Daniel K. hat geschrieben:In S haben also:
Uhr A ruht und geht "normal"
Uhr B ist bewegt und geht "langsamer".
Und In S' haben dann:
Uhr B ruht und geht "normal"
Uhr A ist bewegt und geht "langsamer".
Die Uhren gehen also "wechselseitig" langsamer, aus dem Gang der beiden Uhren in den beiden Systemen kann nicht bestimmt werden, welches System nun absolut ruht und welches bewegt ist.
Und wie kommst du darauf? Wie kommt man überhaupt darauf, dass das tatsächlich funktionieren könnte?
Fakt ist, dass man den Gang der Uhr in S' in S zwar messen aber nicht unmittelbar (das heißt gleichzeitig) beobachten kann und das selbe gilt umgekehrt auch für S'.
Eine normal gehende Uhr zählt beispielsweise 1 Sekunde Eigenzeit nach 1000 Takten, das wären 1000 Hz. Darüber definiert sich die Periodendauer zwischen zwei Takten zu 0,001 Sekunden Eigenzeit.
Eine um den Faktor 1,25 schnellere Uhr schafft in 1 Sekunde Normalzeit 1250 Takte, zeigt also nach 1 Sekunde Normalzeit schon 1,25 Sekunden Eigenzeit an.
Eine um den Faktor 1,25 langsamere Uhr schafft in 1 Sekunde Normalzeit 800 Takte, zeigt also nach 1 Sekunde Normalzeit erst 0,8 Sekunden Eigenzeit an.
Nun zählt eine Normale Uhr die Takte einer schnelleren Uhr über einen identischen Zeitraum, wie die schnellere Uhr die Takte der normalen Uhr zählt und diese Anzahl wird jeweils durch 1 Sekunde Eigenzeit geteilt. In dieser Zeit zählt die normale Uhr 1250 Hz von der Schnelleren und die schnellere Uhr nur 800 Hz von der Normalen.
Umgekehrt zählt eine normale Uhr 800 Hz von einer Langsameren, während die langsamere Uhr 1250 Hz von der Normalen zählt. Daraus folgt, dass Frequenzen um so höher gemessen werden, je langsamer eine Uhr geht.
Bei Verlangsamungen der Uhren durch Bewegungen kommen Doppler-Effekte bei der Übertragung von Frequenzen hinzu und diese machen den relativistischen Doppler-Effekt symmetrisch. Deswegen misst jeder die Uhr eines gleichförmig geradlinig zu ihm Bewegten stets langsamer gehend, tatsächlich aber ist es nur eine der beiden Uhren, die unter Umständen langsamer geht.
Bewegen sich zwei Uhren gegenüber einem Bezugssystem mit gleichen Geschwindigkeiten in entgegengesetzte Richtungen, dürfte klar sein, dass beide Uhren gleich verlangsamt gehen und das obwohl eine Relativgeschwindigkeit offensichtlich ist. In diesem Fall kürzen sich die Verlangsamungsfaktoren beider Uhren vollständig aus der Rechnung heraus und übrig bleibt der klassische Doppler-Effekt und das Resultat ist, dass nun eine Relativgeschwindigkeit zwischen den beiden Uhren gemessen wird, die nur noch sehr wenig mit der Differenzgeschwindigkeit zu tun hat. Mit anderen Worten: Daraus ergibt sich das relativistische Geschwindigkeitsadditionstheorem.
Ich denke mal Ralf liest hier noch mit, also wird er dir sicher dabei helfen können, meine Überlegungen endlich zu begreifen.
http://hartmut-pohl.net/pdf/Relativit%C ... leitet.pdf