Rudi Knoth hat geschrieben:
Dies kann man auch beobachten, wenn man mit GPS im ECI synchronen Uhren ein entsprechendes Experiment mit Funksignalen in Ost- und Westrichtung vornimmt. Hat man nun einen Widerspruch zu Einstein oder nicht? Wenn er dies schon in seinem Werk beschrieben hat, dann kann man schwer von Widerspruch reden. Allerdings hat er damit die Relativität der Gleichzeitigkeit beschrieben.
Man hat schon deshalb einen Widerspruch zu Einstein, weil Einstein schon in seiner allerersten Konstruktion der RdG sein Postulat verletzt hat. Gewissermaßen beschrieb er quasi einen linearen Sagnaceffekt. Und dass z.B. Radiosignale auf der Erdoberfläche je nach Himmelsrichtung unterschiedlich schnell sind, ist fast schon Allgemeinwissen. Aber der Sagnaceffekt spielt im GPS gar keine besondere Rolle.
Im GPS wird das sogenannte Pseudorange-Verfahren angewendet. Denn die Schulbuchdefinitionen "Intertialsystem" und Lichtgeschwindigkeit "c" exstieren im Anwendungsbereich des Systems von vornherein nicht. D.h. es fällt alles etwas ungenau aus und man arbeitet sich mit etlichen mathematischen Iterationsschritten auf ein halbwegs befriedigendes Egebnis hin.
Von einer konstanten Licht-bzw. SIgnalgeschwindigkeit "c" kann keine Rede sein. Das Verhalten der GPS-Signale wird aufgrund der Ausbreitung des Satellitensignals durch die verschiedenen Schichten der Atmosphäre beeinflusst. Je nach physikalischen Parametern sind unterschiedliche Einteilungen möglich. Betrachtet man die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen in der Atmosphäre, muss zwischen Troposphäre und Ionosphäre unterschieden werden:
Die Ionosphäre (70-1000 km Höhe) ist mit Ionen und Elektronen gesättigt, so dass eine Beeinflussung der Ausbreitung von Radiowellen anzunehmen ist. Diese wirken sich auf Laufzeit- und Trägerphasenmessung mit unterschiedlichen Vorzeichen aus. Entsprechende Ausbreitungsverzögerungen oder -beschleunigungen sind orts-, zeit- und frequenzabhängig; der Vorgang wird als ionosphärische Refraktion bezeichnet.
Der Einfluss der Troposphäre (troposphärische Refraktion) ist auf die unteren Luftschichten der Erde bis in eine Höhe von ca. 40-70 km gegeben. Hier kommen vor allem meteorologische Faktoren wie Wetterlage, Luftdruck, Temperatur u.ä. zum tragen. Diese troposphärische Signalrefraktion lässt sich durch empirisch gewonnene Korrekturmodelle nur ansatzweise minimieren.
Zusätzlich kann es durch Phasenüberlagerung und Reflexion von Signalen zu Mehrwegausbreitung eines ursprünglich direkten GPS-Signals kommen. Dadurch werden Phasenfehler erzeugt, die sich auch auf die Entfernungsmessung auswirken können.
Auch Uhrenfehler gehen direkt in die Positionsmessung mit ein: Die Atomuhren im Satelliten (Cs-Rb-Oszillatoren) weisen zwar Fehler von nur 60 nsec, die der Quarzuhren im GPS aber von 20 msec auf. Dieses entspräche einer zusätzlichen (theoretischen) Erhöhung des Positionsfehlers von 18 m auf Satellitenseite bzw. 6000 km bzgl. der GPS-Seite bei ausbleibender Korrektur!
Aufgrund konstanter und unregelmäßiger Frequenzfehler der Atom-Ozillatoren in den GPS-Satelliten unterscheidet sich die individuelle Satellitenzeit von der GPS-Systemzeit. Die Satellitenuhren werden deshalb von der Kontrollstation überwacht und aus den Abweichungen wird ein Korrekturpolynom errechnet, welches über die Satelliten innerhalb der Message an die Empfänger übermittelt wird, welche daraus Absendeort und Absendezeit der Signale ermitteln können. (Genaugenommen könnte man statt der Korrekturdaten überhaupt einfach gleich die Systemzeit senden, d.h. man bräuchte in den Satelliten gar keine Uhren!)
In der Populärwissenschaft wird häufig die Vorstellung vertreten, das Global Positioning System diene nicht nur der Positionsbestimmung, sondern auch als praktischer Test für Einsteins Relativitätstheorie. Dabei wird behauptet, dass die berechneten Positionen schnell sehr ungenau würden, wenn nicht bestimmte Anpassungen vorgenommen würden, um die Vorhersagen dieser Theorie zu bestätigen. Jeder mit einem funktionierenden GPS-Empfänger würde also bereits die Richtigkeit der Theorie bestätigen, und der Pizzabote wäre ohne die rel. Anpassungen nicht bei uns zu Hause angekommen. Doch das angewendete Pseudorange-Verfahren stützt eine derartige Propaganda nicht. Sie ist unbegründet und die Wissenschaftsgurus, die sie vertreten, sollten es besser wissen. Tatsächlich ist es egal, ob relativistische Anpassungen vorgenommen werden oder nicht. Und das hat eben mit grundlegenden Fakten über die Funktionsweise von GPS und deren Empfängern zu tun.
Wer diese genauer kennen lernen möchte, kann hier weiter lesen:
http://www.alternativephysics.org/book/GPSmythology.htmoder hier:
https://www.mahag.com/srt/gps.phpund hier:
https://www.mahag.com/srt/gps2.phpGrüße
Harald Maurer