Harald Maurer hat geschrieben:
Wenn die Geschwindigkeit des Lichts unabhängig von der Quelle ist (sodass es keine Rolle spielt, in welchem BS sich die Quelle befindet), so ist die Annahme, die Geschwindigkeit wäre nach allen Richtungen die gleiche, nur dann erlaubt, wenn man davon ausgeht, dass die Geschwindigkeit des Beobachters auf die LG keinen Einfluss hat. Andernfalls würde es sich ja ergeben, dass aufgrund der Bewegung des Beobachters die LG von der Richtung abhängt.
Stimmt…
Man kann aber m.E. messtechnisch nicht gleichzeitig durch eine einzige astronomische Beobachtung nachweisen, dass die LG unabhängig von der Geschwindigkeit der Quelle
UND des Beobachters ist, weil man bei astronomischen Messungen die Lichtgeschwindigkeit überhaupt nicht misst, schon gar nicht getrennt nach Einfluß der Geschwindigkeit der Quelle und Einfluß der Geschwindigkeit des Beobachters, sodass man den jeweiligen und gleichzeitigen Anteil der Geschwindigkeit der Quelle und der Geschwindigkeit des Beobachters in der Lichtgeschwindigkeit nicht erfahren und auseinander halten kann, wenn ein Lichtstrahl sich zwischen einer entfernten bewegten Quelle im All und einem Beobachter auf der bewegten Erde bewegt. Man kann nun mal nicht die LG „
aus der Sicht der Quelle“ messen, dafür bräuchte man einen Beobachter auf der Quelle, hat man nun nicht. Man kann nun mal nicht einen Beobachter für eine Messung plazieren, wo man ihn gerade bräuchte und wo die Relativisten ihn gerne munter plazieren: auf der Sonne, auf einem Asteroid, auf einer entfernten Quelle im All, auf einem Myon...

All solche "
Messungen" sind nun mal technisch nicht möglich, das sind fiktive Messungen, Wunschträume der Relativisten. Man hat immer nur ganz platt einen Beobachter auf der Erde, der die LG „
aus der Sicht der Erde“ sprich relativ zur Erdoberfläche messen kann. Mehr nicht. Alles Anderes ist nicht möglich. Das ist m.E. auch das, was Poincaré ausdrucken wollte als er sagte: „
Das ist ein Postulat, ohne das keine Messung dieser Geschwindigkeit [der Geschwindigkeit der Quelle] versucht werden könnte." Man kann nun mal nicht einen Beoachter auf einer entfernten Lichtquelle im All für eine konkrete Messung plazieren, und der Beobachter auf der Erde kann nicht der Anteil der Geschwindigkeit der Quelle und der Anteil seiner eigenen Geschwindigkeit in der Lichtgeschwindigkeit erfahren, weil er beide Geschwindigkeiten nicht kennt und die LG aus der entfernten Quelle auch nicht messen kann. Viele unbekannte Faktore in astronomischen Beobachtungen... Oder?
Es ist also äußerst praktisch einen Wert der LG festzusetzen und dabei zu postulieren, dass sie zugleich unabhängig von der Geschwindigkeit der Quelle und des Beobachters ist, was jedoch in dem zweiten Fall einen Logikbruch bedeutet: Eine Messung kann grundsätzlich nie unabhängig von einem Beobachter sein, weil eine Messung nur durch die Existenz eines Beobachters (sprich auch von seinem Bewegungszustand) zustande kommt. Ohne Beobachter, keine Messung.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez