Hallo All und Julian Apostata,
1.
julian apostata hat geschrieben:
Fallende Gegenstände orientieren sich an
s=g*t²/2
Nein, die
Gegenstände orientieren sich durchaus nicht an dieser Formel, oder konntest Du schon mal einen fragen? Wir bzw. manche
Menschen orientieren uns MIT dieser Formel, und zwar aufgrund einer ganz erstaunlichen Vielzahl an Annahmen, die stillschweigend akzeptiert sein müssen:
-Die Formel gilt exakt nur 1) ohne jegliche Reibung 2)in exakt homogenen Beschleunigungsregimes (oder konventioneller: in linearen Gravitationspotentialen)
- Anfang und Ende des Prozesses sind klar charakterisiert (Für Punktmassen zwar eindeutig, aber wie genau kommt man von der Punktmasse zu einer realen Masse? -> Erfordert wieder Konventionen)
-Zeit wird linear gemessen werden
-Strecken sollen linear gemessen werden
...
"Verdeckte Agenda" würden das Verhandlungsprofis nennen

.
Das heißt im Klartext: Man kann sich immer Annahmen ausdenken, die Formeln passend machen. Die Formel selber ist danach nicht mehr als ein Werkzeug. Im eigentlichen Wortsinne sogar ein
esoterisches Werkzeug, d.h. eines nur für Eingeweihte, die die "verdeckte Agenda" kennen (und die auch In Lehrbüchern nicht immer vollständig steht, im Gegensatz zur
exoterischen Laienliteratur, die auf weniger formalisiertem Vorwissen basiert bzw. einem angenommenen "Mainstream").
Solche Symbolkontraktion ist absolut sinnvoll, aber sie beinhaltet die Gefahr sich vor lauter Insidertum in eine Sackgasse zu verirren, trotz bester Absichten. Und wo es finsterer wird, da finden sich auch finstere Wünsche...
Vielleicht, lieber Julian Apostata, ist an der SRT nicht die Mathematik, sondern der Deutungsstarrheit das Problem?
2.
All hat geschrieben:
Jeder soll nach seinen Grundlagen selig werden.
Lieber All, nein, so meinte ich das nicht, denn es geht in der Physik um unsere Welt, in der wir gemeinsam klarkommen müssen. Die Physik muss sich also darum bemühen, eine vermittelbare Sprache für die natürlichen Phänomene zu finden.
Jeder darf seine Grundlagen wählen oder finden, aber wenn es um das Verbindende in der Natur geht, dann muss man akzeptieren, dass Grundlagen etwas sehr Persönliches oder sogar Intimes sind. Und wenn man von Physik sprechen will, dann muss dieses Persönliche explizit verhandlungsfähig sein. Konkret: Man muss wissen, was man so sehr mag, dass man es nicht hergeben will, z.B. die Lorentz-Transformation, oder etwas subtiler, dieses Gefühl, dass "
alle RT-Kritiker Nicht-Physiker bzw. Idioten sind" (oder umgekehrt, die Ahnung, dass "
die Mainstream-Gläubigen sich so sehr verrannt haben, dass sie meine Genialität nicht mehr anerkennen können".
Ich stimme außerdem Jocelyne Lopez in gewisser Hinsicht zu: Mathematik ist eine Sprache, mit der man Diverses ausdrücken kann. Was man aber damit meint, steht auf einem anderen Blatt, eben auf der "verdeckten Agenda". Das ist allerdings mit natürlicher Sprache nicht anders! Es sei denn es gäbe eine "Gottessprache", mit der man besonders nah und leicht an die Wahrheit herankommt. Glaubt Ihr, dass es sowas gibt?
Beste Grüße
rp