Die Grundannahmen der Relativitätstheorie

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Die Grundannahmen der Relativitätstheorie

Beitragvon Lagrange » Di 6. Nov 2018, 13:13

„Die Gesetze, nach denen sich die Zustände der physikalischen Systeme ändern, sind unabhängig davon, auf welches von zwei relativ zueinander in gleichförmiger Translationsbewegung befindlichen Koordinatensystemen diese Zustandsänderungen bezogen werden.“

Was versteht man darunter?

In einem Zug rollt ein Ball in Vorwärtsrichtung (die Geschwindigkeit=v). Der Zug bewegt sich mit der Geschwindigkeit w (relativ zum Bahnhof). Was sieht ein Beobachter im Zug und was sieht ein Beobachter am Bahnhof?
Zwei unterschiedliche Geschwindigkeiten. Einmal v und einmal w+v.
Zuletzt geändert von Lagrange am Di 6. Nov 2018, 13:18, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Grundannahmen der Relativitätstheorie

Beitragvon Lagrange » Di 6. Nov 2018, 13:15

McMurdo hat geschrieben:
Lagrange hat geschrieben:Ja aber nur im eigenen Inertialsystem.

Genau das besagt doch Relativitätsprinzip.

Das glaube ich einfach nicht. Das RP ist nicht präzise genug definiert. Kann man nicht gelten lassen!
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Re: Die Grundannahmen der Relativitätstheorie

Beitragvon Nicht von Bedeutung » Di 6. Nov 2018, 13:23

Lagrange hat geschrieben:Das glaube ich einfach nicht. Das RP ist nicht präzise genug definiert. Kann man nicht gelten lassen!
Nun, das ist aber schon seit 400 Jahren so und das kann man auch gelten lassen. Was man aber nicht gelten lassen kann, ist das, was etwa vor 100 Jahren hinzu kam.
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Re: Die Grundannahmen der Relativitätstheorie

Beitragvon McMurdo » Di 6. Nov 2018, 13:35

Lagrange hat geschrieben:Was versteht man darunter?


Das es egal ist welches System du betrachtest. Im Zug fällt der Ball Senkrecht nach oben und unten wenn du im Zug bist, am Bahnsteig fällt der Ball senkrecht nach oben und unten wenn du am Bahnsteig bist. Beide Systeme sind nicht unterscheidbar, obwohl Sie sich offensichtlich relativ zueinander bewegen. Alle Naturgesetze gelten in beiden Systemen gleichermaßen. Das haben wir doch jetzt recht einfach veranschaulicht das es da nirgends etwas gibt was bei dem einen anders wäre als bei dem anderen.

Die Transformation gibt ja nur an wie der eine ins andere System kommt. Dadurch ändert sich ja aber im jeweiligen System absolut gar nichts. Der Ball im Zug wird ja nicht schneller nur weil derjenige am Bahnhof ihn schneller sieht.
In einem Zug rollt ein Ball in Vorwärtsrichtung (die Geschwindigkeit=v). Der Zug bewegt sich mit der Geschwindigkeit w (relativ zum Bahnhof). Was sieht ein Beobachter im Zug und was sieht ein Beobachter am Bahnhof?

Derjenige am Bahnhof misst nun zB für den Zug eine Geschwindigkeit v(Zug)=100km/h und eine Geschwindigkeit v(Ball)=105km/h.
Um jetzt ins System Zug zu wechseln muss die Transformation durchgeführt werden, in diesem Fall
v(Zug)100km/h - v(Zug)100km/h = 0 und
v(Ball)105km/h - v(Zug)100km/h = 5km/h.

Und das ist genau das was derjenige im Zug misst: v(Zug) = 0 und v(Ball) = 5km/h.

Und genau die gleiche Rechnung kann derjenige im Zug machen und kommt ebenfalls aufs selbe Ergebnis.
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Re: Die Grundannahmen der Relativitätstheorie

Beitragvon Nicht von Bedeutung » Di 6. Nov 2018, 13:50

McMurdo hat geschrieben:Und genau die gleiche Rechnung kann derjenige im Zug machen und kommt ebenfalls aufs selbe Ergebnis.
Diese Rechnung muss der jenige im Zug auch machen, denn dass, was er am Bahnhof sieht (die Parabel) geschieht ja nicht wirklich. Er sieht also nur eine Projektion (Selbiges gilt auch für den Herrn am Bahnhof).
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Re: Die Grundannahmen der Relativitätstheorie

Beitragvon McMurdo » Di 6. Nov 2018, 14:00

Nicht von Bedeutung hat geschrieben:Diese Rechnung muss der jenige im Zug auch machen, denn dass, was er am Bahnhof sieht (die Parabel) geschieht ja nicht wirklich. Er sieht also nur eine Projektion (Selbiges gilt auch für den Herrn am Bahnhof).

