, bei einem ewigen und unendlichen Universum stellen sich die gleichen Fragen erst recht !

Diese Fragen stellen sich überhaupt nicht!
Ein Kollege fragte mich einmal: "Warum ist denn das Universum da?"
Ich antwortete: "Wenn es dich stört, so räume es halt weg!"
Er sah mich verwundert an und sagte: "Wohin sollte ich es denn tun?"
"Siehst du", erwiderte ich, "wenn es keinen Ort gibt, wo du es hintun könntest, dann gibt es auch keinen Ort, wo es herkommt! Und wenn es keine Ursache geben kann, damit es verschwindet, so gab es auch keine Ursache für seine Existenz!"

Raum und Zeit sind Dimensionen, die wir dem Universum zuschreiben. Aber dort wo keine Uhren laufen, gibt es auch keine Zeit, und dort wo keiner den Maßstab anlegt, gibt es auch keine Größe des Raums. Ohne die wertenden und messenden Tätigkeiten unserer Sinnesorgane und unseres Bewusstseins ist das Universum weder groß noch klein und ohne Vergangenheit und Zukunft, denn es existiert in einer ewigen Gegenwart. Ein Gegenteil dieser Existenz ist nicht möglich, denn ein Nichts kann nicht existieren! Existenz (lat. existentia – Bestehen, Dasein) bezeichnet stets das Dasein von Dingen, ein Nichts kann daher nicht da sein! Vor dem Universum nicht und nach ihm nicht, und es kann daher weder räumlich noch zeitlich einen Anfang und ein Ende haben!

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andersrum wird ein Schuh draus

Beitragvon Yukterez » Di 24. Apr 2012, 21:43

Ernst hat geschrieben:Die Frage Warum ist in diesem Zusammenhang müßig. Es ist eben so: Das unendliche All existiert in unendlicher Zeit.

Die Argumentationsweise kommt mir schon vom wem andern her bekannt vor /:

Ernst hat geschrieben:Die Frage wäre ebenso sinnlos wie : Warum ist der Kreis rund?

Der Kreis ist deshalb rund weil das geringste Oberfläche ist die er bei seinem Volumen hat - er möchte sozusagen die 0 erreichen (:

Ernst hat geschrieben:Bei einem Anfang ala Urknall aber steht die rationale Frage nach dem Vorher, der Ursache und der Auslösung.

Eben nicht, da es der Anfang der Zeit ist. Da gibt´s kein vorher, nur ein nacher, selbst wenn das hinter der 0 liegt ! Das Beispiel, dass es kein nördlicher als den Nordpol gibt, ist bekannt, du kommst wieder in den Süden, aber wenn du dich dem Norden ostwärts angehähert hast, geht´s dann südwärts wieder hinab. Die Oberfläche nimm in 4D und fertig.

Ernst hat geschrieben:Das sind exakte physikalische Fragestellungen. Daß just zu diesem Zeitpunkt die Explosion erfolgte, muß eine Vorgeschichte und eine auslösende Ursache haben. Sonst ist das alles nur Phantastik.

Den hat es mVn. in einem minimalen Symmetriebruch, der in Wahrheit gar keiner ist - es steht sich nur auf der einen Seite eine (-1) und auf der anderen ein Haufen (+0.8,+0.15,+0.05) gegenüber, insgesamt 0 aber schon zu weit auseinandergerechnet um gleich wieder zu annihilieren.
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nicht * Nichts = Möglichkeit für etwas

Beitragvon Yukterez » Di 24. Apr 2012, 21:47

Harald Maurer hat geschrieben:Diese Fragen stellen sich überhaupt nicht!
Ein Kollege fragte mich einmal: "Warum ist denn das Universum da?"
Ich antwortete: "Wenn es dich stört, so räume es halt weg!"
Er sah mich verwundert an und sagte: "Wohin sollte ich es denn tun?"
"Siehst du", erwiderte ich, "wenn es keinen Ort gibt, wo du es hintun könntest, dann gibt es auch keinen Ort, wo es herkommt! Und wenn es keine Ursache geben kann, damit es verschwindet, so gab es auch keine Ursache für seine Existenz!"

