Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » So 29. Jul 2012, 14:59

Harald Maurer hat geschrieben:Mit der ZD verletzt die SRT dieses Relativitätsprinzip, weil sich hier eine ruhende Uhr von einer bewegten im Gang unterscheidet.

So ist es. Der Kardinalfehler der SRT ist die Materialisierung der Ergebnisse der Transformation; die Uhren laufen im bewegten IS tatsächlich langsamer. Das Relativitätsprinzip erlaubt aber keine absolute Bewegung. Jedes IS ist gegenüber dem anderen bewegt. In jedem IS laufen die Uhren im jeweils anderen IS langsamer. Da ist nichts gewonnen; sie laufen gleich.

Die Unmöglichkeit der tatsächlichen ZD läßt sich leicht zeigen, wenn man einen Zeittakt von S nach S* und wieder zurück nach S transformiert:

Der Uhrentakt in S ist tatsächlich
Δt
Der Uhrentakt in S' ist tatsächlich
Δt' = Δt / sqr(1-v²/c²)
Der Uhrentakt aus Sicht S' ist in S tatsächlich
Δt'' = Δt' / sqr(1-v²/c²) = Δt /(1-v²/c²)

Nun sind ja gleichzeitig zwei verschiedene Takte in S unmöglich. Es muß daher gelten:
Δt = Δt''
Δt = Δt /(1-v²/c²)
(1-v²/c²) = 1
v = 0
Die Transformation und damit die SRT gilt nur für den trivialen Fall v=0.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon DerDicke » So 29. Jul 2012, 16:52

weia, hier wieder das Totschlagargument der Bibelforscher: "es steht aber geschrieben daß ..."
Alonso-Finn hat geschrieben:Um daher die Relativgeschwindigkeiten zweiter Körper gegeneinander zu erhalten, zieht man ihre Geschwindigkeiten relativ zu einem Beobachter voneinander ab

Ernst hat geschrieben:Na Dicker, verstehst du das?

Schieb ich doch längst. Du entnimmst Deine Definition der Newtonschen Mechanik. Auch in Ihrem Alonso/Finn wird die Lorentz Transformation mit ihren Folgen erst später und nur am Rande behandelt.


Ernst hat geschrieben:
Wikipedia hat geschrieben:Das Relativitätsprinzip besagt, dass die Naturgesetze für alle Beobachter dieselbe Form haben."
Für alle Beobachter, Dicker

Ja, aber wie DerDicke längst schrieb, der Ernst aber offenbar nicht gelesen hat, steht da nicht Zahlenwerte sondern Naturgesetze. Den Unterschied hat Ernst möglicherweise nicht verstanden.



Ernst hat geschrieben:Wohlweislich ist das ein Versuch, eine offensichtliche Verletzung des Relativitätsprinzips durch die SRT dadurch zu kaschieren, indem klassische physikalische Begriffe kurzerhand passgenau umdefiniert werden.

Richtig! Von Newton geprägte Begriffe dürfen nicht umdefiniert werden. Das bringt uns schon wieder zur Bibel, von der darf man auch kein Jota wegnehmen.


Harald Maurer hat geschrieben:Nach dem Relativitätsprinzip unterscheiden sich ruhende Inertialsysteme nicht von bewegten. Und es darf kein physikalisches Experiment geben, dass eine Unterscheidung dieser Bewegungszustände zulässt. Mit der ZD verletzt die SRT dieses Relativitätsprinzip, weil sich hier eine ruhende Uhr von einer bewegten im Gang unterscheidet. Die bewegte Uhr soll gegenüber einer ruhenden Uhr verlangsamt laufen und bringt man die Uhren vergleichsweise wieder zusammen, kann man an der zurückgebliebenen Uhr ablesen, dass sie die bewegte gegenüber der ruhenden war. Der Verletzung des RP versucht die SRT damit zu entgehen, dass sie den feststellbaren Zeitunterschied damit begründet, dass die bewegte Uhr gegenüber der ruhenden eine beschleunigte war, und daher die Gleichberechtigung der IS nicht gegeben ist. Sie erklärt das Phänomen dann aber mit einem Absoluteffekt und widerlegt sich damit selbst.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten 2 Bewegte Systeme wieder zusammenzubringen. Ohne Beschleunigung gehts nicht. Aber es geht auch so, daß beide Systeme gleichberechtigt sind. In diesem Fall werden die Uhren übereinstimmen. Und es geht so, daß beide Systeme nicht gleichberechtigt sind. In zweiterem Fall stimmen die Uhen nicht überein und das ist auch gut so.



