Kurt hat geschrieben:Jocelyne Lopez hat geschrieben:Du sollst Dir jetzt die 2. Messung vorstellen, für den Fall, wo ein fahrender Polizist mit eigenen 100 km/h relativ zur Straße dem Zielfahrzeug entgegen fährt. Das Zielfahrzeug wird also auf derselben Meßstrecke dem Beobachter schneller entgegen kommen als im 1. Fall, und zwar mit doppelter Relativgeschwindigkeit 200 km/h, einverstanden? Dies kann nur darauf zurückzuführen sein, dass die Lichtsignale zwischen Beobachter und Zielfahrzeug doppelt so schnell wie im ersten Fall dieselbe Strecke zurückgelegt haben (das ist c + v), wobei die Lichtlaufzeiten sich auf dieser Strecke im Vergleich zum ersten Fall entsprechend halbiert haben.
Also bei dieser wundersamen Geschindigkeitsverdopplung gehts schon sehr seltsam zu, oder meinst du nicht?
Nein, finde ich nicht seltsam, das ist eben c + v. Was ist dabei seltsam?
Natürlich bleibt c relativ zur Straße konstant mit 299 792 458 m/s (die Straße hat ja Geschwindigkeit v=0), aber relativ zum Beobachter gilt c + v. Was ist dabei seltsam?
Hier möchte ich auf die lustige Anekdote verweisen, worüber Peter Rösch im Kapitel "Das Phantom aus der Mathematik" aus seinem Buch berichtet hat:
[...]
“Mit welcher Geschwindigkeit nähern sich zwei aufeinanderzufliegende Lichtwellen gegenseitig an?“
[...]
Der befragte Max Born, Verfasser eines literarischen Klassikers der Einstein-Lehre, gab diese Antwort:
“Selbstverständlich mit 300.000 Kilometer pro Sekunde. Wer etwas von Physik, von der Relativitätstheorie, von Lorentz-Transformationen und Minkowski-Räumen weiß, für den versteht sich das von selbst.“
Da außerdem der Schöpfer einer relativistischen Lichtquantentheorie, der berühmte Paul Dirac, anwesend war, sah auch dieser sich mit der Frage konfrontiert.
“Selbstverständlich mit 600.000 Kilometer pro Sekunde”, war Diracs Antwort, “Aber das ist keine echte Geschwindigkeit, sondern das sind zwei addierte Geschwindigkeiten. Warum wollen Sie sich das mit den 300.000 Kilometern pro Sekunde so schwer machen?”
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