Tja dazu sag ich nur nochmal, dass offenbar die Abwesenheit eines Grundes der es am Entstehen hindert vermutlich schon Grund genug ist dass es entsteht (:
Der Moment wo nichts war hat in der Urknalltheorie nicht ewig lang existiert, sondern es ist der Nordpol der Zeit !

Harald Maurer hat geschrieben:Raum und Zeit sind Dimensionen, die wir dem Universum zuschreiben. Aber dort wo keine Uhren laufen, gibt es auch keine Zeit, und dort wo keiner den Maßstab anlegt, gibt es auch keine Größe des Raums. Ohne die wertenden und messenden Tätigkeiten unserer Sinnesorgane und unseres Bewusstseins ist das Universum weder groß noch klein und ohne Vergangenheit und Zukunft, denn es existiert in einer ewigen Gegenwart. Ein Gegenteil dieser Existenz ist nicht möglich, denn ein Nichts kann nicht existieren! Existenz (lat. existentia – Bestehen, Dasein) bezeichnet stets das Dasein von Dingen, ein Nichts kann daher nicht da sein! Vor dem Universum nicht und nach ihm nicht, und es kann daher weder räumlich noch zeitlich einen Anfang und ein Ende haben!

Eben das heisst doch, dass aus dem Nichts alles entsteht ! Ich meine aber, eine Balance muss da drin sein, die nenne ich die 0 in der Mitte. Wenn die nicht wäre, dann gäb´s keinen Anhaltspunkt, und damit keine Basis für irgendetwas das in diesem Universum existieren soll...

Ich halte das Universum für ein Kunstwerk, dass aus sich eigentlich annihilierenden Bestandteilen so gebaut ist, dass es stabil läuft und sich nicht selbst auslöscht. Dazu wird aber auch eine Menge "Nichts" benötigt um die Nullwerdung zu verhindern indem die Bestandteile wenn auch dynamisch interagierend doch soweit voneinander getrennt gehalten werden dass das Werk läuft.
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Re: Re:

Beitragvon contravariant » Di 24. Apr 2012, 22:05

Ernst hat geschrieben:Der unendliche Raum war einfach schon immer da und wird immer da sein. Und sein Inhalt hat sich in der unendlichen Vergangenheit stets verändert und wird sich weiterhin ewig ändern.

Die Frage Warum ist in diesem Zusammenhang müßig. Es ist eben so: Das unendliche All existiert in unendlicher Zeit.

Dieses Argument hat einen Haken. Angenommen, Raum und Zeit sind unendlich und das Universum ist isotrop, dann gäbe es keinen dunkelen Nachthimmel. In jeder beliebigen Richtung würde sich (sehr weit weg) ein Stern befinden. Und da das Licht von diesem Stern beliebig lange Zeit hatte zur Erde zu gelangen, wäre der Nachthimmel komplett erleuchtet. Das ist offensichtlich nicht der Fall. Das Universum ist also zumindest nicht isotrop. Das bedeutet aber auch, dass nach deiner Argumentation das Universum unendlich lange einfach nur leer gewesen ist. Und dann ganz plötzlich haben sich die Sterne gebildet, die wir sehen können. Das klingt auch nicht besonders logisch.
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die Blendung des Universums

Beitragvon Yukterez » Di 24. Apr 2012, 22:17

Eben, dazu bräuchte man dann wieder die Theorie von der Lichtermüdung damit man das auf 2.75°K bzw 400 Photonen pro cm³ runterbricht, das geht mit der Urknall sauber aber für den Steady State habe ich dazu noch keine Formel gesehen... Staub geht da nicht der würde sich bei unendlicher Energiemenge im Universum auch unendlich aufheizen denn ∞÷∞ könnte schnell ∞ ergeben... welche Unendlichkeit wäre denn die kleinere, und welche die grössere ? Die des Raumes, oder die der Energie bzw Materie ?
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Re: Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Beitragvon Harald Maurer » Di 24. Apr 2012, 22:54