Harald Maurer hat geschrieben:Denn die Grundage der SRT ist nun mal die gleichförmige Bewegung von Inertialsystemen zueinander, ist diese aber nicht die Ursache für den Zeitunterschied der Uhren, so kann dieser Zeitunterschied die SRT nicht bestätigen.

Dem kann DerDicke so nicht folgen. Die SRT sagt, daß gleichförmig bewegte Systeme Inertialsysteme seien unmd liefert Transformationsvorschriften. Aussagen macht sie selbstverständlich auch über beschleunigte Systeme, so die Berechnung der Zeitdilatation über das Eigenzeitintegral.


Ernst hat geschrieben:Der Uhrentakt in S' ist tatsächlich
Δt' = Δt / sqr(1-v²/c²)

Das ist so nicht ganz präzise. Richtig wäre:
Der Uhrentakt in S ausgedrückt in Zeiteinheiten des Koordinatensystems S'




Ernst hat geschrieben:Der Uhrentakt aus Sicht S' ist in S tatsächlich
Δt'' = Δt' / sqr(1-v²/c²) = Δt /(1-v²/c²)

Wenn der Typ in S' jetzt seine Uhr nach diesem verlangsamten takt stellt, diese dann im eigenen System mitnimmt, dass "sieht" der Typ in S das in der Tat noch langsamer wie von Ernst beschrieben. Zu diesem Gedankenexperiment sind 2 verschiedene Uhren nötig und daß diese auch verschieden laufen ist auch völlig in Ordnung.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » So 29. Jul 2012, 17:48

DerDicke hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:
Wikipedia hat geschrieben:Das Relativitätsprinzip besagt, dass die Naturgesetze für alle Beobachter dieselbe Form haben."
Für alle Beobachter, Dicker

Ja, aber wie DerDicke längst schrieb, der Ernst aber offenbar nicht gelesen hat, steht da nicht Zahlenwerte sondern Naturgesetze. Den Unterschied hat Ernst möglicherweise nicht verstanden.

Nee, Dicker, die Verletzung des RPs liegt darin, daß die eine feste Größe Relativgeschwindigkeit in der SRT davon abhängt, ob sich die Quelle oder der Sender im IS bewegt. Das ist ein typisches Ätherverhalten. Die Schönrederei dieser SRT-Kröte dadurch, daß physikalische Begriffe kurzerhand "angepaßt" werden, ist ein leicht durchschaubarer Trick, um diesen Umstand zu kaschieren.

Richtig! Von Newton geprägte Begriffe dürfen nicht umdefiniert werden. Das bringt uns schon wieder zur Bibel, von der darf man auch kein Jota wegnehmen.

Wenn Begriffe in der Weise umgeprägt werden, daß die Begriffe danach dem Wunsche der Plausibilität der SRT entsprechen, ist das ein Taschenspielertrick, welcher an der Sache überhaupt nichts ändert.

Ernst hat geschrieben:Der Uhrentakt in S' ist tatsächlich
Δt' = Δt / sqr(1-v²/c²)

Das ist so nicht ganz präzise. Richtig wäre:
Der Uhrentakt in S ausgedrückt in Zeiteinheiten des Koordinatensystems S'

Da steht eine Gleichung, welche besagt, daß Δt' bezogen auf Δt entsprechend der Gleichung größer ist. :!: :!: :!:

Ernst hat geschrieben:Der Uhrentakt aus Sicht S' ist in S tatsächlich
Δt'' = Δt' / sqr(1-v²/c²) = Δt /(1-v²/c²)

Wenn der Typ in S' jetzt seine Uhr nach diesem verlangsamten takt stellt, diese dann im eigenen System mitnimmt, dass "sieht" der Typ in S das in der Tat noch langsamer wie von Ernst beschrieben. Zu diesem Gedankenexperiment sind 2 verschiedene Uhren nötig und daß diese auch verschieden laufen ist auch völlig in Ordnung.

