Chief hat geschrieben:Harald Maurer hat geschrieben:
Hannes, der Mond hat eine mittlere Geschwindigkeit von 1,023 km/s.
Relativ zu was?
Relativ zum Mittelpunkt der Erde als nicht mitrotierendes Bezugssystem!
Chief hat geschrieben:Die Erde hat eine mittlere Geschwindigkeit von 29,78 km/s.
Relativ zum nichtrotierenden System der Sonne.
Richtig!
Chief hat geschrieben:Die Sonne hat eine Geschwindigkeit von ca. 250 km/s.
Relativ zu was?
Relativ zum Mittelpunkt der Galaxie, als nicht mitrotierendes Bezugssystem!
Chief hat geschrieben:Du versuchst die SRT zu begründen, also warum rechnest Du relativ zum Erdmittelpunkt und nicht relativ zu jedem Auto auf der Erdoberfläche (im Falle von GPS)?
Ich versuche nicht, die SRT zu begründen, sondern zeige völlig konsistent mit der SRT auf, dass die ZD sich nicht in konkreten Gangänderungen von Uhren niederschlägt, sondern ein Messeffekt ist, der auch nur dann zustande kommt, wenn man Einsteins RdG und Synchronisation anwendet!
Die GPS-Korrekturen beziehen sich auf den Erdmittelpunkt - und ich habe schon darauf hingewiesen, dass es fragwürdig ist, wenn diese Korrekturen auch in Bezug zu jedem Auto funktionieren. Aber das GPS ist nicht in der Lage, solche Fragen zu beantworten. Es funktioniert nicht wegen der hohen Qualität der Messungen, sondern wegen der Quantität der Messvorgänge und der angewandten mathematischen Methode.
Chief hat geschrieben:Was fordert die SRT?
Die SRT beschreibt Ereignisse in Inertialsystemen. Bezugs- bzw. Koordinatensysteme sind aber frei definierbar. Nichts verbietet es, den Mittelpunkt der Erde auch als Mittelpunkt eines nicht rotierenden Bezugssystems zu definieren und Ereignisse wie die Bewegungen eines Satelliten darauf zu beziehen. Für die SRT ist das insofern problematisch, als sich dadurch ZDs in allen Uhren auf unterschiedlichen Radien ergeben müssten und sich nichts dergleichen feststellen lässt! Wenn die vielen Atomuhren jedoch keine der SRT entsprechenden Gangänderungen aufzeigen, dann kann der Hafele & Keating-Versuch nur glatter Betrug gewesen sein! Das ist das, was ich sagen will, indem ich zeige, dass zwischen Erdboden und sogar einem "geostationären" Satelliten sich Unterschiede im Gang einer Uhr zeigen müssten, oder Unterschiede zwischen Uhren in Paris und München etc. Von einer konkreten ZD kann daher keine Rede sein, sondern nur von ganz bestimmten Messeffekten, die natürlich keine der philosophischen und physikalischen Bedeutungen stützen, die man der SRT weltweit zugeschrieben hat!
Hannes hat geschrieben:1.Die Geschwindigkeit des Mondes errechnet sich wahrscheinlich aus seiner Umlaufbahn
um die Erde, Oder rechnet man nach den Fixsternen ?
Nein. Die Geschwindigkeit bezieht sich auf den Erdmittelpunkt.
Hannes hat geschrieben:2,Die Geschwindigkeit der Erde wird relativ zur Ekliptik berechnet.
Nein. Die Geschwindigkeit bezieht sich auf den Mittelpunkt des Sonnensystems.
Hannes hat geschrieben:3. Die Geschwindigkeit der Sonne wird nach ihrer berechneten Umlaufzeit um den
Mittelpunkt der Galaxie berechnet.
Richtig!
Hannes hat geschrieben:Das hat aber mit der Zeitdilatation nichts zu tun. Ich könnte ja die Geschwindigkeit des Mondes auch zur Ekliptik oder sogar zur Galaxie berechnen, weil er sich mit dem Sonnensystem mitbewegt.Dann hätte ich auf einmal eine viel größere ZD !
Ja, hättest Du. Du kannst als Bezugssystem wählen, was Du willst, soferne Du es als Inertialsystem definierst - also z.B. nicht mitrotierende Koordinatensysteme! Je nachdem, welchen Bezugspunkt Du wählst, ergeben sich auch andere Geschwindigkeiten und daher auch andere ZDs. Die ZD ist ein Effekt, der von einem Ruhesystem aus in einem bewegten Bezugssystem wahrgenommen wird. Welche zwei Bezugssysteme dies sind, spielt keine Rolle. Eine Uhr auf dem Mond zeigt in Bezug zur Erde eine andere ZD als in Bezug zur Galaxis. Dabei verändert sich die Uhr kein bisschen. Aber wenn Du die Uhr nach den Vorschriften der SRT mit der ruhenden Uhr, genauer: mit den ruhenden Uhren (denn um den Gang der bewegten Uhr zu beurteilen, brauchst Du 2 Uhren!) vergleichst, und dabei die Synchronisation Einsteins mit folgender RdG einsetzt, so wirst Du tatsächlich eine ZD messen. Aus ganz gleichen Gründen wirst Du die Längen im bewegten System verkürzt messen, ohne dass in diesem System sich irgendeine Länge konkret verändert hätte.
Hannes hat geschrieben:Der Mond hat also mindestens 3 Relativgeschwindigkeiten,eigentlich sogar fast unendlich viele zum Galaxienhintergrund.
Richtig. Und in jeder Beziehung von Bezugssystemen tritt daher lt. SRT eine ZD auf. Unendlich viele, wenn Du willst. Will man überprüfen, ob sich ob dieser Vielfalt womöglich Paradoxa ergeben, muss man die LT anwenden und wird überrascht sein, denn da ergibt sich kein Widerspruch. Die SRT ist nicht im gewöhnlichen Sinne "falsch", denn sie funktioniert innerhalb der eigenen Definitionen, sondern sie ist falsch in dem Sinn, dass sie völlig abgehoben von der Natur eine mathematische Konstruktion darstellt, ohne dass die Effekte materiell verwirklicht wären.
Hannes hat geschrieben:Mich hindert doch keiner, ein anderes Bezugssystem zu wählen. Oder nicht ?
Wo steht in der SRT, dass ich nicht die Andromedagalaxie als Bezugssystem nehmen darf ?
Nein, Dich hindert keiner. Du kannst Deine Koordinaten hinstellen wo Du willst. Auch der Mittelpunkt der Andromedagalaxie eignet sich, soferne er als ruhend definiert ist. Du kannst darauf beziehen was Du willst und die SRT anwenden, dass es nur so eine Freude ist. ZDs und LKs in Hülle und Fülle. Und dem Universum bleibt das völlig egal. Denn nichts verändert sich wirklich.
Hannes hat geschrieben:Oder ist die gesamte ZD Humbug ?
Es ist Humbug zu glauben, dass bewegte Uhren langsamer laufen. Es ist kein Humbug zu glauben, dass Uhren im Vergleich unter bestimmten Bedingungen langsamer zu laufen scheinen.
Wenn ein weit entferntes Objekt kleiner erscheint, wäre es ja auch Humbug zu glauben, es wäre tatsächlich kleiner geworden. Aber kein Humbug, dies als Perspektive zu erkennen.
Grüße
Harald Maurer