Yukterez hat geschrieben:Tja dazu sag ich nur nochmal, dass offenbar die Abwesenheit eines Grundes der es am Entstehen hindert vermutlich schon Grund genug ist dass es entsteht

Nein, Grund genug, dass es existiert! Entstehen konnte es an keinem Ort und zu keiner Zeit!
Yukterez hat geschrieben:Der Moment wo nichts war hat in der Urknalltheorie nicht ewig lang existiert, sondern es ist der Nordpol der Zeit !

Der Nordpol ist ein beliebiger Punkt auf einer Kugel. Auf der Oberfläche einer Kugel ist ein Punkt an jedem beliebigen Ort in der Mitte!
Yukterez hat geschrieben:Eben das heisst doch, dass aus dem Nichts alles entsteht !

Aus dem Nichts kann nichts entstehen! Ein Nichts ist ohne ein Dasein nicht einmal definierbar! Ein Nichts ohne Universum ist daher nicht einmal Nichts und kann eigenständig nicht existieren. Dann war vor dem Urknall nicht einmal ein Nichts, aber dann konnte daraus auch weder Raum noch Zeit entstehen. Also woraus sollte das alles entstanden sein?
Yukterez hat geschrieben:Ich meine aber, eine Balance muss da drin sein, die nenne ich die 0 in der Mitte. Wenn die nicht wäre, dann gäb´s keinen Anhaltspunkt, und damit keine Basis für irgendetwas das in diesem Universum existieren soll...

Es gibt keine Größe im Universum mit einer Null in der Mitte. Alle Anhaltspunkte sind von uns willkürlich gesetzt!
contravariant hat geschrieben:Dieses Argument hat einen Haken. Angenommen, Raum und Zeit sind unendlich und das Universum ist isotrop, dann gäbe es keinen dunkelen Nachthimmel. In jeder beliebigen Richtung würde sich (sehr weit weg) ein Stern befinden. Und da das Licht von diesem Stern beliebig lange Zeit hatte zur Erde zu gelangen, wäre der Nachthimmel komplett erleuchtet. Das ist offensichtlich nicht der Fall. Das Universum ist also zumindest nicht isotrop. Das bedeutet aber auch, dass nach deiner Argumentation das Universum unendlich lange einfach nur leer gewesen ist. Und dann ganz plötzlich haben sich die Sterne gebildet, die wir sehen können. Das klingt auch nicht besonders logisch.

Ja, das Olberssche Paradoxon... Es hat einige Dinge übersehen. Erstens nimmt die Intensität des Lichts mit dem Quadrat der Entfernung ab. Die scheinbare Helligkeit eines Sterns unterscheidet sich daher von seiner absoluten Helligkeit und ist umso schwächer, je weiter er entfernt ist. Nur aus diesem Grund erfordert die Fotografie entfernter Galaxien sehr lange Belichtungszeiten. Unsere Augen können das nicht! Die Lichtintensität sehr weit entfernter Objekte geht daher gegen Null. Zweitens leuchten Sterne nicht ewig. Und drittens ist der Himmel gar nicht dunkel, denn da ist eine Menge Strahlung, die nur unser Auge nicht sieht. Viertens ist der Raum nicht leer, sondern auch von Dunkelwolken erfüllt, deren Anzahl ebenso mit der Entfernung ansteigt wie die Anzahl der hintereinander oder nebeneinander stehenden Sterne oder Galaxien. Es gibt also gar keinen Grund anzunehmen, dass der Nachthimmel taghell sein müsste. Jeder noch so helle Scheinwerfer wird zu einem kläglichen Fünkchen, wenn man sich weit von ihm entfernt, und irgendwo wird er gar nicht mehr zu sehen sein. Und da ändert sich auch nichts daran, wenn unsichtbare Scheinwerfer nebeneinander oder hintereinander stehen.
Also mit dem Olbersschen Paradoxon zu argumentieren, hat mit Logik auch nicht viel zu tun!