Wieder alle falsch, Dicker. Jeder hat nur eine Uhr. Der Typ in S' muß seine Uhr nicht stellen, sondern sie läuft ala SRT Wunder automatisch langsamer. Und wenn er dann die Uhr in S sieht, läuft die wiederum noch langsamer als seine. Ich hab's dir ja vorgerechnet. Rechnen statt drumrumreden.
Die ZD als realer Vorgang ist wie man sieht, nicht möglich. Sie bleibt bestenfalls eine Fiktion des Beobachters in S, weil der nach SRT denken muß, daß in S' die Uhren langsamer laufen, damit er annehmen kann,. daß dort die LG auch konstant c ist. Eine mathematische Fiktion, Dicker. Keine Physik im Sinne der Beschreibung realer Abläufe.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Mo 30. Jul 2012, 09:02

DerDicke hat geschrieben:Es gibt verschiedene Möglichkeiten 2 Bewegte Systeme wieder zusammenzubringen. Ohne Beschleunigung gehts nicht. Aber es geht auch so, daß beide Systeme gleichberechtigt sind. In diesem Fall werden die Uhren übereinstimmen. Und es geht so, daß beide Systeme nicht gleichberechtigt sind. In zweiterem Fall stimmen die Uhen nicht überein und das ist auch gut so.

Aha! Wenn ich also vor der Aufgabe stehe, in ein zu mir relativ bewegtes IS zu transformieren, kann es demnach sein, dass es sich um ein gleichberechtigtes handelt oder ein nicht gleichberechtigtes? Ich starte mit einem Raumschiff von der Erde, kehre nach einiger Zeit um und fliege zurück. Bevor ich zur Landung ansetze, begegne ich einem anderen Raumschiff. Was ich nicht weiß, ist, dass dieses Raumschiff ganz dasselbe Flugmanöver in die entgegengesetzte Richtung durchgeführt hat. Für mich ist es nur ein relativ bewegtes Inertialsystem. Was machen die Uhren in diesem Raumschiff? Haben sie den gleichen Takt wie meine Uhren? Weil die beiden Systeme gleichberechtigt geblieben sind? Oder ticken sie langsamer, weil es sich um ein relativ bewegtes Bezugssystem handelt, von dem ich nicht wissen kann, dass es gleichberechtigt oder nicht gleichberechtigt geblieben ist? Gehe ich davon aus, dass die relativ bewegten Uhren im anderen Raumschiff langsamer ticken, wäre das in diesem Falle falsch. Muss ich die LT anwenden oder muss ich sie nicht anwenden, weil im anderen Raumschiff sich alles gleich verhält wie in meinem? D.h. würde ich das Raumschiff verkürzt messen oder nicht, nachdem eine Zeitdilatation gegenüber meinen Uhren dort nicht stattfindet und die Uhren übereinstimmende Zeiten anzeigen? Muss ich also von jedem Inertialsystem seine Vorgeschichte kennen, um zu wissen, welche Transformation anzuwenden ist? Oder nach dem Grundsatz der SRT handeln, dass Inertialsysteme stets zueinander gleichberechtigt sind? Und unter der Annahme, dass Lorentzkontraktion und Zeitdilatation im anderen Raumschiff vorliegen, mit der LT transformieren, um überrascht festzustellen, dass das völlig falsche Werte ergibt? Da erweist sich die LT doch als völlig unbrauchbar und ich lobe mir die GT, denn da brauche ich mir über all diese Dinge den Kopf nicht zerbrechen...

Grüße
Harald Maurer
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon DerDicke » Mo 30. Jul 2012, 10:12

Ernst hat geschrieben:die Verletzung des RPs liegt darin, daß die eine feste Größe Relativgeschwindigkeit in der SRT davon abhängt, ob sich die Quelle oder der Sender im IS bewegt.

Jedoch basiert dieses Argument auf der Behauptung, daß die Differenzgeschwindigkeit gleich der Relativgeschwindigkeit und zudem eine feste Größe sein müsse. Außer Ihrem lapidaren Hinweis auf Newton stützt nichts diese Behauptung. Solange diese Behauptung nicht gezeigt ist, ist das ein Zirkelschluß.
Im übrigen habe ich darauf hingewiesen, daß laut RP alle Naturgesetze nicht jedoch alle Zahlenwerte gleich sein müssen. Sie zeigen aber nur, daß irgendein Zahlenwert unterschiedlich sei. Das reicht prinzipiell nicht.


