Emil Wiechert an Lorentz (1921) hat geschrieben:
Durch die Post erlaube ich mir, eine neue Schrift über den Äther zu senden, in
welcher ich zu zeigen versuche, dass die Relativitätstheorie ohne die Ätheran-
nahme nicht zu verstehen ist. Wieder trete ich auch für Ihre Theorie ein, die ich
nun in meiner Weise weiterzuführen suche. Ich hoffe, Sie werden in meiner Arbeit
in den Annalen der Physik Bd 63 die Wirkung unseres Briefwechsels erkannt ha-
ben, den ich einmal die Ehre hatte, mit Ihnen zu führen.
Wenn auch die Relätivitatstheorie ganz gewill grosse Verdienste hat, die ich
gerne anerkenne, so bin ich doch der Meinung, dass in Deutschland wenigstens
durch die begeisterten Anhanger eine sehr gefährliche Überbewertung am Werke
ist. Die Ätherverneinung giebt einen völlig falschen Standpunkt. Ich will das Mei-
nige thun, ihn zu bekämpfen.
Lorentz antwortete nicht, weil dieser Brief nach dem Streit mit Einstein geschrieben wurde.
Lorentz stellte sich diesmal auf Einsteins Seite. Es war auch kurz nach dem Ersten Weltkrieg,
in der Zeit, als deutsche Wissenschaftler überall boykottiert wurden.
Lorentz gab seine eigene Theorie zu Gunsten von Einstein auf.
