Was sieht der Beobachter

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Was sieht der Beobachter

Beitragvon Bell » Mi 18. Apr 2012, 00:16

Kurt hat geschrieben:
Bell hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Wieso ändert sich der Winkel?

Weil sich die Lok bewegt.

Der Winkel ändert sich nur dann nicht, wenn die Lok sich nicht bewegt.


Du musst schon etwas genauer zeigen warum sich der Winkel ändern soll.
Nimm das Bild von Y

Das zu zeigen, ist das Bild ungeeignet.

... je weiter die Lok nach links fährt, desto kleiner wird der Winkel, den der Bobachter zwischen dem vorderen Ende und den hinteren Ende der Lok mißt. Dies ergibt sich schon (aber nicht allein) daraus, dass die Lok dann weiter entfernt ist.
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Re: Was sieht der Beobachter

Beitragvon Ernst » Mi 18. Apr 2012, 09:22

Das zu zeigen, ist das Bild ungeeignet.

Kurt ist offenbar nicht in der Lage, das von Trigemina prinzipiell gezeigte Prinzip gedanklich und analytisch zu verinnerlichen.
Trias Beispiel ist ja eine Idealisierung, in welchem der Beobachter gar keine Länge sieht, sondern immer nur einen Punkt. Der Effekt wird erst bei einer Schrägstellung der Bahn der Lok gegenüber dem Beobachter quantitativ sichtbar. Die gesehene Loklänge wird dadurch geschwindigkeitsabhängig.
Ansich ganz simpel.
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Zuletzt geändert von Ernst am Mi 18. Apr 2012, 09:44, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Was sieht der Beobachter

Beitragvon Ernst » Mi 18. Apr 2012, 09:29

Highway hat geschrieben:Ich bestreite die Forderung nach notwendiger Gleichzeitigkeit - egal aus welcher Richtung das Licht kommt.

Dann sind deine Augen wohl genmanipuliert. Das natürliche menschliche Auge verarbeitet nur Lichtimpulse, welche das Auge gleichzeitig treffen.
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Re: Was sieht der Beobachter

Beitragvon Harald Maurer » Mi 18. Apr 2012, 10:24

Ernst hat geschrieben:Das natürliche menschliche Auge verarbeitet nur Lichtimpulse, welche das Auge gleichzeitig treffen.

Das ist richtig. Allerdings korrigiert unser Gehirn die optischen Verzerrungen, die sich dadurch ergeben können, wogegen ein Foto die Effekte, die sich durch unterschiedliche Lichtlaufzeiten ergeben, unkorrigiert zeigt. Ein typisches Beispiel sind die sogenannten stürzenden Linien auf einem Foto z.B. eines Turms.
stuerzende_linien.jpg
stuerzende_linien.jpg (7.21 KiB) 3819-mal betrachtet

Auf einem Foto erscheint der Turm gekippt und verlängert, unser Gesichtssinn korrigiert diesen Eindruck, was wir sehen, unterscheidet sich daher von dem Foto. Verzerrungen und Perspektiven verarbeitet unser Gehirn anders als ein Fotoapparat oder ein Messgerät. Z.B. erscheinen uns waagrechte Längen kürzer als senkrechte, und das hat schon seinen praktischen Sinn, weil es wesentlich angenehmer ist, sich 10 m waagrecht zu bewegen als 10 m in die Tiefe zu fallen...
Man muss daher das, was man sieht, von dem unterscheiden, was ein Fotoapparat aufnehmen würde, welcher eher den wahren Sachverhalt wiedergibt.
Generell erscheinen uns bewegte Objekte länger, weil das Licht des entfernteren Endes eines Objekts uns später erreicht als das nähere und wir das entferntere an einem Ort sehen, wo es sich nicht mehr befindet. Andererseits sehen wir auch das nähere Ende etwas später, was die scheinbare Verlängerung wieder etwas aufhebt. Die scheinbare Verlängerung eines bewegten Objektes hängt von der Geschwindigkeit und von der Perspektive ab. Zu einer optischen Verkürzung kommt es nie, weil ein Ende immer weiter entfernt sein wird als das andere. Wegen dieses Effektes könnte man die Lorentzkontraktion weder sehen noch fotografieren, sollte sie real existieren.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Was sieht der Beobachter

Beitragvon Ernst » Mi 18. Apr 2012, 11:45

Harald Maurer hat geschrieben: Allerdings korrigiert unser Gehirn die optischen Verzerrungen, ....
Zu einer optischen Verkürzung kommt es nie, weil ein Ende immer weiter entfernt sein wird als das andere.

Ersteres ist richtig. Das zweite nicht.
Auf der Netzhaut wird gleiches abgebildet, wie auf einem Kamerachip. Mit einer "Supersoftware" wird im Gehirn korrigiert, was auf der Netzhaut abgebildet wird.

Es ergibt sich je nach geometrischer Ausrichtung des Objektes zur Sichtachse und je nach Geschwindigkeitsrichtung entweder eine gesehene Verlängerung oder Verkürzung des Objektes.
Eine Ausrichtung des Objektes, welches nicht senkrecht zur Sichtachse steht, ergibt erstmal immer eine gesehene Verkürzung des Objektes.
Eine weitere Verkürzung kommt hinzu, wenn sich das Objekt vom Beobachter entfernt. Prinzipiell hat letzteres Tria analytisch und mit einem Rechenbeispiel gezeigt.
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Re: Was sieht der Beobachter

Beitragvon Harald Maurer » Mi 18. Apr 2012, 12:38

Ernst hat geschrieben:Eine Ausrichtung des Objektes, welches nicht senkrecht zur Sichtachse steht, ergibt erstmal immer eine gesehene Verkürzung des Objektes.