Natürlich geschieht das wirklich. Kann man sich auch ganz einfach klar machen:
derjenige im Zug wirft den Ball nach vorne aus dem Zug heraus, wenn er auf dich zukommt. Der Ball wird also eher bei dir sein als der Zug, denn derjenige am BAhnhoff misst ja für den Ball eine höhere Geschwindigkeit für den Ball als für den ZUg, folglich muss der Ball bei ihm eher ankommen.
McMurdo
 

Re: Die Grundannahmen der Relativitätstheorie

Beitragvon Lagrange » Di 6. Nov 2018, 14:08

McMurdo hat geschrieben:
Lagrange hat geschrieben:Was versteht man darunter?


Das es egal ist welches System du betrachtest. Im Zug fällt der Ball Senkrecht nach oben und unten wenn du im Zug bist, am Bahnsteig fällt der Ball senkrecht nach oben und unten wenn du am Bahnsteig bist. Beide Systeme sind nicht unterscheidbar, obwohl Sie sich offensichtlich relativ zueinander bewegen. Alle Naturgesetze gelten in beiden Systemen gleichermaßen. Das haben wir doch jetzt recht einfach veranschaulicht das es da nirgends etwas gibt was bei dem einen anders wäre als bei dem anderen.

Das ist das alte RP. Hat mit dem neuen nichts zu tun. Mechanische Gesetze sind nicht alle Gesetze.

Wir haben noch gesehen, dass die Schallgeschwindigkeit davon abhängig ist ob sich Schallmedium bewegt oder nicht.

Wir drehen uns im Kreis. Für mich bleibts, wenn man Bewegung von einem ins andere Inertialsystem transformieren will, muss Galilei-Transformation angewandt werden. Die Gesetze sind in beiden Systemen nicht identisch.
Lagrange
 
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Re: Die Grundannahmen der Relativitätstheorie

Beitragvon Nicht von Bedeutung » Di 6. Nov 2018, 14:16

McMurdo hat geschrieben:Natürlich geschieht das wirklich.
Was geschieht wirklich und für wen? Subjektive Realität. Was geschieht wirklich und wo? Objektive Realität. Schein und Sein ist der Bereich, in welchem wir uns hier befinden. ;)
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Re: Die Grundannahmen der Relativitätstheorie

Beitragvon Nicht von Bedeutung » Di 6. Nov 2018, 14:24

Lagrange hat geschrieben:Die Gesetze sind in beiden Systemen nicht identisch.
Doch, sind sie. Beide müssen transformieren, um zu erfahren, was im jeweils anderen System tatsächlich vorgeht. Nun braucht man nur noch das oberste Wurzelbezugssystem finden, gegen das man als letztes transformieren kann und dann landet man beim Inertialraum. Das ist für Bahnsteig und Zug aber noch lange nicht relevant.
Nicht von Bedeutung
 

Re: Die Grundannahmen der Relativitätstheorie

Beitragvon McMurdo » Di 6. Nov 2018, 14:25

Lagrange hat geschrieben:Das ist das alte RP. Hat mit dem neuen nichts zu tun. Mechanische Gesetze sind nicht alle Gesetze.

Welches alte und welches neue? Es gibt nur ein Relativitätsprinzip, nämlich das die Naturgesetze in gleichförmig zueinander bewegten Bezugssystemen identisch sind. Es ist erweitert worden, ja aber es hat nie seine Gültigkeit dadurch verloren.

Wir haben noch gesehen, dass die Schallgeschwindigkeit davon abhängig ist ob sich Schallmedium bewegt oder nicht.

Ja, so wie beim Ball. Aber auch hier kannst du eine analoge Betrachtung anstellen. Fährst du durch den WInd oder weht dir der Wind entgegen? Es macht keinen Unterschied. nur das es jetzt nicht Bahnsteig und Zug sondern Wind und Zug sind die du hier in Beziehung setzt.

Wir drehen uns im Kreis. Für mich bleibts, wenn man Bewegung von einem ins andere Inertialsystem transformieren will, muss Galilei-Transformation angewandt werden. Die Gesetze sind in beiden Systemen nicht identisch.

Wie kannst du zu so einer Schlussfolgerung kommen wenn dir klar ist das in beiden Systemen der Ball jeweils exakt gleich nach oben und unten fällt?
Und das die Transformation um ins jeweils andere System zu kommen auch exakt identisch ist?
McMurdo
 

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