Die schwachsinnigen Grundlagen der Relativitätstheorien

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die schwachsinnigen Grundlagen der Relativitätstheorien

Beitragvon Harald Maurer » So 14. Aug 2011, 17:57

Artie hat geschrieben:Darf ich die Frage so auffassen, das du auch der Meinung bist, die das die Definition des Meters über die LG in Ordnung ist, da sie gar nicht zu den RT gehört?

Es ist doch völlig egal, wie man 1 Meter definiert. Die Definition über die LG hat ohnehin keinen besonders praktischen Sinn, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand sein Labor evakuiert um festzustellen, welche Strecke das Licht in einer Zeit von 1/299792458 s zurücklegt, damit er einen Meter erhält, weil er seinen Maßstab verloren hat.
Und wenn er - wie üblich - eine Länge mittels Licht durch Zweiwegmessung ermittelt, hat er eine in unserem Lebenskreis ausreichende Genauigkeit. Auf irgendeine Theorie kommt's da nicht an. Wir existieren nicht im Vakuum, und in der Atmosphäre ist die LG ohnehin verändert. Es ist ja irgendwie seltsam, dass bei fast allen Experimenten und Anwendungen brav mit c gerechnet wird, obwohl diese Konstante nur in Extremfällen (Hochvakuum in Teilchenbeschleunigern z.B.) zu erwarten wäre.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Die schwachsinnigen Grundlagen der Relativitätstheorien

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 14. Aug 2011, 18:26

Harald Maurer hat geschrieben:
Artie hat geschrieben:Deswegen meine Formulierung "geht von der Richtigkeit aus", weil der Wissenschaft klar ist was Relativitäts THEORIE bedeutet.

Und was haben die per Konvention festgelegten Einheiten der SI mit der Relativitätstheorie zu tun?

Genau, die per Konvention festgelegten Einheiten haben weder mit der RT noch mit sonstigen Theorien zu tun. Wie z.B. Helmut Hille es richtig sagt, ist eine Maßeinheit nicht eine Frage der Richtigkeit, sondern der Gültigkeit. Deshalb darf die physische Länge einer Längenmaßeinheit grundsätzlich willkürlich gewählt werden, Hauptsache wird sie festgehalten und per Konvention festgesetzt und von allen als solche akzeptiert.

Ich verstehe aber immer noch nicht das Verhältnis zwischen Parsec und Meter:

Die Maßeinheit Parsec ist eine Längenmaßeinheit.
Die Maßeinheit Meter ist eine Längenmaßeinheit.
Sie stehen nicht im Verhältnis 1 zu 1 bzw. werden nicht durch Unterteilung bzw. Vervielfachung mit 10 wie im metrischen System üblich ausgedrückt: Eine Strecke in Parsec muß erst einmal umgerechnet werden, um in Meter ausgedrückt zu sein. Der „Umrechnungsfaktor“ könnte meiner Meinung nach nur die per Konvention festgesetzte LG von 299.792.458 m/s sein, die die Länge des Meters seit 1983 definiert.

Wie kommt man auf die Umrechnung:
1 parsec = 30,856776 . 10^15 m ?

Meiner Meinung nach wäre hier eine Länge, die in Parsec gemessen wurde, entweder anders als eine Strecke, die direkt in Meter gemessen wurde oder ist die LG, die für die nachträgliche Umrechnung in Parsec verwendet wurde, anders als die festgesetzte LG. Oder?
Ich blicke im Moment hier nicht durch... :(

Viele Grüße
Jocelyne
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Re: Die schwachsinnigen Grundlagen der Relativitätstheorien

Beitragvon Ernst » So 14. Aug 2011, 19:00

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Oder?

Die Rarallaxensekunde ist ein rein geometrisch begründetes Maß. In der Entfernung von einer Parallaxensekunde erscheint der Radius des Erdorbits unter einem Winkel von einer Sekunde.

Gruß
Ernst
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Re: Die schwachsinnigen Grundlagen der Relativitätstheorien

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 14. Aug 2011, 19:17

Ernst hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben: Oder?

Die Rarallaxensekunde ist ein rein geometrisch begründetes Maß. In der Entfernung von einer Parallaxensekunde erscheint der Radius des Erdorbits unter einem Winkel von einer Sekunde.

Wie entsteht der Umrechnungsfaktor zwischen Parsec und Meter?
Wie kommt man auf die Festsetzung dieser Umrechnung:
1 parsec = 30,856776 . 10^15 m ?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die schwachsinnigen Grundlagen der Relativitätstheorien

Beitragvon Kurt » So 14. Aug 2011, 19:24

Jocelyne Lopez hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:
Jocelyne Lopez hat geschrieben: Oder?

