Kurt hat geschrieben:Du sagst sie [die Uhr] erzeugt Zeiteinheiten, ja das stimmt, diese erzeugt sie selber und stellt sie normalerweise als Sekunden, Stunden usw. dar.
Ich sage nicht, dass eine Uhr Zeiteinheiten
erzeugt. Sie zählt nur. Es ist immer eine sogenannte ideale Uhr. Sie zählt natürliche Zeiteinheiten. Behelfsweise kann man sich auch eine sehr genaue Atomuhr vorstellen und im Experiment benutzen. Die bekommt natürliche Zeiteinheiten sozusagen vom Atom geliefert, zählt sie hoch und zeigt die gezählte Anzahl an. Wenn sie etwas erzeugt, dann nur die Anzeige, aber nicht die Zeiteinheiten. Die bekommt sie von der Natur geliefert.
Kurt hat geschrieben:Die Erzeugung ist unabhängig von irgendwelchen Hinschauern. Und zugleich sagst du dass die vor ihr erzeugten Zeiteinheiten, je nachdem von wo aus man hinschaut, anders sind!
Was ist nun, anders oder nicht anders?
Anders eben. Das liegt am Verhältnis von Raum zu Zeit, auch Geschwindigkeit genannt. Raum und Zeit sind so miteinander zu einer Einheit (Raumzeit) verwoben, dass sich eine bestimmte, absolute Höchstgeschwindigkeit ergibt, die Lichtgeschwindigkeit (LG) im Vakuum.
Wenn sich ein Objekt A mit 90% der LG relativ zu mir bewegt und ein zweites Objekt B in Bewegungsrichtung nach vorne abschießt, das sich mit 90% der LG vom Objekt A weg bewegt, dann bewegt sich B
nicht mit 90 + 90 = 180% der LG relativ zu mir, also nicht mit Überlichtgeschwindigkeit. Das ist unmöglich.
Zu Zeiten von Galilei und Newton war das noch so. Man hat die Geschwindigkeiten einfach addiert. Seit Einstein und Minkowski weiß man aber, dass das für hohe Geschwindigkeiten nicht korrekt ist, wegen der absoluten Höchstgeschwindigkeit.
Das Objekt A stellt also die Geschwindigkeit von 90% c relativ zu mir fest, und ich stelle die gleiche Geschwindigkeit vom Objekt A relativ zu mir fest.
Das Objekt A stellt auch die Geschwindigkeit von 90% c vom vorausfliegenden Objekt B relativ zu A fest, aber ich nicht! Ich stelle für B eine viel kleinere Geschwindigkeit relativ zu mir fest als die erwarteten 180% c und auch eine viel kleinere von B relativ zu A.
Wie kann das sein? Das geht nur, wenn die natürlichen Raum- und Zeiteinheiten unterschiedlich sind, mit denen die Geschwindigkeiten jeweils festgestellt werden. Z.B. sind die Einheiten, mit denen das Objekt A die Geschwindigkeiten misst, im Vergleich zu meinen und zu denen von B eben anders.
Und das kann ich an der Uhr von A auch erkennen: Wenn sich A über eine bei mir konstante Strecke bewegt hat, zeigt mir die Uhr von A eben weniger vergangene Zeit an als meine eigene.
Aber ich will hier nicht die ganze SRT von Grund auf erklären. Dazu gibt's gute Literatur im Buchladen und Erklärvideos im Netz und und und.
Man kann natürlich wie du oder bumbum einfach hingehen und sagen "glaub' ich nicht", aber dann muss muss man die LG als absolut konstante Höchstgeschwindigkeit ablehnen und handelt sich damit noch viel größere Probleme ein als bloß Zeitdilatation und Längenkontraktion. Die sind dagegen ein Klacks. Die ganze Kausalität wäre im Eimer, die Elektrodynamik mit den Maxwellschen Gleichungen, kaum ein Naturgesetz könnte mehr vernünftig formuliert werden. Das wäre der Super-GAU der theoretischen Physik. Wir könnten wieder im Mittelalter oder in der Antike anfangen und auf einen Einstein 2.0 warten, der dann zwangsläufig die RT neu finden müsste.