Mikesch hat geschrieben:Nö, sagt ja keiner.
Naja, aber wenn Zeit selbst im weitesten Sinne kein Ereignis ist, dann hat sie ja noch weniger physikalische Bedeutung als ein Bewusstsein.
Metaphysisch kann ich sagen Zeit ist die Möglichkeit, dass Ereignisse stattfinden, sie macht aus einer statischen Welt, eine dynamische.
Aber physikalisch kann ich das so nicht sagen, da kann ich eigentlich nur sagen, Zeit ist eine Folge von Ereignissen - sie ergibt sich erst aus der Dynamik und man muss wohl auch ein Bewusstsein haben, um Zeit als solche überhaupt empfinden zu können. Ein Stein liegt nur rum, wird mal warm, wird mal kalt, reist irgendwann und zerbröselt - aber der zählt ja nicht mit.
Und die Götter sind so wie sie sind, denen beizubringen, dass sie mal anders gewesen waren und auch wieder anders werden könnten, war schon schwer genug und hat ein ganzes Zeitalter gebraucht.
Mikesch hat geschrieben:Die Zeitreisen sind immer kausal. Das heisst, das Ursache und Wirkung nicht die Reihenfolge tauschen.
Die Reise selbst ist noch kausal, aber die Ergebnisse dann unauflösbar paradox. Das Problem ist, dass ein Ereignis stattgefunden hat und das geht nicht wieder rückgängig zu machen. Wirklich existent ist nur der Moment und der ist immer und überall. Wenn jetzt irgendwo eine Supernova passiert, dann passiert die jetzt - wir sehen die vielleicht erst in hundert Jahren, aber dann ist sie auch schon hundert Jahre her.
Wenn ich das für meine Metaphysik kompatibel auszudrücken versuche, dann komme ich auf so was wie die Zeit ist der gemeinsame Wirkhorizont, auf dem Wechselwirkungen stattfinden.
Mikesch hat geschrieben:Am einfachsten mglw. das Zentrum der Bahnbewegungen von Erde und Mars.
Tja, man braucht jedenfalls ein Ruhesystem in dem sich beide unabhängig bewegen können, so dass man zwei Geschwindigkeiten für jeden Planet extra eine hat - mit nur der Relativgeschwindigkeit zwischen beiden, kann man ja keine Unterschiede berechnen.
