Die Lorentztransformation ist eine
Koordinatentransformation. Sie verändert nicht das Ereignis selbst. Einsteins Beweis bezieht sich sich auf eine sich ausbreitende Lichtsphäre im übereinstimmenden Ausbreitungspunkt zweier Bezugssysteme, von welchen eines ruhend und eines bewegt ist.
"Zur Zeit t = τ = 0 werde von dem zu dieser Zeit gemeinsamen Koordinatenursprung beider Systeme aus eine Kugelwelle ausgesandt, welche sich im System K mit der Geschwindigkeit c ausbreitet.
Ist (x, y, z) ein eben von dieser Welle ergriffener Punkt, so ist also
x^2 + y^2 + z^2 = c^2 t^2.
Diese Gleichung transformieren wir mit Hilfe unserer Transformationsgleichungen und erhalten nach einfacher Rechnung:
ξ^2 + η^2 + ζ^2 = c^2 τ^2.
Die betrachtete Welle ist also auch im bewegten System betrachtet eine Kugelwelle von der Ausbreitungsgeschwindigkeit c. Hiermit ist gezeigt, daß unsere beiden Grundprinzipien miteinander vereinbar sind."
Die Transformation eines
eben von dieser Welle ergriffenen Punktes auf der Kugelwelle transformiert nicht das just zu diesem Moment stattfindende Ereignis in eine andere "Zeit" oder anderen Ort, sondern sagt lediglich, welche Koordinaten im gestrichenen System für ein und denselben Punkt verwendet werden - ohne den Punkt selbst zu manipulieren. x und x' sind nicht zwei unterschiedliche Orte für unterschiedliche Ereignisse, sondern unterschiedliche
Koordinaten für ein und dasselbe Ereignis, welches wegen t = τ = 0 für beide Bezugssysteme just zu diesem Zeitpunkt übereinstimmend sein muss, weil sich beide Beobachter in diesem Moment
(...ist (x,y,z) ein eben von dieser Welle ergriffener Punkt!) beide im Mittelpunkt der Sphäre befinden, im gestrichenen System für diesen Mittelpunkt aber x' gesetzt wird. Dasselbe gilt für alle Punkte der Sphäre, die
gerade eben von der Welle ergriffen werden, aber von den Bezugsystemen mit unterschiedlichen Raum- und Zeitkoordinaten beschrieben werden, was an der Form der Kugelwelle selbst nichts ändern kann. Einsteins Beweis gilt also nur für den Moment, in welchem sich beide Beobachter im Mittelpunkt der Kugelwelle befinden und ist so gesehen lediglich ein Bluff.
Der Satz "Zur Zeit t = τ = 0 werde von dem zu dieser Zeit gemeinsamen Koordinatenursprung beider Systeme aus eine Kugelwelle ausgesandt..." verleitet zur Annahme, dass sich die Kugelwelle ausbreitet, während das gestrichene System sich weiterbewegt, aber das verträgt sich nicht mit der Formulierung "
Ist (x,y,z) ein eben von dieser Welle ergriffener Punkt" ! Die Kugelwelle ist demnach schon ausgebreitet, wenn Einstein zeigt, dass sich die Oberflächengleichung nach Transformation nicht verändert. Kann sie auch nicht, denn er vergleicht ein und dieselbe Kugelwelle zum übereinstimmenden Zeitpunkt beider Bezugssysteme und wenn man die Oberflächenpunkte transformiert, ergibt sich keine andere Ausbreitung, sondern es ergeben sich nur
andere Koordinaten!
Wenn aber sich das gestrichene System sich während der Ausbreitung weiterbewegt, dann bewegt es sich selbstverständlich vom Mittelpunkt der Sphäre weg. Das zeigen die Animationen Fabers und Embachers übereinstimmend. Im gestrichenen System könnte die Kugelwelle nur trotz Bewegung als solche gesehen werden, wenn der Mittelpunkt sich mit dem System mitbewegen würde. Täte er dies, hätten wir das Paradoxon, dass jeder Beobachter sich im Mittelpunkt der Sphäre wähnte und wir hätten plötzlich zwei Sphären mit den Mittelpunkten in den jeweiligen Bezugssystemen. Das kann's ja wohl nicht sein - und ist es auch nicht.
