Ernst hat geschrieben:Im IS_B ist die Uhr zwischen Blitzstart und Wandtreffen an den Orten x=0 und x=1 um die gleiche Zeitdifferenz 1,155s weitergelaufen. Aber mit versetzten Absolutzeiten an beiden Orten. Was die ZD und die RdG verdeutlicht.
Jaja, das kann schon sein! Deshalb sollte sie bei der Lichtankunft im IS_B ja auch 1 s anzeigen! Aber zeitversetzt, nämlich um 0,577 vorversetzt, läuft sie nur
aus der Sicht des Beobachters im IS_B ! Sie hat aus dessen Sicht einen
Vorlauf von 0,577 s, um eine Laufzeit von 1 s zu erreichen, obwohl das Licht im IS_B früher ankommt, als im IS_A.
Für den Beobachter im IS_A läuft die Uhr aber ganz normal! Da die Ankunftszeiten zeitverschoben sind durch den Vorlauf der Uhr aus Sicht des IS_B, entspricht die Zeitanzeige "1 s" im IS_B einer Zeitanzeige "0,5" s im IS_A ! Und da nach der Uhrlaufzeit von 1 s Dauer, durch den Vorlauf der Uhr aber nach einer Lichtlaufzeit von 0,577 s im IS_B die Uhr stehen bleibt, steht sie im IS_A auf 0,5 s! Und mit dieser Anzeige bleibt sie eben stehen -
im IS_A ! Für den Beobachter im IS_A stellt sich die Frage ja nicht, ob die Uhr zwei unterschiedliche Zeiten anzeigen müsste. In seinem System bleibt die Uhr nach 0,5 s stehen - das ist alles. Denn tatsächlich ist die Lichtlaufzeit in den beiden IS ja unterschiedlich, weil die Strecken unterschiedlich sind und die LG
nicht mittransformiert wird - was durch die RdG bewerkstelligt wird. Das ändert nichts daran, dass das Licht für die 0,577 LS im IS_B nur 0,577 s braucht, wogegen es im IS_A für die 1 LS eben 1 Sekunde braucht. Und das Licht gleichzeitig am gleichen Ort gestartet ist!
Was der Beobachter im IS_B vermeint, an der Uhr zu sehen, kümmert den Beobachter im IS_A doch gar nicht. Die Uhr läuft einfach vor sich hin, aber nach 0,5 s wird sie vom Licht getroffen, weil das der Zeitpunkt im IS_A ist, an dem das Licht im IS_B an der Uhr ankommt. Da sollte sie wegen des Zeitvorlaufs zwar 1 s anzeigen, doch das muss der Beobachter im IS_A gar nicht wissen. In seinem System bleibt die Uhr nach 0,5 s mit dieser Anzeige stehen! Der Zeit entsprechend,
die in seinem System gilt! Was sollte sich der Beobachter im IS_A denken, wenn er die Uhr betrachtet? Eine Falschmessung? Eine kaputte Uhr oder eine LG in seinem IS im Betrag von 2c?
Jetzt denke doch mal mit:
Ort und Zeit beim Lichtstart, gleichzeitig der Start des IS_B, ist ja x=x'=0; t=t'=0 ! Von diesem Ort und Zeitpunkt, der hier für beide IS gilt läuft das Licht im IS_B eine durch das Entgegenkommen der Uhr verkürzte Strecke von 0,577 LS in 0,577 s! Im IS_A beträgt die Laufstrecke aber 1 LS, und dazu braucht das Licht 1 s. Das Postulat bewirkt, dass auf beiden Strecken das Licht mit c läuft, und es bewirkt daher auch, dass die Ankunftszeiten nicht zusammenpassen, denn die Uhr wird ja nur einmal vom Licht getroffen und bleibt stehen. Wenn das Licht vom gemeinsamen, gleichzeitigen Orts- und Zeitpunkt lossaust, und die Uhr kommt ihm entgegen, dann wird die Uhr eben schlicht und einfach
früher getroffen, als auf einer Strecke, wo die Uhr nicht entgegenkommt. Da sich Licht und Uhr in beiden Systemen befinden, kommt wegen des Postulats eben der Widerspruch heraus, dass die Uhr sowohl früher als auch später getroffen wird. Dass die Uhr in beiden IS bei der Lichtankunft 1 s anzeigen müsste (also gleich wie mit der GT) ist vorauszusehen, aber sie zeigt diese 1 s nicht zur gleichen Zeit, die Uhr zeigt im IS_B diese 1 s um 0,577 s früher an als im IS_A - wegen der durch die RdG bewirkten Vorlaufzeit von 0,577 s. D.h. würde die Uhr im IS_B auf 1 s stehen, steht sie im IS_A auf 0,5 s und würde danach die 1 s um 0,577 s
später anzeigen! Soweit kommt es im IS_A aber nicht, weil diese vorgeschobene 1 s im IS_B einer halben Sekunde im IS_A entspricht, und wenn die Uhr im IS_B diese "1 s"
früher anzeigt, wird sie auch im IS_A vom Licht getroffen und da zeigt sie eben 0,5 s an - und bleibt stehen! Weil ja nicht unterscheidbar ist, zu welchem IS das Licht "gehört".
Denke an die Galileitransformation und an die Strecke, wo die LG im IS_B c-v beträgt und daher kein Widerspruch an der Uhr entsteht. Nun gib dem Licht auf dieser verkürzten Strecke die LG c - und schon hast Du zwei Ankunftszeiten, die nicht zusammen passen und den Effekt, dass das Licht auf der kurzen Strecke früher ankommt als auf der langen Strecke. Der Widerspruch kann nicht dadurch beseitigt werden, wenn man durch den Vorlauf der Uhr die LG auf der kurzen Strecke mit c bestätigt und das Postulat gewahrt bleibt. Denn dann hat man ja nichts anderes als die Galileitransformation plus dem Postulat - und der Widerspruch ist nach wie vor vorhanden. Was immer auch die Uhr im IS_B anzeigt, es ist auf jeden Fall 0,577 nach dem Start des Lichts, und das sind eben im IS_A 0,5 s nach dem Start des Lichts - und so muss die Uhr eben nun mal
im IS_A mit dieser Anzeige stehenbleiben - und das Dilemma der LT wird offenbar!
Man kann den Widerspruch nicht mit der RdG auflösen, denn er wird ja durch die RdG erzeugt, sodass die LT prompt ergibt, dass das Licht im IS_B 0,577 s nach dem Start (!) die Uhr trifft, wogegen das im IS_A 1 s nach dem Start (!) der Fall ist. Die Manipulation mit den Uhrzeiten nützt da gar nichts, 0,577 s sind eben nun mal früher als 1 s - und Uhr und Licht befinden sich in beiden Systemen...
Die Vorrechnerei mit der LT nützt da gar nichts, denn sie gibt ja genau das an, was die Uhr als Widerspruch aufzeigt: Lichtlaufzeit im IS_A 1 s und Lichtlaufzeit im IS_B 0,577 s - gezählt vom gemeinsamen, gleichzeitigen Start des Lichts x=x'=0; t=t'=0
Grüße
Harald Maurer