fb557ec2107eb1d hat geschrieben:wenn du eine starre Kugelschale mittels LT von S nach S' transformierst, dann ist sie tatsächlich ein Ellipsoid. Eine sich mit c ausbreitende sphärische Wellenfront ist jedoch in S' ebenfalls wieder eine Kugelsphäre. Denn die Sphäre ist definiert durch die Menge der Punkte, die GLEICHZEITIG den Abstand r=ct haben. Werden diese Punkte nach S' transformiert, dann sind sie nicht mehr GLEICHZEITIG. Guckt man nach, wo sie sich GLEICHZEITIG befinden, stellt man fest, dass sie wieder auf einer Kugelsphäre liegen. Aber eben nur, wenn sie sich mit der Geschwindigkeit c vom Emissionspunkt wegbewegen.
Das funktioniert leider nicht, und zwar wegen der Identität der Punkte. Ich beziehe mich auf mein Kreisbeispiel: Der Punkt P1 im ruhenden System hat dieselbe Identität wie der Punkt P1' im bewegten System. Dasselbe gilt für die Punkte P2 und P2'. Andernfalls würde die LT das Ereignis selbst verändern - und das macht sie natürlich nicht. P1 und der transformierte Punkt P1'
ist ein und derselbe Punkt (oder ein und dassselbe Ereignis), welcher in den Bezugssystemen mit unterschiedlichen Koordinaten versehen wird. Die LT
transformiert die Koordinaten, und nicht die Punkte oder Ereignisse.
Die Veränderung der Koordinaten ergibt sich erstens aus der Bewegung des bewegten Systems und zweitens aus der Forderung c=const. Da sich das bewegte System auf die Photonen zu oder weg bewegt und c+/-v für Photonen verboten ist, wird eine andere Koordinate für x erzwungen, so wird z.B. aus x=211985,28.. durch Transformation x'=71694,26... (bei v=0,5 c, was ich in meinem Beispiel vergessen habe anzugeben).
Die Punkte (oder Ereignisse) verändern sich dadurch nicht. Da c=const auch im bewegten System gelten muss, wird auch die Zeit transformiert (die Uhren laufen im bewegten System nicht synchron mit jenen im ruhenden System). Wenn man die transformierte Koordinate x' durch die transformierte Zeit t' dividiert, erhält man bei den Punkten P1' und P2' jeweils exakt die Lichtgeschwindigkeit.
Man kann nun nicht hergehen und gucken, wo im bewegten System die Punkte gleichzeitig (also nicht nach 0,746... Sekunden bzw. 1,562... Sekunden Laufzeit sondern jeweils nach 1 Sekunde Laufzeit) sein werden oder gewesen sind, denn dadurch verlieren die Punkte ihre Identität, d.h. man verändert das Ereignis selbst. Die Koordinaten in beiden Systemen beschreiben doch ein und dasselbe Ereignis, und die Punkte kann man nicht willkürlich auf andere Koordinaten oder Zeitpunkte verschieben, um mit dieser erzielten Gleichzeitigkeit eine Kugelsphäre zu erhalten. Denn der Punkt P1 ist identisch mit dem Punkt P1' - und das gilt für alle anderen Punkte. Der Punkt P1 hat die Koordinate x=211985,28... und im bewegten System hat
derselbe Punkt, jetzt mit P1' bezeichnet, eben die Koordinate x'=71694,26... und er ist keinesfalls auf x'=211985,28..., wo er wäre, wenn man ihn nach 1 Sekunde Laufzeit hinplatzierte, um Gleichzeitigkeit herzustellen,
denn dann wäre er nicht transformiert (denn das ist nämlich seine Koordinate im ruhenden System!)
und die Bewegung des bewegten Systems wäre verschwunden!Der Versuch, mit Herstellung der Gleichzeitigkeit aus dem Ellipsoid eine Kugel zu machen, ist demnach verfehlt. Die Auswertung der Koordinaten und Zeitpunkte im bewegten System ergibt nun mal ein Ellipsoid (in meinem Beispiel eine Ellipse) und da nützt kein Wenn und Aber.
Einstein macht sowohl auf Seite 901 als auch auf Seite 913 ZEBK quasi eine
Momentaufnahme seiner Kugelsphäre. ct ist in diesem Fall nichts anderes als r. In meinem Beispiel eben eine Lichtsekunde bzw. 299792,458 km! Was die Photonen
vor dieser Momentaufnahme oder
nach dieser getrieben haben oder treiben werden, ist ohne Belang.
Diese Momentaufnahme (Punktereignisse!) wird transformiert. Das Argument, eine Lichtsphäre unterscheide sich von einer starren Kugel, greift wegen dieser Momentaufnahme hier nicht, denn mit ct wird lediglich die Länge des Radius definiert. Die zu transformierenden Punkte (oder Photonen) befinden sich zum Zeitpunkt der Momentaufnahme eben im Abstand r vom Mittelpunkt, und dieser Abstand ergibt sich logisch aus ct. Dieser Moment (Einstein:"
Ist (x, y, z) ein eben von dieser Welle ergriffener Punkt...") wird transformiert - und diese Momentaufnahme unterscheidet sich nicht von einer starren Kugel, weil in dieser Momentaufnahme
nicht enthalten ist, dass die Photonen vorher oder nachher andere Orte einnehmen (das wären ja andere Zeitpunkte). Das ist völlig uninteressant. Denn nicht die Ausbreitung der Sphäre selbst wird transformiert
sondern nur ein einziger Moment dieser Ausbreitung.Einstein stellt auf Seite 913 selbst fest, dass sich nach Transformation ein Ellipsoid ergibt und steht damit in Widerspruch zu seinem Beweis auf Seite 901. Dass die Transformation der Kugelgleichung das nicht aufzeigen kann, habe ich in meinem Beispiel ausreichend beschrieben.
Alle Punkte, auch die transformierten, erfüllen eine Kugelgleichung. Das führt gewaltig in die Irre. Auf die Argumente mit dem Geschwindigkeitstheorem muss man überhaupt nicht eingehen, denn c=const in beiden Systemen - völlig egal, was sich bewegt oder nicht bewegt...
Grüße
Harald Maurer