Danke Trigemina,
sehr gut formuliert und völlig zutreffend. Ich gestatte mir folgendes anzufügen:
Es gibt Gemeinsamkeiten und richtige Erkenntnisse auf denen man aufbauen könnte!
1. Ich behaupte man kann das Universum niemals verstehen, wenn man seinen Gesamtprozess in viele Einzelprozesse zerlegt und die dann versucht zusammenzufügen. Dieses Universum ist, so meine ich, nur als ein gigantisch grosser Gesamtprozess darstellbar in dem alles von allem abhängig ist. Nur wenn alle Erklärungen bzw. Deutungen zueinander passen und sich nicht widersprechen, können alle diese Teilprozesse zu einem physikalisch und logisch stimmigen Gesamtbild zusammengefügt werden. Dies ist ein ungeheuer schwieriges Vorhaben und auf keinem Fall für irgendeine Einzelperson möglich! In diesem Sinne halte ich es für sinnvoll nach Gemeinsamkeiten der Pro und Contra Seite zu suchen.
2. Eines der wichtigsten Argumente gegen die Urknalltheorie ist das Alter des Universums. Es soll nach der Pro-Seite ca. 15Milliarden Jahre betragen. Die Frage ist, ob die Berechnung auf der die Aussage dieses Alters basiert richtig ist? Sie basiert ja auf einer rein radialen Expansion mit c! Woher nehmen die Vertreter der etablierten Physik die Gewissheit, dass dem wirklich so ist bzw. womit können sie diese Annahme begründen? Nach meiner Kenntnis mit gar nichts! Ein ganz anders Bild würde sich ergeben, wenn man davon ausgeht das die Expansion auf Geodäten erfolgt. Dann würed sich rein rechnerisch eine weit kleinere und permanent abnehmende Expansionsgeschwindigkeit ergeben und damit ein reales Alter des Universums von weit mehr als 20 Milliarden Jahren! Und exakt dafür sprechen die Argumente Haralds und der von ihm zitierten Wissenschaftler. Das ist aber noch keine Widerlegung der Urknalltheorie, sondern die Widerlegung des postulierten Alters des Universums.
3. Das dies möglicherweise so ist, kann auch mit dem Fakt begründet werden das sich alle Körper, Körpersysteme bzw. Galaxien rotatorisch bewegen. Daraus folgt die Frage woraus der Anfangsimpuls dieser Bewegungen resultiert?? Bis dato kann keine der beiden Denkrichtungen wenigstens eine logisch begründbare Hypothese dazu anbieten. Da diese rotatorischen Bewegungen aber die objektiv beobachtbare Realität sind, muss es für sie einen Anfangsimpuls geben. Wir könnten also eine Schritt weiterkommen wenn wir eine Erkärung hätten, die diesen Anfangsimpuls logisch, physikalisch und mathematisch korrekt begründbar erklärt. Vielleicht ist auch die dann noch nicht restlos fertig und bedarf weiterer Bearbeitung und Präzissierungen, aber wir hätten da erstmal eine gemeinsame Arbeitsgrundlage!