Wenn also durch die LT ein Photon auf der Sphäre von x zu x' wechselt, dann ist nicht das Photon plötzlich an einem anderen Ort, sondern der Ort wird nur mit einer anderen Koordinate versehen. Es ist völlig trivial, dass ich mich aus dem Mittelpunkt einer Lichtsphäre weg bewege, wenn ich von einer Lampe wegrenne und der Mittelpunkt bei der Lampe bleibt. Bewegt sich hingegen die Lampe von mir weg, setzt sie eine Folge aneinander gereihter Sphären ab.

Bezogen auf mein Ruhesystem ist das dann keine Kugelwelle mehr, aber die LT macht eine daraus! Die Lorentztransformation transformiert nicht "Raum" und "Zeit", sondern sie transformiert durch Koordinatenveränderung den Äther weg! Deshalb auch die mathematische Übereinstimmung von SRT und LET.
Lorentz und Einstein bemühten sich, die Lichtausbreitung in das Relativitätsprinzip zu zwängen, jeder auf andere Weise, aber beide irrten sich. Denn das RP gilt nur für Körper mit Trägheit, das Licht muss davon ausgenommen werden - denn es hat keine Trägheit. Und m.E. gibt es für das Licht ein eigenes Bezugssystem, eben das Medium, in welchem es sich fortpfanzt. Oder als Alternative das Prinzip, das jeder Punkt einer Wellenaussendung bezogen auf die Massenverteilung des Universums ein Fixpunkt ist (wie dies Herr Sommer auf seiner Website beschreibt). Man darf ja nicht vergessen, dass die isotrope Lichtausbreitung in jedem Inertialsystem auch nur ein Prinzip ohne jede physikalische Begründung ist!
Das Dilemma entstand durch falsche Interpretation von Experimenten a la Michelson-Morley. In Spiegelanordnungen dieser Art kommt es nicht auf die Lichtgeschwindigkeit, sondern auf die Wellenlängen an. Und die verändern sich nicht, auch wenn man sie kreuz und quer durch die Anordnung schickt. Würden sie sich verändern, ergäbe das eine Frequenzänderung, und das würde man bemerken. Sie verschieben sich zueinander auch nicht, sondern kommen genau so im Teleskop an wie sie von der Lichtquelle abgeschickt werden. Das versteht man sofort, wenn man bedenkt, dass die Lichtwege im MM-Interferometer insgesamt stets gleich lang sind. Sie verändern sich auch nicht durch Drehung des Apparats.
Ganz daselbe ergibt sich, wenn man eine Art Michelson-Morley Experiment mit Schall durchführt. Auch da ergäbe sich ein Nullresultat. Herr Feist hat übrigens so ein Experiment durchgeführt. Leider finde ich seine Publikation momentan nicht an. Das Nullresultat in diesem Fall versteht man sofort, wenn man sich gegenüber einer Schallquelle postiert und dazwischen den Wind quer, längs oder in alle Richtungen wehen lässt. In keinem Fall ergibt sich eine Frequenzänderung aufgrund der Bewegung des Mediums. Und natürlich auch keine Änderung der Wellenlängen. Schall und Licht verhalten sich gegenüber dem Medium völlig gleich. Mit MM-Versuchen kann man den Äther daher nicht nachweisen. Aber mit dem Sagnac-Interferometer kann man es, denn da verändern sich die Lichtstrecken!
Das ist allerdings schon ein anderes Thema. Hier ging es ja um Einsteins Beweis hinsichtlich der Kugelwelle. Aber der ist nur ein Trick, ebenso wie die LT nur ein mathematischer Trick ist, um das Postulat c=const mit dem RP zu verheiraten.
Grüße
Harald Maurer