Ralf Maeder hat geschrieben:Jondalar, ich habe das noch immer nicht verstanden, tut mir leid.
Was ist denn mit dem Mond, z.B. Sollte dieser nicht auch ziemlich am "leiern" sein, wenn er doch die Erde umrundet und gleichzeitig mit ihr die Sonne umrundet?
Ist das eine aehnliche Situation?
Vielleicht machst du noch einen weiteren Versuch zur Erklaerung!? Der Groschen ist bei mir noch nicht gefallen.
Kein Problem,
ich weiss ja selber, dass meine Beispiele nicht immer gleich klar sind

Der Mond eiert tatsächlich, aber trotzdem etwas anders, weil die Bahn des Mondes um die Erde nahezu identisch mit der Bahn der Erde um die Sonne ist. Der Mond umkreist auch die Erde streng genommen gar nicht, sondern das Erde-Mond System eiert umeinander, wobei der Schwerpunkt des Systems im Erdinneren liegt. Die Erde eiert also zusammen mit dem Mond um die Sonne. Ich weiss nicht, ob ich da ein Bildchen finden kann, aber ich schaue gleich mal noch nach. Faktisch ist es aber auch bei der Bahn des Erde-Mond Systems so, dass die Erde einmal beschleunigt und dann wieder abbremst, das kann man sogar messen. Der Mond ebenso, da es ja ein zusammenhängendes System ist. Praktisch, im Alltag, ist das aber so ein kleiner Effekt, dass wir es nicht bemerken, für uns beschreibt die Erde eine gleichmässige Bahn um die Sonne. Ein beliebtes "Bild" das man zur Veranschaulichung heranzieht, ist eine Hantel mit ungleichen Gewichten. Die dreht sich um sich selber und auch um eben die Sonne.
Die tatsächlichen Bahnen der Planeten um die Milchstrasse sind aber ungleich komplizierter und lassen sich real gar nicht darstellen. Die Sonne eiert nämlich auch um die Ekliptik, die Erde eiert mit dem Mond zusammen um die eierige Sonnenbahn usw usf. Was für mich hier wichtig ist, ist der Umstand, dass die äusseren Planeten - bei den inneren fällt das noch nicht so sehr ins Gewicht - vor "aussen" betrachtet ziemlich komische Bahnbewegungen ausführen. Nimm Dir einfach zur Demo ein Blatt Papier, male in die Mitte einen Punkt und zeichne dann eine möglichst große Ellipse darum. Jetzt nimmst Du das Papier, stellst es auf die dünne Kante, so dass Dein Sonnensystem zur Seite schaut. Das ist eine 90° Bahnneigung. Wenn Du jetzt das Papier ein wenig - 20° - zur Seite neigst, wirst Du sehen, dass Deine Planetenbahn einmal vor und dann wieder hinter der Sonne liegt. Bewegst Du dazu das Blatt noch in eine Richtung, wirst Du sehen, dass ein Planet ganz schön "Gas geben" muss um die Sonne wieder ein zu holen, oder eben stark abbremsen muss, um die Sonne wieder überholen zu lassen.
Wenn wir annehmen, dass sich die Gravitation auch "nur" mit c ausbreitet, würde die Wirkung der Sonnengravitation erst dann den Neptun erreichen, wenn die Sonne real schon wieder tausende von Kilometern weiter wäre. Das widerum hätte zur Folge, dass der Neptun nicht mehr "in der Bahn" wäre. Wenn man jedoch annimmt, dass sich die Gravitation instantan ausbreitet, dann gibt es dieses Problem nicht.
Ich hoffe, ich konnte das jetzt besser erklären - wenn nicht, frag nur nochmal, ich lass mir dann wieder etwas einfallen

Herzliche Grüße
Nachtrag:
Ich habe folgende Bilder gefunden:
Einmal die Bahn des Mondes um die Erde ohne die Erdbewegung:

Dann noch die Neigung der Mondbahn:

und schliesslich die Bahn von Erde-Mond:


Mehr konnte ich leider auf die Schnelle nicht finden - sorry
Nachtrag II
Hier noch ein Bild der Umlaufbahn des Jupitermondes IO um die SONNE:

Da ist IO sogar mal rückläufig, dann wieder mit "Vollgas" vor die Sonne.......