Spiegel auf dem Mond

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Spiegel auf dem Mond

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 2. Mär 2011, 17:29

Hallo zusammen,

In einem Forum hat mir gerade ein Teilnehmer entgegen gesetzt, dass die Zeit tatsächlich dilatieren und die Spezielle Relativitätstheorie richtig sein muss, weil man immer ca. 2,5 s Laufzeit für einen Lichtstrahl zwischen Erde und Spiegel auf dem Mond misst, egal ob die Erde und der Mond sich entgegen kommen oder sich voneinander entfernen. Da die „Pendelstrecke“ ca. 42.592 km beträgt, würde eine Addition der Geschwindigkeiten sich bemerkbar machen und könnte nicht mit den kleinen Variationen verwechselt werden, die durch die Durchquerung der Atmosphäre stattfinden.

Man soll durch trigonometrische Berechnungen nachgeprüft haben, dass es so ist und dass keine Addition stattfindet.

Ich kenne mich mit der Astronomie nicht aus und kann nicht beurteilen, ob die trigonometrische Berechnung so präzis bei der Berechnung der Distanz zwischen Laser im Labo und Spiegel auf dem Mond sind, das man es vergleichen und nachprüfen kann.

Bestätigt die konstante Laufzeit der LG zwischen Erde und Mond die Spezielle Relativitätstheorie und die „Dilatation der Zeit“?

Was sagt Ihr?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Spiegel auf dem Mond

Beitragvon Ernst » Mi 2. Mär 2011, 17:37

Jocelyne Lopez hat geschrieben: Was sagt Ihr?

Das hatten wir hier schon ausgiebig. Es widerlegt konventionellen Äther. SRT und Emission bleiben im Spiel.
Allerdings gibt es Einwände. Der Abstand des Mondes zur Erde ist ja zeitlich nicht konstant. Es muß der gesamte Orbit zu unterschiedlichen Zeitpunkten vermessen und verglichen werden.
Wenig Aussicht auf Erfolg.

Gruß
Ernst
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Re: Spiegel auf dem Mond

Beitragvon Jocelyne Lopez » Mi 2. Mär 2011, 18:01

Ernst hat geschrieben:
Der Abstand des Mondes zur Erde ist ja zeitlich nicht konstant. Es muß der gesamte Orbit zu unterschiedlichen Zeitpunkten vermessen und verglichen werden.
Wenig Aussicht auf Erfolg.

Man sagte mir, der zeitliche Abstand sei eben mit ca. 2,5 s konstant, egal ob beim maximalen oder minimalen räumlichen Abstand von 42.592 km, das sei eben der springende Punkt dabei. Stimmt das? Wäre also die Invarianz der LG zu einem bewegten Beobachter damit bestätigt?

Und was heißt "wenig Aussicht auf Erfolg"? Wurde der gesamte Orbit zu unterschiedlichen Zeitpunkten vermessen und verglichen oder wurde es nicht? Oder kann man es meßtechnisch nicht? Wäre der Aufwand zu groß oder die Präzision unzureichend?

Wie kann dieser Teilnehmer behaupten, die konstante Laufzeit der LG von der Erde zum Mond hat seit der Aufstellung des Spiegels auf dem Mond das Postulat der beobachterunabhängigen LG schon lange bestätigt?

Viele Grüße
Jocelyne Lopez
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Re: Spiegel auf dem Mond

Beitragvon Ernst » Mi 2. Mär 2011, 18:33

Jocelyne Lopez hat geschrieben:Und was heißt "wenig Aussicht auf Erfolg"? Wurde der gesamte Orbit zu unterschiedlichen Zeitpunkten vermessen und verglichen oder wurde es nicht? Oder kann man es meßtechnisch nicht? Wäre der Aufwand zu groß oder die Präzision unzureichend?

Das ganze ist relativ kompliziert. Die Spiegelsignale sind nicht so eindeutig; sie müssen statistisch aus einem Signalgemenge gewonnen werden.
Wenn´s Dich interessiert; suche mal hier im Forum, da wurde länger darüber diskutiert. Ohne abschließendes Ergebnis.

Wie kann dieser Teilnehmer behaupten, die konstante Laufzeit der LG von der Erde zum Mond hat seit der Aufstellung des Spiegels auf dem Mond das Postulat der beobachterunabhängigen LG schon lange bestätigt?

Da soll er mal Quellen nennen; wir hatten damals jedenfalls keine eindeutigen gefunden.

Es ist auch zu bedenken, daß es sich ja um eine Zweiwegmessung handelt. Die Auswertung könnte daher auch nur ala Michelson im Großformat erfolgen. Bei einem Ätherwind von 300km/s (CMB) würde die Reflexionszeit für einen speziellen Orbitpunkt um ca. 1µs variieren. Das entspräche einer scheinbaren Abstandsänderung von 300m. Das solte eigentlich schon auffallen. Denn angeblich wird ja beim lunar ranging auf 10cm genau gemessen.
Ich vermute schon, daß das ein Indiz gegen einen Äther ist. Aber wie gesagt, eindeutige Quellen dazu haben wir nicht gefunden.

Gruß
Ernst
Zuletzt geändert von Ernst am Mi 2. Mär 2011, 20:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Spiegel auf dem Mond

Beitragvon Gerhard Kemme » Mi 2. Mär 2011, 21:37

Jocelyne Lopez hat geschrieben:In einem Forum hat mir gerade ein Teilnehmer entgegen gesetzt, dass die Zeit tatsächlich dilatieren und die Spezielle Relativitätstheorie richtig sein muss, weil man immer ca. 2,5 s Laufzeit für einen Lichtstrahl zwischen Erde und Spiegel auf dem Mond misst, egal ob die Erde und der Mond sich entgegen kommen oder sich voneinander entfernen. Da die „Pendelstrecke“ ca. 42.592 km beträgt, würde eine Addition der Geschwindigkeiten sich bemerkbar machen und könnte nicht mit den kleinen Variationen verwechselt werden, die durch die Durchquerung der Atmosphäre stattfinden.


Wobei es sich um keine Hinundher-Bewegung wie beim Kolben eines Automobils handelt, sondern um eine Kreisbewegung des Mondes um die Erde bei gleichzeitiger Erdrotation. Wenn der Mond weiter entfernt ist, wird eine längere Übertragungsdauer des Lichtsignals gemessen und wenn näher dran eine kürzere. Da der Mond einmal im Monat die Erde umrundet, entfernt er sich auch sehr langsam von der Erde - dies bringt natürlich die Schwierigkeit mit sich bei der kurzen Laufzeit des Signals nun noch einen Zeitanteil zu bestimmen, der sich auf die Geschwindigkeit der Abstands-Verringerung oder Abstands-Vergrößerung bezieht.
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