Lagrange hat geschrieben:Wer ist mit den Myonen mitgeflogen?
Niemand ist natürlich „mit den Myonen mitgeflogen“. Die Beobachtung der Zeitdilatation bei Myonen stützt sich auf indirekte Messungen und nicht auf den direkten „Mitflug“ mit den Teilchen. Hier wird die Relativität der Zeit aus zwei unterschiedlichen Bezugssystemen heraus beschrieben:
1. **Ruhender Beobachter auf der Erde**: Für diesen Beobachter, der sich relativ zu den Myonen in Ruhe befindet, haben die Myonen, die in der oberen Atmosphäre entstehen, eine bekannte Lebensdauer, die unter normalen Umständen nicht ausreichen würde, um die Erdoberfläche zu erreichen. Aber weil sich die Myonen fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, beobachtet der ruhende Beobachter eine Verlängerung ihrer Lebensdauer – das Phänomen der **Zeitdilatation**.
2. **Im Bezugssystem der Myonen**: Für die Myonen selbst vergeht die Zeit normal. Ihre Lebensdauer wird aus ihrer eigenen Perspektive nicht verlängert. In ihrem eigenen Bezugssystem bewegen sie sich nicht, und die Distanz zur Erdoberfläche ist aufgrund der **Längenkontraktion** viel kürzer.
Die Zeitdilatation wurde experimentell bestätigt, zum Beispiel durch die Beobachtung der Anzahl von Myonen, die die Erdoberfläche erreichen. Trotz ihrer kurzen Lebensdauer im Ruhesystem würden sie ohne Zeitdilatation nicht genug Zeit haben, um so große Entfernungen zurückzulegen.
Es geht also um die Relativität der Zeitmessung, basierend auf der Relativbewegung zwischen Beobachtern, und nicht darum, mit den Teilchen „mitzufliegen“.