Ernst hat geschrieben:Wenn Begriffe in der Weise umgeprägt werden, daß die Begriffe danach dem Wunsche der Plausibilität der SRT entsprechen, ist das ein Taschenspielertrick, welcher an der Sache überhaupt nichts ändert.

Ihr Taschenspielertrick ist der Ebenenwechsel: die rein mathematische Operation "Differenz im Euklidischen Vektorraum" wird vergegenständlicht, zur "Sache" erklärt und damit ein vermeintliches Naturgesetz herbeigezaubert, demzufolge eine beliebige physikalische Bedeutung dieser Operation etwas von den Göttern in Stein gemeiseltes, ewiges sein müsse.


Ernst hat geschrieben:Da steht eine Gleichung, welche besagt, daß Δt' bezogen auf Δt entsprechend der Gleichung größer ist.

das heißt konkret, Herr S' braucht mehr Einheiten auf seiner Zeitachse als Herr S um einen Takt der Uhr des Herrn S in seinem Zeitmaßstab t' darzustellen.


Ernst hat geschrieben:Wieder alle falsch, Dicker. Jeder hat nur eine Uhr.

Schrieb ich doch! Jeder hat eine Uhr, also sind 2 Uhren nötig. Wenn der Typ in S' die doppelt verlangsamte Uhr "sehen" soll, muß dazu der Typ in S erst mal seine Uhr so runtertakten, wie er die Uhr in S' "sieht".


Ernst hat geschrieben: Der Typ in S' muß seine Uhr nicht stellen, sondern sie läuft ala SRT Wunder automatisch langsamer.

die Uhr in S' läuft langsamer ausgedrückt in der Zeitskala von S. Wenn Sie nach der eigenen Zeitskala S' auch langsamer laufen soll, muß er explizit den Takt verlangsamen.


Betrachten wir 2 alternative Szenarien:

(1) die Uhren in S und S' laufen gleich, takt Δt
Dann "sehen" beide beobachter die eigene Uhr mit Takt Δt, die jeweils andere jedoch mit
Δt' = Δt / sqr(1-v²/c²)

(2) nur die Uhr in S läuft mit Takt Δt
dann könnte der Typ in S' seine Uhr entsprechend dem runtertakten, wie er die Uhr S sieht. Dazu müßte er seine Uhr S' verlangsamen auf den Takt:
Δt' = Δt / sqr(1-v²/c²)
Diese runtergetaktete Uhr "sieht" der User in S dann wieder mit
Δt'' = Δt /(1-v²/c²)



Harald Maurer hat geschrieben:Wenn ich also vor der Aufgabe stehe, in ein zu mir relativ bewegtes IS zu transformieren, kann es demnach sein, dass es sich um ein gleichberechtigtes handelt oder ein nicht gleichberechtigtes?

Sie sprachen von dem Problem 2 zunächst gegeneinander bewegte Systeme zum Zwecke des Uhrenvergleiches zusammenzuführen. Das geht nicht ohne Beschleunigung und damit handelt es sich NICHT um IS. Sie können jedoch den Beschleunigungsvorgang derart symmetrisch gestalten, daß trotzdem beide dieselbe zeitdilatation erleiden.


Harald Maurer hat geschrieben:Ich starte mit einem Raumschiff von der Erde, kehre nach einiger Zeit um und fliege zurück. Bevor ich zur Landung ansetze, begegne ich einem anderen Raumschiff. Was ich nicht weiß, ist, dass dieses Raumschiff ganz dasselbe Flugmanöver in die entgegengesetzte Richtung durchgeführt hat. Für mich ist es nur ein relativ bewegtes Inertialsystem. Was machen die Uhren in diesem Raumschiff? Haben sie den gleichen Takt wie meine Uhren?

sie haben in diesem Moment wegen Relativbewegung ausgedrückt in der in Ihrem Raumschiff gültigen Zeitskala einen langsameren Takt, dasselbe umgekehrt.


