Highway hat geschrieben:Wie beim Zug! Wieso folgst du dieser vergleichenden Argumentation nicht?
Der Vergleich ist eben falsch!
Beim bewegten Zug haben wir
eine Relativgeschwindigkeit, welche maßgeblich für die Lorentzkontraktion des Zuges ist. Das Koordinatensystem des Zugs bewegt sich mit derselben Geschwindigkeit wie der Zug. Deshalb ist es kein Problem, die LT auf das IS des Zuges anzuwenden oder am Zug den Kontraktionseffekt zu messen
Bei einem IS einer bewegten Lichtquelle haben wir
zwei Geschwindigkeiten! Jene des IS, also die Geschwindigkeit der Lichtquelle und die Geschwindigkeit des Lichts mit c! Transformiert man ins IS der Lichtquelle, so transformiert die Wellenlänge nicht im gleichen Ausmaß einfach mit, denn sie hat eine
andere Geschwindigkeit! Man müsste also die LT auf das Licht anwenden, weil ja das Licht die maßgebliche Geschwindigkeit für die Anwendung der LT hätte - aber das geht natürlich nicht, weil die LG als invariante Geschwindigkeit (Konstante) nicht transformierbar ist. Man kann also nicht eine Wellenlänge mit der Relativgeschwindigigkeit c transformieren, um eine Kontraktion der Wellenlänge festzustellen, denn die LG ist unabhängig von der Geschwindigkeit des IS, in welchem sich das Licht bewegt, immer c ! Da käme dann, ganz gleich, wie schnell sich die Lichtquelle bewegt, immer derselbe Wert heraus.
Man transformiert daher vom IS des Beobachters in das IS der
Lichtquelle und nicht in ein mit c bewegtes Bezugssystem des Lichts, weil ein solches in der SRT gar nicht exististiert (im Äther würde dieser ein derartiges Bezugssystem sein. Und den gibt es in der SRT nicht!).
Wir haben also zwei transformierbare IS, das des Beobachters und das der Lichtquelle, welche nun periodisch eine Frequenz erzeugt, d.h. in Zeitintervallen Amplituden absetzt, um deren Geschwindigkeit wir uns gar nicht kümmern können, denn wir wissen ja, dass sie immer nur c sein kann. Man wird daher die unmittelbare Ursache für eine Wellenlänge beachten, nämlich die Zeitintervalle bzw. die Dauer der Perioden. Da sich das IS der Lichtquelle gegenüber dem Beobachter bewegt, ist in diesem IS die Zeit dilatiert und das verändert die Wellenlänge natürlich schon nur aufgrund der Zeitdilatation. Und verändert sich die Wellenlänge bei konstantem c, so verändert sich auch die Frequenz. Wir haben also 2 Ursachen für die Veränderung der Wellenlänge, einmal die Bewegung der Lichtquelle, die dadurch von vornherein die Wellen in kürzeren oder längeren Abständen absetzt, was dem klassischen DE im ruhenden Medium entspricht, und zusätzlich die ZD, was dazu führt, dass sich die relativistisch berechnete Frequenzänderung nur durch die ZD unterscheidet.
Man kann also LT und LK nicht auf Wellenlängen anwenden, denn diese Wellenlängen bewegen sich in der SRT nie anders als mit c! Und die Bewegung der Lichtquelle wäre völlig egal. Bei einem Zug ist das anders, denn der bewegt sich ja mit dem IS, in welchem er ruht. Das Licht ruht da ja nicht! Man setzt daher an der eigentlichen Ursache für den DE an, also an den gestauchten oder gedehnten Wellen aufgrund der bewegten Quelle. Jede Amplitude bewegt sich mit c, aber die Bewegung der Quelle verkürzt oder dehnt die Abstände der Amplituden zueinander und die ZD modifiziert das noch etwas. Die Abstände berechnet man mit c+/-v (auch die LT macht nichts anderes) und berücksichtigt zusätzlich die ZD. Und man hat den relativistischen DE!
Selbstverständlich kann der ruhende Beobachter die Wellenlänge nicht verkürzt messen wie jene des Zugs. Denn die maßgebliche Relativgeschwindigkeit wäre ja wiederum immer nur c! Soll er rechnen mit sqrt(1-c²/c²)? Und die Geschwindigkeit des IS Quelle kann er nicht nehmen, denn das ist ja nicht die Geschwindigkeit der Wellenlängen!
Deshalb ist die vergleichende Argumentation Licht-Wellenlänge und Zug leider völlig verfehlt!
Grüße
Harald Maurer