Ernst hat geschrieben:die Verletzung des RPs liegt darin, daß die eine feste Größe Relativgeschwindigkeit in der SRT davon abhängt, ob sich die Quelle oder der Sender im IS bewegt.
Jedoch basiert dieses Argument auf der Behauptung, daß die Differenzgeschwindigkeit gleich der Relativgeschwindigkeit und zudem eine feste Größe sein müsse. Außer Ihrem lapidaren Hinweis auf Newton stützt nichts diese Behauptung. Solange diese Behauptung nicht gezeigt ist, ist das ein Zirkelschluß.
Im übrigen habe ich darauf hingewiesen, daß laut RP alle
Naturgesetze nicht jedoch alle
Zahlenwerte gleich sein müssen. Sie zeigen aber nur, daß irgendein Zahlenwert unterschiedlich sei. Das reicht prinzipiell nicht.
Ernst hat geschrieben:Wenn Begriffe in der Weise umgeprägt werden, daß die Begriffe danach dem Wunsche der Plausibilität der SRT entsprechen, ist das ein Taschenspielertrick, welcher an der Sache überhaupt nichts ändert.
Ihr Taschenspielertrick ist der Ebenenwechsel: die rein mathematische Operation "Differenz im Euklidischen Vektorraum" wird vergegenständlicht, zur "Sache" erklärt und damit ein vermeintliches Naturgesetz herbeigezaubert, demzufolge eine beliebige physikalische Bedeutung dieser Operation etwas von den Göttern in Stein gemeiseltes, ewiges sein müsse.
Ernst hat geschrieben:Da steht eine Gleichung, welche besagt, daß Δt' bezogen auf Δt entsprechend der Gleichung größer ist.
das heißt konkret, Herr S' braucht mehr Einheiten auf seiner Zeitachse als Herr S um einen Takt der Uhr des Herrn S in seinem Zeitmaßstab t' darzustellen.
Ernst hat geschrieben:Wieder alle falsch, Dicker. Jeder hat nur eine Uhr.
Schrieb ich doch! Jeder hat eine Uhr, also sind 2 Uhren nötig. Wenn der Typ in S' die doppelt verlangsamte Uhr "sehen" soll, muß dazu der Typ in S erst mal seine Uhr so runtertakten, wie er die Uhr in S' "sieht".
Ernst hat geschrieben: Der Typ in S' muß seine Uhr nicht stellen, sondern sie läuft ala SRT Wunder automatisch langsamer.
die Uhr in S' läuft langsamer ausgedrückt in der Zeitskala von S. Wenn Sie nach der eigenen Zeitskala S' auch langsamer laufen soll, muß er explizit den Takt verlangsamen.
Betrachten wir 2 alternative Szenarien:
(1) die Uhren in S und S' laufen gleich, takt Δt
Dann "sehen" beide beobachter die eigene Uhr mit Takt Δt, die jeweils andere jedoch mit
Δt' = Δt / sqr(1-v²/c²)
(2) nur die Uhr in S läuft mit Takt Δt
dann könnte der Typ in S' seine Uhr entsprechend dem runtertakten, wie er die Uhr S sieht. Dazu müßte er seine Uhr S' verlangsamen auf den Takt:
Δt' = Δt / sqr(1-v²/c²)
Diese runtergetaktete Uhr "sieht" der User in S dann wieder mit
Δt'' = Δt /(1-v²/c²)
Harald Maurer hat geschrieben:Wenn ich also vor der Aufgabe stehe, in ein zu mir relativ bewegtes IS zu transformieren, kann es demnach sein, dass es sich um ein gleichberechtigtes handelt oder ein nicht gleichberechtigtes?
Sie sprachen von dem Problem 2 zunächst gegeneinander bewegte Systeme zum Zwecke des Uhrenvergleiches zusammenzuführen. Das geht nicht ohne Beschleunigung und damit handelt es sich NICHT um IS. Sie können jedoch den Beschleunigungsvorgang derart symmetrisch gestalten, daß trotzdem beide dieselbe zeitdilatation erleiden.
Harald Maurer hat geschrieben:Ich starte mit einem Raumschiff von der Erde, kehre nach einiger Zeit um und fliege zurück. Bevor ich zur Landung ansetze, begegne ich einem anderen Raumschiff. Was ich nicht weiß, ist, dass dieses Raumschiff ganz dasselbe Flugmanöver in die entgegengesetzte Richtung durchgeführt hat. Für mich ist es nur ein relativ bewegtes Inertialsystem. Was machen die Uhren in diesem Raumschiff? Haben sie den gleichen Takt wie meine Uhren?
sie haben in diesem Moment wegen Relativbewegung ausgedrückt in der in Ihrem Raumschiff gültigen Zeitskala einen langsameren Takt, dasselbe umgekehrt.
Harald Maurer hat geschrieben:Haben sie den gleichen Takt wie meine Uhren? Weil die beiden Systeme gleichberechtigt geblieben sind?
Das heißt nur, daß der Uhrenvergleich nach Landung Gleichstand ergibt.
Harald Maurer hat geschrieben:Muss ich die LT anwenden oder muss ich sie nicht anwenden, weil im anderen Raumschiff sich alles gleich verhält wie in meinem?
Sie wenden die LT IMMER an. Die Formel für das Eigenzeitintegral gleicht der Formel für die Zeitdilatation, jedoch angewendet auf einen differentiell kleinen Zeitabschnitt. Das Ganze wird dann aufintegriert.
p.s.: die Floskel A "sieht" x als x' hat nicht mit Optik zu tun, sondern bedeutet natürlich üblicherweise: Die Größe x ausgedrückt in Koordinaten des Ruhesystems von A beträgt x'