Harald Maurer hat geschrieben:Haben sie den gleichen Takt wie meine Uhren? Weil die beiden Systeme gleichberechtigt geblieben sind?

Das heißt nur, daß der Uhrenvergleich nach Landung Gleichstand ergibt.


Harald Maurer hat geschrieben:Muss ich die LT anwenden oder muss ich sie nicht anwenden, weil im anderen Raumschiff sich alles gleich verhält wie in meinem?

Sie wenden die LT IMMER an. Die Formel für das Eigenzeitintegral gleicht der Formel für die Zeitdilatation, jedoch angewendet auf einen differentiell kleinen Zeitabschnitt. Das Ganze wird dann aufintegriert.


p.s.: die Floskel A "sieht" x als x' hat nicht mit Optik zu tun, sondern bedeutet natürlich üblicherweise: Die Größe x ausgedrückt in Koordinaten des Ruhesystems von A beträgt x'
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mo 30. Jul 2012, 15:08

Highway hat geschrieben:Deine Behauptung ist aber so nicht richtig. Nach der Art der Beurteilung würde auch ein fallender Körper am Bahnsteig und einer im Zug ebenfalls das Relativitätsprinzip verletzen. Einmal sieht der Beobachter am Bahnstein den Körper, nämlich den Körper der im fahrenden Zug herunterfällt, parabelförmig fallen und in seinem System senkrecht. (Und jeweils umgekehrt)

Das Relativitätsprinzip besagt, daß in allen IS die gleichen Naturgesetze gelten. Nicht etwa, das alles in Raum und Zeit überall identisch abläuft. In deinem Beispiel wirken in beiden Fällen gleichermaßen das Newtonsche Gravitationsgesetz. Daher ist das RP erfüllt.
Die Relativgeschwindigkeit ist aber nach Neton eine invariante Größe. Sie ist in allen IS identisch. In der SRT ist sie es, wie gezeigt, nicht. Da aber auch die SRT nicht die Invarianz der Relativgeschwindigkeiten manipulieren kann, sonst wäre ja das RP verletzt, wird der Begriff einfach verändert. Der Begriff Relativgeschwindigkeit gilt da dann nur noch in speziellen IS, nämlich dem Ruhesystem der Objekte, auf welche die Relativgeschwindigkeit bezogen ist. In allen anderen Fälle ist die Relativgeschwindigkeit in der SRT nicht invariant, weshalb sie kurzerhand begriffsmanipuliert zur Differenzgeschwindigkeit herabdegradiert werden.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mo 30. Jul 2012, 16:00

DerDicke hat geschrieben:Jedoch basiert dieses Argument auf der Behauptung, daß die Differenzgeschwindigkeit gleich der Relativgeschwindigkeit und zudem eine feste Größe sein müsse. Außer Ihrem lapidaren Hinweis auf Newton stützt nichts diese Behauptung. Solange diese Behauptung nicht gezeigt ist, ist das ein Zirkelschluß.

1. Die Relativgeschwindigkeit ist bei Newton eine invariante Größe. Sie muß auch in der SRT invariant sein, weil sonst Abläufe schizophrenieren. Sie ist es aber nicht, wie gezeigt. Der Ausweg der SRT: Relativgeschwindigkeit ist nur für IS definiert, in welchem das betrachtete Objekt ruht. Das heißt, in einem bevorzugten System. Welches es ala SRT gar nicht geben darf.

2. In einem IS ist die (meinetwegen auch) Differenzgeschwindigkeit zwischen Licht und Empfänger davon abhängig, ob der Empfänger im IS ruht oder ob er sich unterschiedlich bewegt. Das ist das typische Verhalten im ruhenden Äther, weshalb die SRT auch eine modifitzierte Äthertheorie ist. Äthertheorien verletzen grundsätzlich das Relativitästprinzip.

