Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mo 20. Aug 2012, 16:47

Harald Maurer hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Die Uhren bleiben tatsächlich aus Sicht unterschiedlicher IS zu verschiedenen Zeiten stehen.

Es ist nur eine Uhr. Sie kann bei ein und demselben Ereignis nicht zu unterschiedlichen Zeiten stehen bleiben!

Natürlich ist es eine Uhr. Die ZD bezieht sich auf eine Uhr. Die eine in S' fixierte Uhr läuft in S' mit einem langsameren Takt als in S. Daher zeigt die eine Uhr auch nach einer gewissen Zeit in S eine andere Zeit als in S'. Die Uhr ist schizophren, aber SRT konform.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mo 20. Aug 2012, 17:00

Harald Maurer hat geschrieben:Im IS A bleibt die Uhr demnach mit der Anzeige von 1 s stehen.
Im IS B bleibt die Uhr demnach mit der Anzeige von 0,577 s stehen.
Wir beschaffen uns die stehen gebliebene Uhr und lesen sie ab. Was zeigt sie???

Die IS sind gleichförmig gegeneinander bewegt. Die Uhr ist in einem IS fixiert :!: Man kann sie sich aus dem anderen IS nicht "beschaffen". Man kann nur aus dem anderen IS in das erstere hineinsehen und sieht die bewegte Uhr. Und die zeigt dort einen anderen Zeittakt als im Uhr-Ruhesystem. Und folglich auch eine andere Zeit als dort.

Will man sich die Uhr dennoch beschaffen, muß ein KS "angehalten"/beschleunigt werden. Die Uhr wechselt dabei das IS. Das ist haargenau die Problematik der Zwillinge.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Mo 20. Aug 2012, 17:12

Ernst hat geschrieben:Will man sich die Uhr dennoch beschaffen, muß ein KS "angehalten" werden. Die Uhr wechselt dabei das IS. Das ist haargenau die Problematik der Zwillinge.

Die Uhr ist mit irgendeiner Anzeige stehengeblieben! Du wirst wohl nicht annehmen, dass ein IS-Wechsel einer stehengebliebenen Uhr noch etwas anhaben kann!

Grüße
Harald Maurer
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mo 20. Aug 2012, 19:57

Harald Maurer hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben:Will man sich die Uhr dennoch beschaffen, muß ein KS "angehalten" werden. Die Uhr wechselt dabei das IS. Das ist haargenau die Problematik der Zwillinge.

Die Uhr ist mit irgendeiner Anzeige stehengeblieben! Du wirst wohl nicht annehmen, dass ein IS-Wechsel einer stehengebliebenen Uhr noch etwas anhaben kann!

Ok.
Dann zur LT der Zeiten:

t1'=0; x1'=-1
t2'=1, x2'= 0
v=0,5; gamma = 1,155
t2'-t1'=1s

t1=(t1' + v*x1'/c²)*gamma= -0,5*gamma
t2=(t2' + v*x2'/c²)*gamma = gamma
t2-t1= 1,5*gamma= 1,73 s

Ist die Uhr in A 1s gelaufen, ist die gleiche Uhr in B 1,73s gelaufen.

Solkar hat geschrieben:Gleichzeitigkeit ist im Allgemeinen relativ - dass der Uhrenstart, angegeben in Koordinaten von A, mit der Emission des Lichtstrahls, angegeben in Koordinaten von A, zeitlich zusammenfällt impliziert eben nicht, dass das für relativ dazu bewegte IS ebenfalls gälte.

So ist es. Uhrenstart erfolgt bei x'=0 und Emission erfolgt bei x'=-1. Das ist in S' gleichzeitig, aber nicht gleichzeitig in S.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mo 20. Aug 2012, 20:32

Highway hat geschrieben:
Ernst hat geschrieben: Ist die Uhr in A 1s gelaufen, ist die gleiche Uhr in B 1,73s gelaufen.

Nö, 0,58s. Die Uhr in B läuft doch dilatiert. Wie kann die denn dann schneller laufen?


Die Betrachtung erfolgt aus B, demgegenüber A bewegt ist:

Harald Maurer hat geschrieben:Aus einem mit 0,5 c zu A bewegtem IS B wird diese Uhr verlangsamt laufend wahrgenommen,

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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Ernst » Mo 20. Aug 2012, 21:33

[quote="Highway"]Denn du hast einen Vorzeichenfehler bei v eingebaut wenn du im Ergebnis auf 1,73s kommt [quote]
1,73s ist richtig. Das ist die Zeit, in welcher die Uhr in B läuft, wenn die Uhr aus Sicht von B in A gerade 1s läuft. Wie es Harald vorgegeben hat.
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PS: Es geistern jetzt mehrere Varianten der Aufgabenstellung rum. Wäre zweckmäßig, diese noch einmal kurrz und knapp zu präzisieren.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon DerDicke » Mo 20. Aug 2012, 23:21

Ernst, Mo 20. Aug 2012, 20:57 hat geschrieben:Ist die Uhr in A 1s gelaufen, ist die gleiche Uhr in B 1,73s gelaufen.

