Chief hat geschrieben:Man muss noch die Auftriebskraft (He/Luft) einbeziehen die gegen G-Kraft gerichtet ist.
In der Schwerelosigkeit innerhalb der Raumstation (oder beim Parabelflug etc.) gibt es keine Auftriebskraft mehr. Da wirkt - wie schon erwähnt - nur die Gezeitenkraft. Die Gravitation ist bei einem ausgedehnen Objekt nicht an allen Punkten gleich stark. Das verformt das Objekt und erzeugt Spannungen sowie Kräfte in Richtung zum gemeinsamen Massenschwerpunkt. Inwieweit das Objekt diesen Gezeitenkräften unterliegt bzw. darauf reagiert, hängt von seiner Stabilität, z.b. den Kohäsionskräften ab. Gäbe es die Gezeitenreibung zwischen Erde und Mond nicht, würde auch der Mond sich der Erde kontinuierlich nähern, wg. der Gezeitenreibung erhält der Mond aber einen stetigen Impuls, der ihn von der Erde wegtreibt. Bei einem He-Ballon innerhalb einer Raumstation ist das nicht der Fall. Er folgt der Gezeitenkraft spontan und zeigt das inhomogene Gravitationsfeld an. Auch die Raumstation selbst unterliegt derselben Kraft und muss daher ständig etwas angehoben werden. Bei der ISS, die nur in 350 km Höhe fliegt, spielt dabei aber auch der noch vorhandene Widerstand an Luft und Staub eine Rolle.
Man muss für den Grad der Gezeitenwirkung sowohl die Stabilität und Ausgedehntheit des Objektes als auch die unterschiedlichen Massenschwerpunkte der Systeme berücksichtigen. Deshalb wird der Effekt nicht bei jedem Objekt gleich stark ausfallen. Ein He-Ballon scheint hier ein ideales Versuchsobjekt zu sein.
Grüße
Harald Maurer
