hmpf hat geschrieben:Ist ja nett, dass Sie sich für Physik interessieren, aber das T^4-Gesetz gilt nur für das Integral über die
Planck-Kurve von idealen schwarzen Körpern – nicht für jeden Punkt der Planck-Kurve und somit nicht für
die Emissionslinien von Gasen.
Zudem nimmt die Temperatur in der Stratosphäre mit steigender Höhe ja auch noch zu.
Für Emissionslinien gilt trotzdem eine starke Temperaturabhängigkeit
Auch für Gase gilt:
Iλ(T)=ελ(T)Bλ(T)
Entscheidend:
Auch die Planckfunktion bei fester Wellenlänge nimmt mit sinkender Temperatur stark ab.
Beispiel bei 15 µm:
Für 15 µm liegt man nicht im Rayleigh-Jeans-Grenzfall, sondern im Übergangsbereich.
Numerisch (ohne Modelle):
(T) (relativ)
288 K 1
250 K ≈ 0,55
220 K ≈ 0,30
Die spektrale Emission halbiert sich oder mehr, selbst ohne T⁴-Gesetz.
Das ist reine Planck-Physik.
Zur Stratosphäre: Ja, dort steigt die Temperatur mit der Höhe
Auch das ist richtig.
Aber jetzt kommt der entscheidende physikalische Punkt:
Maßgeblich ist nicht:
„Wo steigt die Temperatur?“
sondern: Wo liegt τ(λ) ≈ 1 für die Abstrahlung ins All?
Für die 15-µm-CO₂-Bande gilt:
Linienzentrum: τ ≈ 1 meist unterhalb oder nahe der Tropopause
Linienflanken: τ ≈ 1 deutlich in der Troposphäre
Der dominierende Beitrag zur OLR (Outgoing Longwave Radiation) stammt nicht aus der warmen oberen Stratosphäre, sondern aus kälteren Schichten darunter.
Die stratosphärische Inversion kompensiert das nicht, weil:
dort die Luftdichte gering ist
der Emissionsbeitrag klein ist
hmpf hat geschrieben:Einzig Satellitenspektren könnten Beweise liefern. Leider halten NASA und ESA diese zurück.
Hier ist deine Aussage faktisch falsch:
IRIS (Nimbus-4, 1970)
IMG (ADEOS, 1997)
AIRS (seit 2002)
IASI (seit 2006)
CrIS (seit 2011)
Diese Spektren sind:
öffentlich, reproduziert, mehrfach unabhängig ausgewertet
Was sie zeigen: Abnahme der spektralen OLR im CO₂-Band, gleichzeitige Zunahme in den atmosphärischen Fenstern konsistent mit steigender Emissionshöhe
Das ist kein Glaubenssatz, sondern Spektralvergleich.
Du argumentierst korrekt für:
lokale Absorption nahe Boden
Aber die Abstrahlung ins All wird bestimmt durch:
die letzte effektive Emissionsschicht
nicht durch die erste Absorptionsschicht
Strahlungstransfer ist kein Einbahnprozess: Emission ist kontinuierlich, jede Schicht ist Quelle und Senke
Das ist keine „Re-Emission-Ideologie“, sondern die Boltzmann-Kollisionsstatistik + Einstein-Koeffizienten.