rmw hat geschrieben:Frau Holle hat geschrieben:Es ist nicht erwiesen, dass es einen Grund gibt, und auch gar nicht notwendig. Solange keiner erkennbar ist kommt es genau auf's Gleiche raus. Zufall eben.
Nein, es ist nicht das gleiche ob man sagt es es ist "Zufall" weil man die einzelnen Zusammenhänge nicht kennt, oder ob man glaubt es gäbe keine Gestzmäßigkeit für den einzelnen Fall.
Es geht nicht darum was man glaubt, sondern was Sache ist. Tatsache ist nun mal, dass uns die Natur keinen Grund offenbart. Also kommt es auf's Gleiche raus, ob einer existiert oder nicht.
Die Natur verhält sich auf Quantenebene wie reiner Zufall. Beim radioaktiven Zerfall kann man vom einzelnen Atomkern unmöglich sagen, wann er zerfällt. Das kann jetzt sein oder nach 5 Minuten oder nach 100 Jahren oder nach 100.000 Jahren. Es gilt als reiner Zufall, basta. Trotzdem kann man sagen, dass nach der sog. Halbwertszeit ziemlich genau die Hälfte einer gewissen Anzahl Kerne zerfallen ist. Vielleicht hat jeder Kern einen konkreten Grund für den Zerfall, vielleicht auch nicht. Es nützt überhaupt nichts zu glauben, dass es einen Grund gibt, solange man keinen kennt. Da kann man ebenso gut davon ausgehen, dass es keinen gibt, wenn man auf dieser Grundlage brauchbare Aussagen machen kann, wie z.B. über die Halbwertszeit. Das erspart die Glaubensfrage.
Übrigens berechnet man die Halbwertszeit mit der Annahme, dass da reiner Zufall herrscht, rein mathematisch. Da die Natur die Rechnung bestätigt hat man keinen Grund anzunehmen, dass es kein reiner Zufall ist, es würde nichts nützen. Die Natur verhält sich in dem Fall eben wie reiner Zufall, das kann man immerhin sicher sagen.
rmw hat geschrieben:Oder wenn im Alltag durch eine unglücklichen Zufall ein Unfall entsteht, so heißt dass ja nicht dass nicht alle Vorgänge einer Gesetzmäßigkeit folgen.
In dem Fall ist eben kein reiner Zufall, weil jeder Fahrer einen Grund hat für seine Anwesenheit am Unfallort. Na und? Für eine Versicherung spielt das überhaupt keine Rolle. Die berechnet ihr finanzielles Risiko erfolgreich so, als wären die Unfälle rein zufällig. Sie kann ja unmöglich von einem Unfall vorhersagen, dass der Fahrer A morgens 5 Minuten länger im Bad braucht und deshalb mit dem Fahrer B gleichzeitig am selben Ort ist, der gerade nicht aufpasst und auf's Handy guckt statt auf die Straße.
Oder beim Glückspiel Roulette: Es mag ja jeweils Gründe geben, warum die Kugel ins Fach 17 fällt und nicht woanders hin... Impuls, Luftwiderstand und und und. Aber das spielt keine Rolle für die Betreiber, weil sich in Summe zuverlässig ziemlich genau der Gewinn ergibt, den sie ausgerechnet haben: 2,7% aller Einsätze beim klass. frz. Roulette. Da achten sie genau drauf, denn wenn sich das mal nicht ergibt, dann ist etwas faul mit den Geräten. Ein Elemetarereignis mit oder ohne Grund ist ganz irrelevant. Die Menge macht's.