Highway Mo 20. Aug 2012, 21:03 hat geschrieben:Nö, 0,58s. Die Uhr in B läuft doch dilatiert. Wie kann die denn dann schneller laufen?

Weder noch!
Leider wurden auch nicht durchgängig die zwischen den Herrn Maurer und Apostats ausgehandelten Koordinaten verwendet. Das ist zwar nicht Ursache des Fehlers erschwert aber sein Auffinden.

Die korrekten Werte lauten:
DerDicke hat geschrieben:Lichtstrahl passiert Marke x_A=0: (0,0)_A transformiert nach (0,0)_B
Uhr Start: (1,0)_A transformiert nach (1.155, -0.577)_B
Strahl trifft Uhr: (1,1)_A transformiert nach (0.577, 0.577)_B

Nach Zeitskala von B startet die Uhr also bei -0.577 und stoppt bei 0.577 ist also 1.155 sec lang gelaufen. Da sie jedoch ggü. Zeitskala B zeitdilatiert nachgeht zeigt sie auch in B bei ihrem Stop genau 1 sec.
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon Harald Maurer » Di 21. Aug 2012, 00:16

DerDicke hat geschrieben:Nach Zeitskala von B startet die Uhr also bei -0.577 und stoppt bei 0.577 ist also 1.155 sec lang gelaufen. Da sie jedoch ggü. Zeitskala B zeitdilatiert nachgeht zeigt sie auch in B bei ihrem Stop genau 1 sec.

Nein. Denn wenn die Uhr in beiden IS bei 1 s stehenbleibt, entspricht das dem Ergebnis der Galilei-Transformation! Und von den rel. Effekten keine Spur!

Meine Vorgabe war 0,5 c und nicht -0,5 c. Bei -0,5 c war Ernsts Angabe richtig. Es ist übrigens egal, welche Variante man wählt, die Uhr bleibt auf jeden Fall bezugssystemabhängig mit unterschiedlichen Zeigerstellungen stehen - was keine Uhr der Welt freilich kann.
Bei 0,5 c :
Im IS A bleibt die Uhr stehen mit der Anzeige 1 s. Die Uhr begann zu laufen mit t=0, Licht-Laufzeit = 1 s.
Im IS B hingegen bleibt sie lt. LT stehen mit der Anzeige 0,577 s. Denn die Uhr begann da zwar um -0,577 s früher zu laufen, aber natürlich mit 0, denn zurückspringen in der Zeit kann sie nicht. Da sie auf der Koordinate 1.155 LS zu mit 0 zu laufen beginnt, und das Licht nach 0,577 s ankommt, beträgt die Licht-Laufzeit hier nur 0,577 s. Was auch logisch ist, denn die Uhr hat sich hier ja gegen das Licht (das im bewegten IS B ja auch c hat!) bis zur Koordinate 0,577 LS bewegt - die Uhr ruht ja fest im IS A, und IS B bewegt sich samt dem auch hier mit c laufendem Licht gegen die Uhr. Es ist also ganz klar, dass im IS B die Laufzeit kürzer sein muss als im IS A. Und zwar nicht nur wegen der Zeidilatation, sondern eben auch weil die Uhr hier dem Licht entgegenkommt. SIe kann also, wenn sie während des Lichtlaufs dem Licht entgegen gekommen ist, nicht 1.155 s lang gelaufen sein!
Die LT transformiert daher ganz richtig, die Uhr bleibt im IS A mit der Anzeige 1 s und im IS B mit der Anzeige 0,577 s stehen - und das ist logischerweise weniger als die ZD ausmacht, denn - wie man eben nicht übersehen darf - die Uhr läuft im IS B dem Licht entgegen. Die geniale LT berücksichtigt schon dies alles mit einem Aufwaschen, ZD, LK und rel. Additionstheorem stecken in dieser resultierenden Zeitangabe 0,577 s schon drin.
Nur einen Haken hat's eben. Die Anzeige der Uhr, mit welcher sie beim Eintreffen des Lichts stehenbleibt, ist bezugssystemabhängig. Und das kann keine Uhr erfüllen.
Man muss also die SRT nicht falsifizieren. Das erledigt sie schon selbst.