4. Im Gegensatz zur Mainstreamphysik bedingt die Urknalltheorie keineswegs zwingend die Existenz von sogenannter „Dunkler Materie“! Sie wird nur deshalb postuliert, weil sich die flachen Rotationskurven in bestimmten Galaxien angeblich nur damit erklären lassen. Das ist eine Behauptung die eben simpel falsch ist! Es gibt noch andere Erklärungsmöglichkeiten die sich auch korrekt begründen lassen!! Das die etablierte Physik die Existenz dieser „Dunklen Materie“ nicht anders erklären kann liegt daran, dass sie ihre eigenen theoretischen Grundlagen nicht modifizieren und den neuen Erkenntnissen anpassen mag. Sie mag nicht einräumem, dass das Newtonsche Gravitationsgesetz und die auf ihm basierende ART möglicherweise fehlerhaft sind und besteht desahlb auf dogmatische Art auf sie, um ihre eigenen Fehldeutungen der empirischen Beobachtungen zu retten. Es geht in der ganzen Diskussion nicht um darum klare empirische Erkenntisse zu bestreiten, sondern um ihre physikalisch korrekte Interpretation!! Auf Grund dessen ist es dem Fortschritt zur Lösung der Probleme nicht dienlich, so gut begründbare Argumente wie die von Harald zitierten einfach beseite zu schieben. Auch die Urknalltheorie als solche kann ohne „Dunkle Materie“ auskommen. Ein logisch folgerichtiger Ansatz dazu ist die Modifikation des Newtonschen Gravitationsgesetzes von Mordehai Milgram. Ich persönlich würde dabei jedoch noch weiter gehen und das Newtonsche Gesetz nach heutigen Erkenntnissen als prinzipiellen Irrtum zu betrachten, ohne die Leistung Newtons zu seinem Lebzeiten disqualifizieren zu wollen. Damals waren die heutigen Erkenntnisse eben noch gar nicht existent. Er konnte seine Theorie nur auf dem damaligen Erkenntnisstand entwickeln, der heute eben überholt ist. Ist das wirklich so schwer zu begreifen?
5. Ein weiter Knackpunkt sind die Erhaltungssätze und insbesondere der Energiesatz. Es ergibt sich die Frage: Ist Energie als solche endlich oder unendlich? Wieso ist das ein Frage? Sie ist beides zugleich!
Hier ergibt sich der Zusammenhang mit der oft belächelten Erklärung des expandierenden Universums mit einen aufzublasenden Luftballon, die ich allerdings ebenso für extrem fragwürdig halte. Denn wenn überhaupt etwas expandiert dann muss man auch sagen, dass es einen Ausgangspunkt der Expansion geben muss und der kann nur der Mittelpunkt des Universums sein. Gleichzeitig sagt die etablierte Physik, dass das Universum keinen Mittelpunkt hat und die Astronomie stellt eindeutig fest, dass die Materieverteilung im Universum asymtotisch flach ist. Das heisst das gesamte Universum ist ein extrem flacher Rotationsellipsoid! Sieht so ein aufgeblasener Luftballon aus und hat ein aufgeblasener Luftballon etwa keinen geometrischen Mittelpunkt?
In beiden Fällen jedoch hat das System klare Grenzen! Es ist ein geschlossenes System!! Darauf weisst auch die kosmische Hintergrundstrahlung hin, die isotrop verteilt ist und keinerlei feststellbare Richtung hat. Innerhalb dieses geschlossenen Systems ist eine mit 1 definierte Energiemenge existent, die in vielen unterschiedlichen Formen auftritt und wirksam ist. Sie kann niemals grösser oder kleiner werden und ist in diesem Sinne endlich. Aber alle diese verschiedenen Energieformen können permanent ineinander umgewandelt werden, so das innerhalb dieses geschlossenen Systems eben permanent Energie in Materie und Materie wieder in Energie umgewandelt werden. In diesem Sinne ist Energie also gleichzeitig unendlich. Und damit ergibt sich ein energetischer Kreisprozess in einen pulsierenden System!! Es entwickelt sich vom Urknall aus expandierend von strahlungsdominierten Universum bis zum Expansionsmaximum zum materiedominierten Universum. Und mit seiner Kontraktion umgekehrt bis zum nächsten Urknall, also einem System das periodisch expandiert und kollabiert. Diese System ist ewig, weil Materie und Energie ewig sind und niemals sich in Nichts auflösen. In diesen Sinn hat auch Harald sehr recht wenn er ebenso wie Hawking sagt, dass das Universum eben ewig ist und einfach existiert! Aber daraus folgt noch nicht, dass es immer im heute beobachtbaren Zustand existiert haben muss und ewig so weiter existieren wird!
Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass in ein derart geschlossenes System nichts, auch keine Strahlung, von aussen eindringen kann. Könnte Strahlung von aussen eindringen, wäre das Universum kein geschlossenes sondern ein offenes System und alle gemessene Strahlung hätte eine definierbare Richtung, weil Strahlung immer von irgendetwas emittiert wird und damit eine Richtung haben muss. Die Theorie von Harald postuliert eine existente Strahlung von aussen. Hat sie eine definierbare Richtung? Offensichtlich nein! Also kommt sie aus allen Raumrichtung und trifft im Mittelpunkt des Universums aufeinander?? Aber da haben wir doch schon eine Richtung und den Mittelpunkt des Universums???