Ich habe dir das alles mehrfach erläutert; wenn du das nicht verstehen kannst, ist das dein Problem.

die Uhr in S' läuft langsamer ausgedrückt in der Zeitskala von S. Wenn Sie nach der eigenen Zeitskala S' auch langsamer laufen soll, muß er explizit den Takt verlangsamen.
Betrachten wir 2 alternative Szenarien:

(1) die Uhren in S und S' laufen gleich, takt Δt
Dann "sehen" beide beobachter die eigene Uhr mit Takt Δt, die jeweils andere jedoch mit
Δt' = Δt / sqr(1-v²/c²)

(2) nur die Uhr in S läuft mit Takt Δt
dann könnte der Typ in S' seine Uhr entsprechend dem runtertakten, wie er die Uhr S sieht. Dazu müßte er seine Uhr S' verlangsamen auf den Takt:
Δt' = Δt / sqr(1-v²/c²)
Diese runtergetaktete Uhr "sieht" der User in S dann wieder mit
Δt'' = Δt /(1-v²/c²)

Du verwechselst Physik mit der Geschichte von Onkeln, welche an ihren Uhren drehen oder die Unruh zu manipulieren.
Die SRT verwendet knallharte Transformationen, die völlig unabhängig davon wirken, ob da Onkels sind oder nicht.
Vergeht Δt in S, so vergeht Δt' in S'. Da nun Δt' größer ist als Δt, vergeht die Zeit in S' bezogen auf S langsamer. Ganz objektiv, daran zu erkennen, daß die Leute in S' langsamer altern. Das dumme ist eben nur, daß bezogen auf S' wiederum in S die Uhren langsamer laufen. Ganz objektiv und die Leute dort in S langsamer altern als die in S'.
Da können dann in S nur schizophren Erkrankte wohnen, welche erfahren, daß sie gleichzeitig schnell und langsam altern.
Ich hoffe, die Geschichte sagt dir mehr als meine gezeigten Transforamtionen dazu, womit du offenbar Schwierigkeiten hast.

Harald Maurer hat geschrieben:Wenn ich also vor der Aufgabe stehe, in ein zu mir relativ bewegtes IS zu transformieren, kann es demnach sein, dass es sich um ein gleichberechtigtes handelt oder ein nicht gleichberechtigtes?

Sie sprachen von dem Problem 2 zunächst gegeneinander bewegte Systeme zum Zwecke des Uhrenvergleiches zusammenzuführen. Das geht nicht ohne Beschleunigung und damit handelt es sich NICHT um IS. Sie können jedoch den Beschleunigungsvorgang derart symmetrisch gestalten, daß trotzdem beide dieselbe zeitdilatation erleiden.

Du verkennst, daß die genannten Effekte der ZD bereits in gleichförmig bewegt bleibenden IS wirken.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon DerDicke » Di 31. Jul 2012, 16:20

Highway hat geschrieben:Dann wäre es eine Verletzung des RP's.

Als Diskussionsgrundlage ein Beispiel Galilei Trafo:
A "sieht" x als x'+vt
heißt bei DemDicken
Die Größe x ausgedrückt in Koordinaten des Ruhesystems von A lautet x'+vt


Solkar hat geschrieben:"Euklidisch" ist ein Attribut von Metriken und Normen und entsprechend qualifizierten Räumen; die Bildung von "Differenzen" wird bereits durch die Gruppeneigenschaft von VR induziert.

Nur zu, wenn Solkar was über Metriken erzählen will, macht sich DerDicke ganz dünn.



Ernst hat geschrieben:Die Relativgeschwindigkeit ist aber nach Neton eine invariante Größe. Sie ist in allen IS identisch. In der SRT ist sie es, wie gezeigt, nicht.

Ernst hat geschrieben:Die Relativgeschwindigkeit ist bei Newton eine invariante Größe. Sie muß auch in der SRT invariant sein

Die Gleichheit Relativgeschwindigkeit=Differenzgeschwindigkeit wird hier vorausgesetzt. Bisher wurden für diese Behauptung aber keine Gründe vorgebracht. Abgesehen von dem Hinweis, daß das bei Newton schon so war.


Ernst hat geschrieben:In einem IS ist die (meinetwegen auch) Differenzgeschwindigkeit zwischen Licht und Empfänger davon abhängig, ob der Empfänger im IS ruht oder ob er sich unterschiedlich bewegt.

in verschiedenen IS sollen die Naturgesetze gleich sein.
Welches Naturgesetz macht Aussagen über die Differenzgeschwindigkeit zweier Körper?


Ernst hat geschrieben:Die SRT verwendet knallharte Transformationen, die völlig unabhängig davon wirken, ob da Onkels sind oder nicht.