Natürlich, wegen der Perspektive, aber nicht wegen der Lichtlaufzeiten. Da kann man ja gleich sagen, ein Objekt wird umso kürzer gesehen, je weiter es entfernt ist. Ich dachte, hier geht es um Lichtlaufzeiten!
Aber erscheint uns ein in Sichtlinie liegendes Objekt wirklich kürzer?
Kommt uns der Arm der entgegen gestreckten Faust kürzer vor???
faust.jpg
faust.jpg (6.83 KiB) 4038-mal betrachtet

Ojeh, der ist ja nicht nur kürzer, sondern überhaupt verschwunden! Na sowas!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Was sieht der Beobachter

Beitragvon Bell » Mi 18. Apr 2012, 12:44

Harald Maurer hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Eine Ausrichtung des Objektes, welches nicht senkrecht zur Sichtachse steht, ergibt erstmal immer eine gesehene Verkürzung des Objektes.

Natürlich, wegen der Perspektive, aber nicht wegen der Lichtlaufzeiten. Da kann man ja gleich sagen, ein Objekt wird umso kürzer gesehen, je weiter es entfernt ist. Ich dachte, hier geht es um Lichtlaufzeiten!
Aber erscheint uns ein in Sichtlinie liegendes Objekt wirklich kürzer?
Kommt uns der Arm der entgegen gestreckten Faust kürzer vor???
faust.jpg

Ojeh, der ist ja nicht nur kürzer, sondern überhaupt verschwunden! Na sowas!

Nun, es handelt sich ja auch um den Arm eines Mädchens ... der Arm eine Bodybuilders wäre sicher noch zu sehen ... aber wem sag ich das ...
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Re: Was sieht der Beobachter

Beitragvon Ernst » Mi 18. Apr 2012, 13:44

Harald Maurer hat geschrieben: Natürlich, wegen der Perspektive, aber nicht wegen der Lichtlaufzeiten.

Kurt geht es um das perspektivische Sehen. Das kannst du sofort aus seinem Bild und seinem Kommentar ersehen. Das Maß der verändert gesehenen Länge ist bei ihm der Sichtwinkel.
Und dieser Sichtwinkel ergibt sich nicht nur, wie er meint, aus der statischen Geometrie, sondern zusätzlich aus einem Objektgeschwindigkeitseffekt, den Tria prinzipiell analytisch angegeben hat. In Ihrem Beispiel ist der Sichtwinkel Null; der auch mit einem Multiplikationsfaktor Null bleibt. Für Kurts Beispiel allerdings, wo die Obejektlänge gegenüber der Sichtachse um einen Winkel verdreht ist, ergibt dieser Geschwindigkeitseffekt eine zusätzliche gesehene Längenänderung.
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Re: Was sieht der Beobachter

Beitragvon Kurt » Mi 18. Apr 2012, 14:34

Hallo Ernst,
Ernst hat geschrieben:
Harald Maurer hat geschrieben:
Natürlich, wegen der Perspektive, aber nicht wegen der Lichtlaufzeiten.

Kurt geht es um das perspektivische Sehen.


darum gehts mir nicht.
Worums mir geht wird schon noch klar werden.

Ernst hat geschrieben:Das kannst du sofort aus seinem Bild und seinem Kommentar ersehen. Das Maß der verändert gesehenen Länge ist bei ihm der Sichtwinkel.


Nein, der Sichtwinkel ergibt sich aus
- dem Abstand des Beobachters zu den Punkten
- dem Abstand der beiden Punkte untereinander

Bild


Lass die Lok mit ihren beiden Lichtblitzern bei C/E stehen dann ergibt sich ein Winkel der vom Abstand zur, und der Grösse der, Lok abhängig ist.
Die Laufzeiten der synchron abgegebenen Lichtpulse zum Beobachter sind identisch.

Nun lass die Lok bei D/F stehen, der Winkel wird kleiner.
Es werden aber auch die Laufzeiten der beiden Signale unterschiedlich.
Nun kann der Beobachter, auch wenn er den Abstand zu D oder E kennt, die Länge der Lok nicht mehr korrekt ermitteln.
Er braucht dazu die Differenz in den Laufzeiten der beiden Signale.
Wenn er diese kennt, erkennt dass die Lok zu ihm schräg steht, dann kann er daraus, indem er den Winkel korrigiert, aus dem Winkel und der Laufzeit zu D die korrekte Länge der Lok ermitteln.
Ob sich die Lok dabei bewegt(e) oder nicht macht keinen Unterschied.


Gruss Kurt
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Re: Was sieht der Beobachter

Beitragvon Ernst » Mi 18. Apr 2012, 15:19

Kurt hat geschrieben: darum gehts mir nicht.

Worum es dir geht, ist mir dann schleierhaft.
Es handelt sich ohnehin um klassische Probleme, die leicht lösbar sind, wenn man die Probleme denn exakt benennt.
Ich weiß nicht, was du willst. Ich klink mich daher aus.
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