McDaniel-77 hat geschrieben:ich finde auch, dass man die Philosophie nicht vernachlässigen sollte und es gibt viele wissenschaftliche Fragen, welche nicht oder noch nicht rein wissenschaftlich beantwortet werden können.
Wie ist die DNS entstanden?
Warum erzeugt unsere Gehirn aus vielen Milliarden Nervenzellen ein Bewusstsein und erlaubt uns logisch zu denken?
Gibt es noch andere und ähnliche Lebensformen, wie auf der Erde, in den Weiten des Kosmos?
...
Deine Aussage zur "Gesetzmäßigkeit" hat mich berührt, vermutlich weil der Gedankengang enorm wichtig ist. Genauso wie wir, wenn wir unsere Überlegungen einer Logikprüfung unterziehen, schnell feststellen können, ob wir richtig oder falsch lieben, müssen wir Muster erkennen. Ähnlichkeiten sind nicht zufällig, Galaxien sehen nicht zufällig so aus:

Die Elementarladungen unterliegen der elektromagnetischen Wechselwirkung, deshalb bilden sich Strukturen. Strukturbildung ist allgemein eine Ursache der EM-WW, dabei ist die Mathematik im Allgemeinen schon nützlich, um das zu verstehen, allerdings muss man im Speziellen nur ein bisschen Ahnung von Geometrie haben.
Optimale räumliche Anordnungen von Kugeln:- 1 > Kugel
- 2 > Stäbchen
- 3 > Dreieck
- 4 > Tetraeder
- 5 > ? > doppelter Tetraeder
- 6 > Oktaeder
- 7 > ? wird schon schwieriger
...
- 10^54 > Kugel (Erde)
Hallo McDaniel,
ich gehe davon aus, dass wir niemals die Weltformel oder etwas Vergleichbares finden werden, aber ich gehe genauso davon aus, dass wir uns der vermeintlichen Wahrheit immer mehr nähern werden. Dazu gehört mMn unabdingbar auch die Philosophie, welche die Brücke zwischen der Physik und der Metaphysik des Unbeschreibbaren schlagen kann.
Dinge - Objekte - kann man erfassen, aber bei Konzepten und Ideen sieht die Sache gleich ganz anders aus. Ich kann Dir einen Sachverhalt erklären, aber ich kann nie sicher sein, dass Du diesen Sachverhalt so aufnimmst und verstehst, wie ich ihn aus zu drücken meine. Dies gilt speziell und immer mehr für immer kompliziertere Sachverhalte/Konzepte. In meinem privaten Kreis sagen die Leute gerne, ich liesse mich nicht festlegen und ich wäre launisch, das stimmt aber nicht wirklich. Ich sage immer, ich müsste alle Parameter einer Situation kennen, um eine gültige Entscheidung treffen zu können. Ein und die selbe - oberflächlich betrachtet - Situation kann mit nur geringfügig geänderten Parametern zu einer gegensätzlichen Entscheidung führen.
Als abstraktes, blödes Beispiel: Wenn mich jemand fragt, ob ich einer alten Frau helfen würde wenn ich sehe, dass sie gleich überfahren wird, wird meine Antwort erstmal sein: Ja, selbstverständlich. Wenn der Parameter "eigenes Kind steht auch auf der Strasse" hinzukommt, werde ich sagen: Nein, ich helfe der alten Frau nicht. Ich denke, Du verstehst, worauf ich in dem dämlichen Beispiel hinaus möchte. Erst, wenn man ALLE Parameter einer Situation kennt, kann man gültige Aussagen zu dieser Situation treffen. Da man aber niemals ALLE Parameter kennen KANN, wird eine Aussage immer vage und eingeschränkt sein.
Zum Universum kann ich nur aus meinem Empfinden beurteilen - da ist viel Platz für Leben aller Art. Ich sehe nicht irgendeinen Grund, vor allem keinen religiösen, der mich zu der Vermutung leiten würde, dass das Leben NICHT in jeder beliebigen "Ecke" des Universums zu finden sein sollte. Natürlich kann man auch an Zufälle glauben, aber auch dieser Glaube ist eben Glaube, kein gesichertes Wissen. Ich glaube zwar auch nicht an Absicht oder Schöpfung oder dergleichen, aber schon an eine Gleichmässigkeit ähnlicher Ereignisse. So gesehen MUSS fast schon zwingend Leben entstehen, wenn die Grundlagen dafür vorliegen. Das ist auch wieder das "Muster" das mMn unbedingt zu seiner äusseren Form führt. Im ViaVeto Forum habe ich natürlich inzwischen auch schon gestöbert, kann aber die Definitionen, die zur Zulassung im Forum führen nicht anerkennen. Konzepte können in meiner Welt durchaus Objekte beeinflussen.
Das Beispiel über das ich gestolpert bin, war der Kommunismus, der als Konzept keine Objekte beeinflussen kann - das halte ich für grundlegend falsch. Zum Aufblühen des Kommunismus hat er Menschen und ganze Landstriche verändert und ist mit seinem Zusammenbruch auch geographisch gewandert - was ist das anderes als ein Einwirken eines Konzeptes auf Objekte? Selbstverständlich ist Mathematik auch wichtig, alleine schon um Ereignisse reproduzierbar zu beschreiben, nur darf das Konzept (Werkzeug) Mathematik natürlich nicht das Objekt (Universum) diktieren, sondern das Objekt diktiert fast immer das Konzept.
Herzliche Grüße und hier mal danke für Deinen Hinweis auf das EU - ich meine, da kann ich mich zu Hause fühlen