Hier werden Koordinatentransformationen (mathematische Werkzeuge) mit realen Objekten verwechselt. Nur reale Objekte stehen in Wechselwirkung mit realen Objekten, können "knallhart" sein oder überhaupt "wirken".


Ernst hat geschrieben:Vergeht Δt in S, so vergeht Δt' in S'. Da nun Δt' größer ist als Δt, vergeht die Zeit in S' bezogen auf S langsamer. Ganz objektiv, daran zu erkennen, daß die Leute in S' langsamer altern. Das dumme ist eben nur, daß bezogen auf S' wiederum in S die Uhren langsamer laufen. Ganz objektiv und die Leute dort in S langsamer altern als die in S'.

Nach welchem Kriterium wird denn definiert, wer zu "die Leute dort in S" und wer zu "die in S'" gehört?
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Di 31. Jul 2012, 20:05

Highway hat geschrieben: Ein von t abweichendes t' bedeutet nicht, dass im bewegten System die Zeit anders verläuft, dass besagt nur, das die Beurteilung von außen eine andere ist, wie die Beurteilung von innen. So wie für den Beobachter auf dem Bahnsteig die Fallgesetze für fallende Körper im Zug scheinbar anders sind, weil er sieht ja real etwas anderes, wie das was er am Bahnsteig für den gleichen Vorgang feststellt. Wieso sollte das Verfahren zur Anwendung von Transformationen der SRT anders gehandhabt werden als Transformationen nach Galilei?

Die Fallgesetze sind im Zug nicht anders. Sie entsprechen exakt dem Gravitationsgesetz. Die Anwendung des selben Gesetzes ergibt in beiden Systemen unterschiedliche Flugbahnen. (Ursache ist die in beiden Systemen unterschiedliche Horizontalgeschwindigkeit des fallenden Körpers.) Diese unterschiedlichen Flugbahnen sind in diesen Systemen ganz real und nicht scheinbar.
Und natürlich ist das ebenso in der SRT. Die ZD ist gemäß SRT im bewegten System ganz real. Wieso sollte sonst ein bewegter Mensch oder Einsteins geschüttelter Käfer langsamer altern?

Und diese reale ZD ist unnmöglich, wie beschrieben
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Di 31. Jul 2012, 20:32

DerDicke hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Die Relativgeschwindigkeit ist aber nach Neton eine invariante Größe. Sie ist in allen IS identisch. In der SRT ist sie es, wie gezeigt, nicht.

Ernst hat geschrieben:Die Relativgeschwindigkeit ist bei Newton eine invariante Größe. Sie muß auch in der SRT invariant sein

Die Gleichheit Relativgeschwindigkeit=Differenzgeschwindigkeit wird hier vorausgesetzt. Bisher wurden für diese Behauptung aber keine Gründe vorgebracht. Abgesehen von dem Hinweis, daß das bei Newton schon so war.

Ernst hat geschrieben:In einem IS ist die (meinetwegen auch) Differenzgeschwindigkeit zwischen Licht und Empfänger davon abhängig, ob der Empfänger im IS ruht oder ob er sich unterschiedlich bewegt.

in verschiedenen IS sollen die Naturgesetze gleich sein.
Welches Naturgesetz macht Aussagen über die Differenzgeschwindigkeit zweier Körper?.


Du blickst einfach nicht durch.

Es geht hier nicht um zwei Körper, sondern um einen Körper (Empfänger) und Licht.

Wenn wie in der SRT in einem IS die Differenzgeschwindigkeit Empfänger/Licht von der Bewegung des Empfängers im IS abhängig ist, dann ist das eine Annahme, welche einem vorhandenen ruhenden Äther entspricht. Diese Differenzgeschwindigkeit ist bei Newton invariant; nicht aber in der SRT (stets ruhender Äther) und im allgemeinen Äthermodell. Ist die Differenzgeschwindigkeit Licht/Empfänger variant, ist das Relativitätsprinzip verletzt, wie das so bei Äthertheorien unbestritten ist. Ansonsten wären ja Äthertheorien kompatibel mit dem Relativitätsprinzip.


Nach welchem Kriterium wird denn definiert, wer zu "die Leute dort in S" und wer zu "die in S'" gehört?

Gehts noch ein bischen einfältiger?
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