Von Einsteins Anhängern wird meist nur von einem „Prinzip der
Konstanz der Lichtgeschwindigkeit" gesprochen, was physikalisch harmlos
klingt und daher von den Kritikern leider vielfach unbedenklich hingenommen
worden ist. Erst durch die Betonung des Beobachter Standpunktes
wird der innere Widerspruch leichter erkennbar.
Eine physikalische
Erscheinung, die allgemein als objektiv und sozusagen greifbar
angesehen wird, der Lichtstrahl, soll danach die merkwürdige Eigenschaft
besitzen, relativ zu allen Beobachtern, auch wenn sie sich in ganz entgegengesetzten
Richtungen gleichförmig bewegen, immer den gleichen
Wert zu ergeben. Der Sinn dieser ungeheuerlichen Behauptung läßt sich
leicht veranschaulichen.
Ein Wanderer wird einen Fluß so begleiten
können, daß der Fluß relativ zu ihm (wenigstens angenähert) in Ruhe
ist. Man versuche sich nun aber einen Fluß vorzustellen, der relativ zu
zwei in ganz verschiedenen Richtungen bewegten Wanderern ruht! Und
nun stelle man, sich eine große Menschenmenge vor, die am Ufer nach
allen Seiten hin gleichförmig durcheinander strömt, und dazu einen Fluß,
der relativ zu jedem einzelnen Menschen ruht! Dieses Beispiel scheint
mir klar zu beweisen, daß es sich bei Einsteins Postulat von der Konstanz
der Lichtgeschwindigkeit relativ zu beliebig gleichförmig bewegten Beobachtern
nicht um eine erlaubte Hypothese, sondern um eine vollständige
Begriffsanarchie handelt, die zur Erddrosselung aller Physik führen muß.Einstein leugnet den Gegensatz zwischen seiner Formulierung und dem
„gewöhnlichen gesunden Menschenverstände" sowie der üblichen Logik
auch gar nicht, behauptet aber, daß der Widerspruch bei Annahme einer
verwickelten Abhängigkeit der Zeit von der Beobachterbewegung verschwinden
würde.
Man hat diese angeblich äußerst „geistreiche" Idee
durch „Zwillinge deutlich zu machen gesucht, von denen der eine gleich
nach seiner Geburt auf eine Reise geschickt, als Schulknabe heimkehrt,
und seinen Bruder als Greis mit weißen Haaren wiederfindet, falls dieser
nicht gar schon gestorben ist. Welcher Unsinn bei der folgerichtigen
Weiterführung dieser Idee herauskommt, hat Gehrcke in seiner Schrift
„Die RTH, eine wissenschaftliche Massensuggestion"
in sehr humorvoller Weise durchgeführt. Da nach Einstein nämlich
jeder der beiden Zwillinge infolge der Relativität aller Bewegung sich
selbst für ruhend, seinen Bruder aber für bewegt hält, darf jeder den
anderen für jung geblieben, sich selbst aber für gealtert oder gar bereits
für—gestorben erklären. Gehrcke vergleicht die durch die RTH geschaffene
Situation mit derjenigen, die Andersen in seinem Märchen „Des Kaisers
neue Kleider" beschreibt, wo ein Gewand gewebt wird, das nur diejenigen
sehen können, die klug genug dazu sind, und wo schließlich alle
bewundernd und staunend vor den leeren Webstühlen stehen.