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Re: Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Beitragvon contravariant » Di 24. Apr 2012, 23:10

Harald Maurer hat geschrieben:Ja, das Olberssche Paradoxon... Es hat einige Dinge übersehen.[...]

Die Gültigkeit dieses Argumentes läuft auf eine Frage hinaus: Was ist unendlicher der Raum oder die Zeit? - Generell sollte man die Frage stellen, ob es sinnvoll ist mit unendlichen Größen zu hantieren. Das reicht ziemlich weit an die Grundlagen heran was Physik bzw. Messen ist. Messen ist der Vergleich mit einer Referenzgröße. Wenn ich nun aber eine "unendliche" Größe einführe, dann kann ich diese qua Definition niemals mit einer endlichen Referenzgröße vergleichen; ich kann sie also nicht messen. Oder mathematisch formuliert, "unendlich" ist keine Zahl, kann also auch nicht das Ergebnis eines Messprozesses sein.
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Re: Verbannung der Relativitätstheorie aus Forschung und Lehre

Beitragvon Harald Maurer » Di 24. Apr 2012, 23:30

Yukterez hat geschrieben:Eben, dazu bräuchte man dann wieder die Theorie von der Lichtermüdung damit man das auf 2.75°K bzw 400 Photonen pro cm³ runterbricht, das geht mit der Urknall sauber aber für den Steady State habe ich dazu noch keine Formel gesehen... Staub geht da nicht der würde sich bei unendlicher Energiemenge im Universum auch unendlich aufheizen denn ∞÷∞ könnte schnell ∞ ergeben... welche Unendlichkeit wäre denn die kleinere, und welche die grössere ? Die des Raumes, oder die der Energie bzw Materie ?

Die Lichtermüdung braucht man nicht. Jeder Stern strahlt eine endliche Menge an Energie ab, begrenzt durch seine Eigenschaften und Lebensdauer. Eigentlich strahlt er keine Energie ab, aber sagen wir mal so. Diese Energie verteilt sich sphärisch über das Weltall. Je weiter ein Beobachter von diesem Stern entfernt ist, umso weniger bekommt er von dieser Energie ab und das heißt eben auch, dass es eine Entfernung gibt, wo extrem wenig oder gar nichts mehr von dieser Energie übrig ist. Und das bedeutet weiters, dass es eine Entfernung gibt, aus welcher gar keine Energie mehr daher kommt. Da gibt es eben einen Horizont, wo auch die Summe von gar nichts eben gar nichts mehr ist! Und natürlich ist in Wahrheit das Universum nicht von Energie erfüllt, denn was soll denn Energie eigentlich sein? Gibt es die irgendwo zu kaufen? Es ist ein Wort mit sieben Buchstaben und drückt die Fähigkeit aus, Arbeit zu verrichten. Das ist kein Ding, das irgendwas erfüllen könnte. Diese Fähigkeit eines Sterns oder seiner Strahlung sinkt mit seiner Entfernung und wird irgendwo Null sein. Und die aller Sterne daneben und dahinter ebenso. Und wo Null neben Null und hinter Null steht, kommt auch nichts heran außer Null. Ab einem bestimmten Bereich summiert sich nichts mehr, es sei denn, man verpackt die Energie fein säuberlich und schickt sie mit der Post ;)

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der strahlende Himmel

Beitragvon Yukterez » Di 24. Apr 2012, 23:35

Ja aber man kann ja eine gewisse Sternendichte pro Kubikmegaparsec annehmen, auch die Lebensdauer des Sterns wird dann im Verhältnis zur Sternenentstehungsrate stehen müssen, wollen wir ein unendliches Universum wo nicht früher oder später nichts rauskommt. Ausserdem, wenn von der Strahlung nach einer gewissen Distanz nichts mehr überbleibt, dann haben wir das Nichts doch eh schon salonfähig gemacht (: Im Urgrund steht dann einfach weder das eine, noch das andere...
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