Harald Maurer hat geschrieben:
Denk Dir ein Boot, das auf einem See dahinfährt und Wellen verursacht. Diese Wellen breiten sich in einer bestimmten Geschwindigeit auf dem See aus, auf welche die Geschwindigkeit des Bootes keinen Einfluss hat. Das heißt, die Wellen sind unabhängig vom Verursacher.
hmm... ob die Unabhängigkeit der Geschwindigkeit von Wasserwellen von der Geschwindigkeit von Verursachern zum Zeitpunkt der Emission trivial ist sei dahingestellt: Ich kann mir irgendwie nicht so richtig vorstellen, dass ein Kanu eine genauso schnelle Bugwelle auslösen kann wie ein riesiger Containerschiff. Oder dass ein 1 Kg-Stein, der ins Meer fällt, eine genauso schnelle Flutwelle verursachen kann, als ein Asteroid von 100 m Durchmesser. Aber es betrifft ja nur den Zeitpunkt der Emission, nach der Auslösung hat der Verursacher in der Tat keinen Einfluß auf die Ausbreitungsgeschwindkgkeit der Welle auf dem See.
Mir ist persönlich egal, ob die LG unabhängig von der Geschwindigkeit der Quelle ist oder nicht, ist bin ja offen für Emission- oder Wellenvorstellungen der Ausbreitung des Lichtes. Ich möchte nur mögliche Alternativvorstellungen nicht unerwähnt lassen, wie zum Beispiel mit Analogien, die ich anschaulich finde und die schon hier bei MAHAG vorgebracht wurden:
Analogie für die Abhängigkeit der LG zur Geschwindigkeit der Quelle:
Ein Speerwerfer läuft bevor er seinen Speer wirft, um die Geschwindigkeit seines Körpers auf seinen Speer zu übertragen. Zum Zeitpunkt des Wurfes überträgt der Läufer seine Geschwindigkeit auf dem Speer: Der Speer fliegt schneller, wenn der Speerwerfer beim Werfen gelaufen ist, als wenn er aus dem Stand geworfen hat.
Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der LG könnte also schneller sein, wenn die Quelle zum Zeitpunkt der Emission bewegt ist (Teilchenvorstellung des Lichts).
Analogie für die Unabhängigkeit de LG zur Geschwindigkeit der Quelle (wurde von Herrn Kemme gebracht):
Eine Möwe sitzt auf einem fahrenden Boot und fliegt auf einmal los: Die Geschwindigkeit des Boots überträgt sich nicht auf die Geschwindigkeit der Möwe beim Ausfliegen: sie fliegt sofort mit eigener Geschwindigkeit in der Luft, unabhängig von der Geschwindigkeit des Bootes (Wellenvorstellung des Lichts).
Aber auf jeden Fall sollte der Unterschied zwischen der Relativgeschwindigkeit des Lichts zur Quelle und der Relativgeschwindigkeit des Lichts zum Beobachter absolut klar sein und perfekt verstanden werden, das ist wesentlich und grundsätzlich, sonst ist keine Verständigung möglich, es macht überhaupt keinen Sinn mit Gesprächspartnern zu diskutieren, die diese beiden Geschwindigkeiten verwechseln – von daher sind Deine Aussagen aus meiner Sicht von großer Bedeutung und absolut richtig:
Die Geschwindigkeit der Wellen ist daher zwar unabhängig vom Verursacher, aber nicht unabhängig vom bewegten Beobachter, denn Geschwindigkeiten sind immer Relationen. Du solltest Dir also zuerst den Unterschied zwischen invarianter Geschwindigkeit und relativer Geschwindigkeit klar machen, ehe Du eine so unzutreffende Schlussfolgerung, a la Unabhängigkeit von der Quelle wäre gleichbedeutend mit Unabhängigkeit vom Beobachter, ziehst. Das ist eben nicht von vornherein der Fall.
Viele Grüße
Jocelyne Lopez