Die Rarallaxensekunde ist ein rein geometrisch begründetes Maß. In der Entfernung von einer Parallaxensekunde erscheint der Radius des Erdorbits unter einem Winkel von einer Sekunde.

Wie entsteht der Umrechnungsfaktor zwischen Parsec und Meter?
Wie kommt man auf die Festsetzung dieser Umrechnung:
1 parsec = 30,856776 . 10^15 m ?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez


Das steht bei Wiki.

Schau mal das Bild im Link an.

http://de.wikipedia.org/wiki/Parsec


Gruss Kurt

Nachtrag:

Ds Bild zeigt die "Umwandlung/Umrechnung" auf.
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Re: Die schwachsinnigen Grundlagen der Relativitätstheorien

Beitragvon Jocelyne Lopez » So 14. Aug 2011, 19:38

Kurt hat geschrieben:
Schau mal das Bild im Link an.

http://de.wikipedia.org/wiki/Parsec

Nachtrag:

Ds Bild zeigt die "Umwandlung/Umrechnung" auf.

Ich sehe eben nicht, dass die per Konvention festgesetzte Lichtgeschwindigkeit bei dieser Messung eine Rolle spielt.
Wo spielt sie eine Rolle?
Wo ist die Verbindung der beiden Längenmaßeinheiten Parsec und Meter mit der festgesetzen LG?
Man braucht doch keine LG festzusetzen, um eine Strecke in Parsec zu messen, oder?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Die schwachsinnigen Grundlagen der Relativitätstheorien

Beitragvon Ernst » So 14. Aug 2011, 19:56

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Wo ist die Verbindung der beiden Längenmaßeinheiten Parsec und Meter mit der festgesetzen LG?

Die Parallaxensekunde kann man in Meter umrechnen. Da braucht man keine LG.
Aber das Meter seinerseits ist über die LG definiert.

Letztere Definition basiert sehr wohl auf der SRT. Denn nur dort ist die Vakuumlichtgeschwindigkeit konstant.
Bei Annahme eines Äthers oder eines Emitters wäre die LG im Vakuum nicht konstant und man müßte daher in der Definition hinzufügen, worauf die LG im Vakuum bezogen sein soll. Dieser Zusatz fehlt aber in der Definition. Es wird folglich die Gültigkeit der SRT vorausgesetzt.

Gruß
Ernst
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Re: Die schwachsinnigen Grundlagen der Relativitätstheorien

Beitragvon Hannes » So 14. Aug 2011, 20:06

Hallo Kurt !
Jocelyne Lopez hat geschrieben:Ich sehe eben nicht, dass die per Konvention festgesetzte Lichtgeschwindigkeit bei dieser Messung eine Rolle spielt.
Wo spielt sie eine Rolle?
Wo ist die Verbindung der beiden Längenmaßeinheiten Parsec und Meter mit der festgesetzen LG?

Das Parsec ist die Maßeinheit, mit der die Astronomen rechnen. Was über das parsec hinausgeht, wird mit der
astronomischen Entfernungsleiter bestimmt. Diese Berechnung setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen,
die wichtigste ist die Leuchtkraft der veränderlichen Sterne, von denen man weiß, wie sich ihre Leuchtkraft entwickelt.
Weiter hinaus kann man dann mit der Leuchtkraft einer bestimmten Klasse der Supernovas rechnen.
Das Maß Lichtjahr ist mehr oder weniger ein populärer Ausdruck, unter dem sich die Leute etwas vorstellen können. Sonst nichts.
Bitte entschuldige mich für ein paar Tage, ich mache Urlaub im schönen Vorarlberg in
Österreich.

Bis auf bald !
Hannes
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Voraussetzung

Beitragvon rmw » So 14. Aug 2011, 20:08

Ernst hat geschrieben:Letztere Definition basiert sehr wohl auf der SRT. Denn nur dort ist die Vakuumlichtgeschwindigkeit konstant. Bei Annahme eines Äthers oder eines Emitters wäre die LG im Vakuum nicht konstant und man müßte daher in der Definition hinzufügen, worauf die LG im Vakuum bezogen sein soll. Dieser Zusatz fehlt aber in der Definition. Es wird folglich die Gültigkeit der SRT vorausgesetzt.

Es ist schon richtig dass die SRT vorausgesetzt wird. Für die praktische Messung spielt SRT aber keine Rolle da solche Messungen ohnehin immer mit einer mitbewegten Lichtquelle gemessen werden. Sie funktionieren mit der Emissionstheorie genau so.
Vorausgesetzt ja, praktisch aber belanglos.
rmw
 
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Re: Voraussetzung

Beitragvon Ernst » So 14. Aug 2011, 20:14

rmw hat geschrieben:Vorausgesetzt ja, praktisch aber belanglos.

Klar.
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