Peter Knoepfheinz hat geschrieben:Wie“ und „warum“ etwas passiert, kann man immer nur bis zu einer bestimmten Tiefe beantworten.
Je weiter man fragt, desto deutlicher wird: Irgendwann endet jede Erklärung – oder sie wird zirkulär.
Beispiel:
Wie kann ein Fußball fliegen?
– Weil ihn jemand tritt.
Für viele reicht das.
Nicht tief genug!
– Weil er Impuls bekommt.
– Nicht tief genug!
– Weil Atome Kräfte übertragen.
– Nicht tief genug!
– Weil Protonen aus Quarks bestehen…
Man kann das beliebig weit treiben, aber man kommt immer an einen Punkt, an dem wir nicht mehr erklären können, „wie“ oder „warum“ etwas passiert.
Dasselbe gilt für die großen Fragen:
- Warum gibt es das Universum?
- Warum gab es die Ursache der Ursache der Ursache…?
Entweder man landet in einer unendlichen Kette, oder in einem Zirkel. Beides beantwortet die Frage nicht wirklich. Deshalb ist es sinnvoller, mit Modellen zu arbeiten statt mit ultimativen „Warum“-Erklärungen.
Ein gutes Modell beschreibt Phänomene, macht Vorhersagen, ist berechenbar und ermöglicht Technik, Materialien, Anwendungen.
Und wenn ein Modell an Grenzen stößt, ersetzt man es durch ein besseres – aber immer so, dass das neue Modell das alte als Spezialfall enthält.
Das ist produktive Wissenschaft.
Alles andere führt in endlose, unentscheidbare Metaphysik.
FULL ACK, wie der Informatiker sagt.
Hier im Forum meinen einige, die Wissenschaft müsste alles bis ins hinterletze Detail leicht verständlich als absolute Wahrheit erklären können, in drei, vier Sätzen. Weil das niemand seriös kann, wird der Stand der Wissenschaft als Blödsinn abgetan oder gar als Lüge, und man stellt einfach selber ein paar an den Haaren herbeigezogene Erklärungen in wenigen Sätzen als absolute Wahrheit hin.
Offenbar gibt es Leute, die es nicht ertragen können, dass niemand die absolute Wahrheit kennt und das, was bekannt ist, nicht mehr einfach zu verstehen und zu überblicken ist. Naja, das sieht man ja auch daran, dass es in jeder Gesellschaft etwas wie Glaube und Religion gibt. Der Mensch kann wohl Ungewissheit nur schwer ertragen. So erfindet er einen Gott oder gleich mehrere und eine Schöpfungsgeschichte etc., wo dann alles mehr oder weniger leicht verständlich ist, und alles wird "galaktisch gut"

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