Für mich ist das im Augenblick ein Paradoxon. Aber eventuell kann man auch dies auflösen. Wie ist mir allerdings unklar.
6. Ein weiterer sehr umstrittener Punkt ist die Kosmologische Konstante. Auch darin argumentiere ich gegen die Behauptungen der etablierten Physik und untestütze ihre Kritiker! Ich meine das diese Konstante nicht existent ist! Aber auch ihre Nichtexistenz widerlegt nicht die Urknalltheorie, sondern stützt sie! Es gibt 4 Kurven wie sich das Universum in der Zeit verändert. Die 3 ersten gehen auf Alexander Friedmann zurückt und basieren auf der postiven (+1) bzw. der negativen (-1) Raumkrümmung und dem flachen Raum also einer Krümmung von Null. Dazu kommt die vierte Kurve die eine zunehmende Geschwindigkeit darstellt, mit der sich alle Galaxien von einander entfernen. Diese Kurve verzeichnet eine Beschleunigung der Entfernungsgeschwindigkeit ab dem Rekombinationspunkt und daraus resultiert das kosmische Koinzidenzproblem, nämlich die Frage warum diese Geschwindigkeit ab diesen Punkt eben zunimmt, obwohl sie vorher abnahm. Das heisst die Kurve geht von einer degressiven in ein progressive über! Auf Grund dessen folgert und postuliert man die Existenz einer kosmologischen Konstante. Tatsächlich ist die gemessene und dargestellte Kurve zweifellos richtig, aber sie ist eben nur die halbe Dualität. Man kann diese Kurve auch logisch korrekt anders interpretieren, womit sich einerseits das kosmische Koinzidenzproblem lösen lässt und andererseits eine kosmologische Konstante gar nicht notwendig ist!
Ein besonders paradoxer Widerspruch besteht in der Behauptung das die Expansion des Universums aus der Wirksamkeit einer Energie des Vakuums resultiert, die nicht an das Vorhandensein von Materie gebunden sein soll. Das genau ist der unglaubliche Unsinn und hier unterstütze ich die Feststellung von Harald ganz entschieden! Einerseits postuliert man eine Energie die nicht an das Vorhanden sein von Materie gebunden sein soll und andereseits behauptet man, dass das Universum zu 80-90% aus dunkler also unsichtbarer Materie bestehen soll!?? Folglich ist dort wo die Expansionsenergie wirkt überhaupt keine Materie vorhanden??? Aber die Expansion wirkt auf das gesamte Universum weil es ja in alle Richtungen expandiert. Folglich ist die Expansionsenergie ebenso gleichmässig verteilt wie das materielose Vakuum auch. Nur sollen plötzlich in diesen Vakuum gigantische Mengen von „Dunkler Materie“ angeblich existieren?? Also was denn nun, jede Menge „Dunkle Materie“ oder jede Menge Energie die nicht an Materie gebunden sein soll?? Beides zugleich kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden.
Zusätzlich dazu definiert die etablierte Physik im Zusammenhang mit der kosmologischen Konstante auch noch eine kritische Materiedichte! Die jedoch wieder nur auf der Grundlage der sichtbaren also beobachtbaren Materie und behauptet, dass bei Überschreitung des kritischen Wertes das Universum wieder kollabieren muss und falls dieser Wert nicht erreicht wird es für immer expandiert. Wenn man diesen kritischen Wert jedoch auf der Grundlage der sichtbaren Materie definiert muss er ja falsch sein, denn 80-90% der „Dunklen Materie“ die existieren soll, ergeben ja eine weit grössere Materiedichte und damit müsste das Universum schon längst wieder kollabiert sein, weil sich die Gravitationskräfte dieser Materiemengen mit der der sichtbaren Materie addieren müsste. Wie man sieht passen die Theorien der etablierten vorn und hinten nicht zusammen.
