Artie hat geschrieben:Ich kann mich nicht entsinnen, das Ernst etwas über Einweg / Zweiwegmessung ausgesagt hat.
Da ist eben Mitdenken gefragt. Wenn Ernst einen Fehler von 1 Promille angibt, kann er nur eine Einwegmessung meinen, denn bei einer Zweiwegmessung hebt sich der Fehler großteils wieder auf - der Fehler wäre dadurch wesentlich kleiner!
Artie hat geschrieben:Übrigens, eine Zweiwegmessung in der Luft würde den Fehlerwert nach deiner Auslegung verdoppeln... (wegen der geringeren LG in der Luft)
Der Fehler bei Messung in der Luft beträgt etwa 0,2 Promille, und ja, der Fehler verdoppelt sich bei Zweiwegmessung, weil die LG nach beiden Richtungen vermindert ist. Und das hat nichts mit "meiner Auslegung" zu tun, sondern ist einfach so, wenn man in Luft misst. Dagegen ist bei Ätherwind die LG in der einen Richtung erhöht und in der anderen vermindert.
Artie hat geschrieben:Du hast geschrieben, man könne mit Licht keinen Meter exakt messen, was so nicht stimmt.
Ob Ein- / Zweiwegmessung ist da irrelevant.
Nee, ganz und gar nicht. Und selbst bei Gültigkeit der SRT müsste man im Hochvakuum messen - was die Landvermesser mit ihren Lasergeräten bekanntlich aber nicht tun. Wäre wohl auch etwas schwierig, die Landschaft zu evakuieren.
Artie hat geschrieben:Diese 370 km/s dürften die Bewegung im Bezug auf den CMB darstellen, das hat aber nix mit dem 300km/s Ätherwind zu tun, von dem Ernst geredet hat.
Deswegen schrieb ich ja, diese 300 km/s wurden nicht gemessen, aber dafür 370 km/s. Und ja, damit ist sehr wohl die Bewegung gegen die Hintergrundstrahlung gemeint. Auch da ist Mitdenken nötig. Wenn der Cobe-Satellit in 600 km Höhe die Bewegung des Planetensystems gegen Licht aufgrund des Doppler-Effektes messen kann, dann müsste dies auch ein Detektor auf der Erdoberfläche können. Denn es kann ja nicht angenommen werden, dass sich die Strahlung anders verhält, bloß weil sie 600 km tiefer gemessen wird. Und es ist nicht glaubhaft, dass sich Licht auf der Erdoberfläche anders verhält wie 600 km höher, es sei denn, es spielt eine Rolle, dass sich die Lichtquelle selbst auf der Erdoberfläche befindet. Das darf aber nach dem Grundsatz der Unabhängigkeit von der Quelle keine Rolle spielen, andernfalls landen wir in der Emissionstheorie. Der SRT nach müsste die Hintergrundstrahlung im Bezugssystem des Satelliten unabhängig von der Bewegung die konstante LG c haben - damit könnte sich aber kein Doppler-Effekt ergeben. Der ist aber da und wird messbar, weil sich die LG der Hintergrundstrahlung
nicht auf das Bezugsystem des Satelliten bezieht!
Eine in einem ruhenden BS ausgelöste Kugelwelle breitet sich gegenüber dazu bewegtem BS völlig identisch aus - wie Einstein selbst durch Anwendung der LT auf die Kugelgleichung beweist. Das heisst, der bewegte Beobachter nimmt die Kugelwelle trotz seiner Bewegung völlig gleich wahr wie der ruhende Beobachter - was ja auch insofern logisch wäre, wenn die Ausbreitung der Welle für jeden Beobachter mit derselben Geschwindigkeit c erfolgt! Damit ist aber die Möglichkeit eines Doppler-Effektes gar nicht gegeben, weil die LT die Bewegung gegen das Licht eliminiert! Den Doppler-Effekt durch Bewegung des Beobachters kann es daher nach SRT gar nicht geben - und der Cobe-Satellit hätte diesen Effekt daher nicht messen können. Das Messprinzip des Cobe-Satelliten ist nichts anderes als ein auf das Allernotwendigste reduziertes Michelson-Experiment, indem schlicht und einfach nur ein Detektor gegen das Licht bewegt wird. Die Kompensation des Doppler-Effektes, wie sie im Michelson-Apparat erfolgt, entfällt dadurch und was sich deshalb zeigt, ist die Bewegung gegen das
Licht selbst samt resultierendem Doppler-E., der dadurch zustande kommt, dass die entgegenkommenden Photonen schneller und die nachfolgenden langsamer eingefangen werden, was nur möglich ist, wenn sie auch schneller entgegenkommen bzw. langsamer nachfolgen! Anders geht's nicht. Dass sich Smoot beeilt hat zu versichern, dass seine Messungen nicht gegen die SRT verstoßen, ist verständlich. Wer will es sich schon mit der science community verscherzen - und mit dem Nobelpreis wäre es wohl auch nichts geworden...
Der Bezug der LG der Hintergrundstrahlung auf ein BS, das
nicht das BS des Satelliten ist, entspricht natürlich einem Ätherwind mit derselben Auswirkung. Ob da nun etwas ist, was der Äthervorstellung entspricht oder nicht, spielt keine Rolle. Die LG hat sich jedenfalls nicht auf das Inertialsystem des Satelliten bezogen. Also Rot-und Blauverschiebung...
Wie gesagt, mitdenken muss man schon. Wird im Koordinatenursprung zweier Bezugssysteme ein Lichtstrahl abgeschickt und bewegt sich ein Bezugssystem hinweg, so hat nach SRT dieser Lichtstrahl in
beiden Bezugssystemen dieselbe Geschwindigkeit c (!), denn c-v ist ja "verboten". Wie da ein Doppler-Effekt zustandekommen soll, lasse ich mir gerne von Dir erklären!
Grüße
Harald Maurer