Ernst hat geschrieben:Harald Maurer hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:
Du übersiehst die charakteristische Aussage der SRT, daß am gleichen Ort eine bewegte Uhr eine andere Zeit anzeigt als eine ruhende Uhr.
Das ist falsch. Weder die SRT noch irgendeine andere Theorie kennt einen derartigen Unterschied.
Das meinst du ernsthaft?
Ja, das meine ich ersthaft. Denn eine bewegte Uhr und eine ruhende Uhr können sich niemals am gleichen Ort befinden! Eine einzige Uhr ist auch niemals in einem IS gleichzeitig bewegt und ruhend, sondern in ihrem IS ruht sie.
1. Versuch: Stelle eine Uhr im Abstand von 1 LS auf und die Uhr wird die Laufzeit von dir zur Uhr mit 1 s messen.
2. Versuch: Die Uhr möge sich gleichzeitig mit dem Lichtstart mit 0,5 c nähern. Strahl und Uhr treffen sich nach 0,5 s - und die Uhr wird das anzeigen.
3. Versuch: Die Uhr bleibe bei 1 LS und du näherst dich der Uhr mit 0,5 c. In deinem IS bleibt nun die LG c (!) und infolgedessen trifft das Licht die Uhr nach 0,5 s. Nach SRT ist es gleich, ob sich die Uhr zu dir bewegt oder dein IS zur Uhr. In deinem IS beträgt die LG nun nicht c-v, wie dies bei Äther und GT der Fall wäre. Die Uhr wird also den Zeitpunkt der Lichtankunft mit 0,5 s anzeigen.
4. Mache den Versuch wie 1.) - aber ein Kollege von dir soll zugleich den Versuch 3.) durchführen. Für dich muss die Uhr 1 s anzeigen, für den Kollegen aber 0,5 s !
Was zeigt die Uhr?
Niemand kann dich hindern, diese Versuche mit einer einzigen Uhr durchzuführen. Mit der GT ohne Postulat wird die Uhr 1 s anzeigen - und das ist auch die für beide IS richtige Zeit. Gibt es einen Äther und bewegt sich dieser, wird die Laufzeit eine andere sein, aber wieder wird die Uhr eine für beide IS richtige Zeit anzeigen - denn die Bewegung des Mediums wirkt sich dann auf beide IS aus.
Die LT gibt die Laufzeit für deinen Kollegen völlig richtig an und sie ändert sich lediglich durch die ZD. Aus den 0,5 s werden im IS_B 0,577 s - das ist alles. Die Überprüfung der LT mit obigen Versuchen zeigt auf, dass das Postulat absurd ist.
Bewegt sich dein Kollege auf die Uhr zu, und die Uhr bleibt nach 1 s stehen, dann betrug die LG in seinem IS c-v! Bleibt sie mit 0,577 s stehen, dann betrug die LG in deinem IS 2c.
Es gibt kein Entrinnen. Die Laufzeit des Lichts ist nun mal in beiden IS unterschiedlich. Die LT wahrt das Postulat, indem sie für das Licht mit einem Rechentrick namens RdG die Relativgeschwindigkeit eliminiert. Aber natürlich kann man zur Uhr am Ziel und zur Uhr am Start jeweils einen Kontrollposten hinstellen, der sich anguckt, ob irgendeine Uhr beim Start deines Kollegen einen Zeitsprung um 0,5 s rückwärts macht.
Startuhr und Zieluhr sind im IS_A synchron. Hat dein Kollege in seinem Koordinatenursprung eine eigene Uhr, und die wird beim Start ebenfalls auf 0 gestellt, ist auch diese Uhr beim Start synchron mit den anderen Uhren und läuft in der Folge etwas schneller. Daher die 0,577 s, wenn er die Laufzeit anhand seiner Uhr ermitteln könnte. Nur die Zieluhr wird nicht wissen, wie sie sich entscheiden soll... Sie misst schlicht und einfach die Dauer, nach der das Licht ankommt. Wann kommt es an?
Das Problem wurzelt schon in Einsteins Kugelwellen-Beweis, mit welchem er zeigen will, dass sich seine beiden Prinzipien vereinen lassen. Wurde hier ja ausgiebigst diskutiert. Wird in einem gemeinsamen Koordinatenursprung zweier IS eine Kugelwelle ausgelöst, und ein IS bewegt sich weiter, dann sehen beide Beobachter dieselbe Kugelwelle, wobei das Zentrum der Kugelwelle jeweils in jedem der Koordinatenursprünge fixiert bleibt - denn die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Kugelwelle darf sich für den bewegten Beobachter nicht ändern! Da wird dann der RdG-Trick herhalten müssen, und die Beobachter sehen die Kugelwelle nicht zur gleichen Zeit. Aber die RdG kann eine Waffe sein, die man auch gegen sie selbst richten kann. Mit einer schizophrenen Uhr.
Grüße
Harald Maurer