Folglich stellt sich die drängende Frage: Wie verhält es sich nun mit der kinetischen Energie der bewegten Materie?? Kein Mensch, weder die etablierte Physik noch ihre Kritiker haben bis dato auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass kinetische Energie auch eine reale Energieform ist und im energetischen Kreisprozess des Universums als ebenso wirksame Energieform wie alle anderen auch eine beachtenswerte Rolle spielt. Was bitte ist daran esoterisch oder unsachlich wenn man behauptet, dass kinetische Energie ein Kraftfeld erzeugen kann. Die etablierte Physik wie auch alle ihre Kritiker gehen davon aus das jede Energieform ein Kraftfeld erzeugt! Ist kinetische Energie etwa keine allgemein anerkannte Energieform??
7. Ein weiterer viel zu wenig beachteter Fakt sind die viefältig rotatorischen Bewegungen von allem im Universum. Das es dafür eine Anfangsimpuls gegeben haben muss wurde schon gesagt. Es gibt jedoch einen noch wichtigeren Aspekt den vermutlich auch noch kaum jemand bedacht hat. Da Gravitation überall im Universum mit örtlich unterschiedlicher Stärke wirksam ist, stehen alle Gravitationsfelder in Wechselwirkung mit allen. Somit wirken Attraktionskräfte in örtlich unterschiedlichen Grössenordnungen auf Planeten und Galaxien generell. Wie kann man da prinzipiell von kräftefreien Bewegungen sprechen. Allein die Existenz von Gravitation und ihrer realen Attraktionskräfte schliesst kräftefreie Bewegungen definitiv aus! Mit diesen Kraftwirkung werden Planeten real und permanent beschleunigt, denn die Schwerebeschleunigung wirkt ja permanent. Da diese wirksamen Kräfte durch irgendetwas übertragen werden müssen, entstehen zwingend Übertragungsverluste wie bei allen Energieumwandlungprozessen auch. Wie könnten die ausgeglichen werden? Das setzt nämlich ein offenes System voraus dem von aussen Energie zugeführt wird. Wenn also das Universum offen unendlich sein könnte gibt es kein innen oder aussen, sondern nur innen und ist damit wieder ein geschlossenes System. Und hiermit begründet sich, dass das Universun zwar ewig existiert aber seinen Zustand periodisch ändern muss! Denn wenn die Erhaltungsätze richtig sind, und ich meine sie sind es definitiv(!), dann kann nach E = mc2 Energie in Materie umgewandelt werden. Aber dieser Prozess der Umwandlung in Materie ist beendet, wenn alle Energie in Materie umgewandelt ist! Dann ist die Energie als solche in Form der kinetischen Energie der Materie noch da, aber keinerlei Strahlung mehr. Und wenn keine Strahlung mehr existiert, gibt es auch keinen Strahlungsdruck mehr. Das ist wahrscheinlich der Punkt an dem aller Fussionsbrennstoff in schwere Elemente umgewandelt ist und keine neuen Sterne mehr entstehen können. Damit entfällt der Strahlungsdruck und die Freisetzung von thermischer Energie. In diesem Stadium würde die mikroskopisch kleine Gravitationswirkung der bewegten Materie zum erneuten Kollaps des Universum führen. Damit bewegt sich alle Materie in grossen wie kleinen Körpern auf den Ausgangspunkt der Expansion zu und si kollidieren dort mit c. Mit dieser gigantischen Kollision verwandelt sich die kinetische Energei augenblicklich in eine ungeheure Temperatur, mit welcher alle Materie in ihre allerkleinsten Teilchen zerlegt wird. Aus dieser gigantischen Temperatur und dem ebenso gigantischen Druck resultiert der nächste Urknall. Mit der erneuten Abkühlung bilden sich wieder chemische Elemente und später ebenso Strukturen. Ob die identisch zu denen sind die wir kennen, ist nicht darstellbar. Nur der Vorgang der Expansion mit abschliessender Kontraktion beginnt vom Neuen. Die Materie, die Energie und das Universum bleiben auf ewig!! Aber wir eben nicht!!
Grüsse Icabaru