Grüße
Harald Maurer
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon julian apostata » Di 21. Aug 2012, 00:30

DerDicke hat geschrieben:Nach Zeitskala von B startet die Uhr also bei -0.577 und stoppt bei 0.577 ist also 1.155 sec lang gelaufen.


Das ist aber nur dann richtig, wenn in A jemand bei x=1 steht und B darüber informiert: " :o Hallo, bei mir ist gerade ein Lichtstrahl gestartet." Hätte B diese Information nicht, dann würde er selber es erst bei t’=0 merken

Klären wir doch mal erst mal nur Folgendes. Woher weiß B, dass in A gerade ein Lichtstrahl unterwegs ist.

1.durch eigene Beobachtung?
2. durch Information von A?
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Re: Ist die Spezielle Relativitätstheorie falsifizierbar?

Beitragvon DerDicke » Di 21. Aug 2012, 02:52

Harald Maurer hat geschrieben:Nein. Denn wenn die Uhr in beiden IS bei 1 s stehenbleibt, entspricht das dem Ergebnis der Galilei-Transformation! Und von den rel. Effekten keine Spur!

Sie können den Ausführungen DesDicken entnehmen daß die Ereignisse tatsächlich mit der LT transformiert wurden.
Im übrigen ist Ihre Argumentation zirkulär in der Form:
"de LT gibt immer an Schmarrn -> wann's koa Schmarrn is, nochad hoda mit da GT g'rechnet -> wanna aber mit der LT rechnet nochad gibts an Schmarrn"


Harald Maurer hat geschrieben:Meine Vorgabe war 0,5 c und nicht -0,5 c.

genau mit ersterem hat DerDicke transformiert.


Harald Maurer hat geschrieben:Es ist übrigens egal, welche Variante man wählt,

Bei richtger Rechnung ja.
Bei Ihrer falschen Rechnung (s. unten) wird jedoch die Laufzeit jedoch anders falsch.


Harald Maurer hat geschrieben:die Uhr bleibt auf jeden Fall bezugssystemabhängig mit unterschiedlichen Zeigerstellungen stehen - was keine Uhr der Welt freilich kann.

Wiederholung der Behauptung.


Harald Maurer hat geschrieben:Denn die Uhr begann da zwar um -0,577 s früher zu laufen, aber natürlich mit 0, denn zurückspringen in der Zeit kann sie nicht.

Richtig! DerDicke schrieb: "Uhr Start: (1,0)_A transformiert nach (1.155, -0.577)_B"


Harald Maurer hat geschrieben:Da sie auf der Koordinate 1.155 LS zu mit 0 zu laufen beginnt, und das Licht nach 0,577 s ankommt, beträgt die Licht-Laufzeit hier nur 0,577 s

Auch richtig: DerDicke schrieb:
Lichtstrahl passiert Marke x_A=0: (0,0)_A transformiert nach (0,0)_B
Strahl trifft Uhr: (1,1)_A transformiert nach (0.577, 0.577)_B


Fettdruck VomDicken:
Harald Maurer hat geschrieben:SIe kann also, wenn sie während des Lichtlaufs dem Licht entgegen gekommen ist, nicht 1.155 s lang gelaufen sein!

Ist sie während des Lichtlaufs auch nicht. Sie ist aber nach Zeitskala von B seit ihrem Start bei 0 t 1.155 s lang gelaufen. Und genau das Zeitintervall ab Start ist für die Anzeige relevant. Wie gesagt geht sie zeitdilatiert um den Faktor 1.155 nach und zeigt dann 1s an.


Harald Maurer hat geschrieben:Die Anzeige der Uhr, mit welcher sie beim Eintreffen des Lichts stehenbleibt, ist bezugssystemabhängig. Und das kann keine Uhr erfüllen.

Ihr Fehler lag darin die Lichtstartzeit mit dem Uhrstart zu verwechseln. Die sind jedoch nur in A identisch, nicht in B (Relativität der Gleichzeitigkeit).


Julian Apostata hat geschrieben:Das ist aber nur dann richtig, wenn in A jemand bei x=1 steht und B darüber informiert: " Hallo, bei mir ist gerade ein Lichtstrahl gestartet." Hätte B diese Information nicht, dann würde er selber es erst bei t’=0 merken

Die LT transformiert Ereignisse ("Weltpunkte", "Vierervektoren") ganz unabhängig von der Existenz personifizierter Beobachter, die irgendwas merken, wissen, sehen etc. Daher kann die personifizierend, der Anschauung dienende Ausdrucksweise "sieht" auch verwirrend sein. Hier geht es nur darum, wie ein Sachverhalt im einen oder anderen Koordinatensystem ausgedrückt wird.
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