Jondalar hat geschrieben:Das stelle ich auch alles gar nicht in Frage, das ist natürlich so, nur, dass die Haftung des Reifens instantan und direkt wirkt, die Schnur an Deinem Stein ebenfalls instantan und ohne Zeitverlust. Der Neptun aber hat weder nen Gummibelag, noch eine Schnur zur Sonne, das ist schon ein erheblicher Unterschied, das siehst Du spätestens, wenn mal die Haftung Deines Reifens abreisst - ich kenne das selber - dann merkt man, was eine verzögerte Reaktion so ausmachen kann, wenn man dann plötzlich nicht mehr "auf der Kreisbahn" ist, sondern im Graben landet. Auch, wenn Du deinem Stein mal die Schnur durchschneidest und darauf vertraust, dass der Stein dann schon seine Bahn behalten wird, würde ich nicht erwarten, dass er weiterhin um Dich kreist, sondern ich gehe dann in Deckung.
Die Gravitation hat dieselbe Wirkung wie eine Schnur, weil sie sich ja gar nicht mehr ausbreiten muss, sondern bereits da ist! Das Gravitationsfeld existiert rund um die Sonne, seitdem es die Sonne gibt. Die Gravitationskraft muss daher nicht hinter dem Planeten nachlaufen, sondern der Planet befindet sich ständig in diesem Feld und eine Kraft will ihn ständig gleichsam wie an einer Schnur zur Sonne ziehen. Die "Ausbreitung der Gravitation" mit c wird meist missverstanden. Was sich mit c ausbreiten würde, wären Veränderungen des Felds, verursacht durch Veränderungen der verursachenden Masse. Würde die Sonne blitzartig verschwinden, würde diese Veränderung die Erde erst nach etwa 8 Minuten bemerken, sowohl optisch als auch gravitativ! Aber solange die Sonne unverändert da ist, ist auch ihr G-Feld vorhanden, an jedem Punkt, den die Erde gerade einnimmt. Verschwindet das Gravitationsfeld, so ist gleichsam die Schnur durchschnitten, und die Erde wird getreu nach Newton tangential ihre Kreisbahn verlassen und ins All sausen. Zum Glück nimmt uns niemand die Sonne weg!
Wie wirkt also eine Gravitation, die bereits vorhanden ist und gar nicht erst zur Erde marschieren muss? Instantan natürlich! Genauso wie die Haftreibung an einem Reifen, genauso wie eine Schnur. Da gibt es keine Zeitverzögerung, weil die Gravitation schon an Ort und Stelle ist - sie ist ja ein bereits bestehendes Feld. Es ist ja auch eine Wechselwirkung zwischen dem Erdgravitationsfeld und jenem der Sonne, und die Erde wird ja nicht die Sonne anrufen und sagen, pass mal auf, ich bin da 150 Millionen km entfernt, schicke mir doch mal etwas Gravitation, damit ich nicht davon fliege!
Das gleiche gilt für jedes bereits bestehende Kraftfeld. Nur Veränderungen des Felds pflanzen sich mit c fort. Bewegt man einen Leiter in einem bereits bestehenden Magnetfeld, habe ich Strom im Leiter sofort! Bewege ich hingegen den Magneten, dann wird der Leiter diese Veränderung mit c etwas später mitbekommen, und der Strom entsteht daher auch etwas später. Ein Umstand übrigens, welcher der SRT das Genick bricht!
Licht ist übrigens nichts anderes als eine Veränderung im Kraftfeld des Universums, also ein elektromagnetisches Kraftfeld, früher Äther genannt, dann geleugnet, dann von Einstein 1920 wieder Äther genannt, dann "Quantenschaum" und neuerdings Higgs-Feld genannt! Sei begrüßt, du alter Äther, der du in neuem Gewand und mit neuem Namen wieder in der Physik auferstanden bist!
Grüße
Harald Maurer
