fallili hat geschrieben:Natürlich fallen eine schwere oder eine leichte Masse gleich schnell, wenn sie von einer Gravitationsquelle angezogen werden. Was Spacerat da schreibt ist Unsinn hoch 3.
Das würde ich auch sagen. Wie verträgt sich Deine hier richtige Feststellung, dass Massen ungeachtet ihrer Masse gleich schnell fallen, mit Deiner entgegengesetzten Behauptung:
fallili hat geschrieben:Eine Feder wird fallen gelassen und danach wird der Hammer fallen gelassen. Also ist der Hammer definitiv in Radialrichtung hinter der Feder. Und schon wirkt er auch in Radialrichtung gravitativ auf die Feder.
Daher lautet die Antwort auf die Frage
zieht jetzt der nachfolgende Hammer die Feder zurück?
Natürlich ja!
Wenn also andererseits der Hammer zuerst fällt, zerrt er am Faden zur langsamer fallenden Feder und der Faden reißt. Und nun sagst Du sinngemäß das Gegenteil - "Natürlich fallen eine schwere oder eine leichte Masse gleich schnell". Also, was denn jetzt?
fallili hat geschrieben:Aber das heißt nicht, dass gravitative Kräfte verschwinden nur weil etwas fällt.
Wenn eine schwere und eine leichte Masse auf die Erde fällt, gibt's Kräfte zwischen Erde und schwerer Masse, zwischen Erde und leichter Masse, zwischen leichter und schwerer Masse. Jede Masse wirkt auf alle anderen Massen. Da bleiben doch alle Kräfte bestehen - ob sich nun was bewegt (fällt) oder nicht.
Und ob ich in einem Fahrstuhl in einem Gravitationsfeld nach unten falle oder mich schwerelos im Weltall befinde kann ich eben nicht unterscheiden.
Es scheint den Teilnehmern hier vordringlich ein Anliegen zu sein, auf jeden Fall jedem Argument zu widersprechen, was meist in inhaltsleerer Wortklauberei endet. Kräfte können sich zu Null kompensieren, sind dann wirkungslos - und ob sie nun "verschwunden" sind oder nicht, ist eine völlig überflüssige Überlegung. Da müsste man vorerst über den Kraftbegriff selbst zu philosophieren beginnen. Hier geht es mir lediglich darum, den Widerspruch aufzuzeigen, der entsteht, wenn zwei frei fallende Massen mit einem Faden verbunden wären und ebenso entsteht, wäre der Faden durch Anziehungskraft ersetzt. Für jeden, der logisch denken kann, kann die Folgerung daraus nur sein, dass die Körper ungeachtet ihrer Masse gleich schnell fallen.
Im übrigen kann man die Schwerelosigkeit in einem frei fallenden Aufzug von einer Schwerelosigkeit im Weltall experimentell unterscheiden.
Spacerat hat geschrieben:Bei dem Bild ist es allerdings so, wie Harald es sagt. Wenn ich z.B. das newtonsche Gravitationsgesetz bei Erde und Mond mit relativ reellen Massen (m_E=6e24kg; m_M=7e22kg) und Abständen (60*12000000m) anwende, dann komme ich auf ca. 0,000785m/s².
Der Wert ist wohl noch zu groß, aber ansonsten richtig gerechnet!
Chief hat geschrieben:...
Die gravitativen Kräfte zwischen Dir und dem Aufzug oder der Waage werden zu Null kompensiert, d.h. die Gravitation ist im fallenden Bezugssystem weg transformiert. ...
Überhaupt nicht, denn in diesem Fall gäbe es keine weitere Beschleunigung und die Masse würde gleichförmig weiter fallen. Wenn sich zwei Kräfte gerade kompensieren, bedeutet nicht dass sie verschwinden.
Was Kräfte überhaupt sind und ob sie verschwinden oder nicht, wenn sie einander aufheben, darüber zerbrechen sich die Gelehrten von Hume zu Leibnitz und Newton bis Einstein seit eh und je die Köpfe. "Kraft" ist ein Abstraktum, dass einer beobachteten Wirkung unterschoben wird - ganz typisches Beispiel dafür ist die Schwerkraft, deren Transformierbarkeit Einstein auf die Idee brachte, dass sie gar nicht existiert. Aber in der ART werden wir hier wohl nicht landen wollen, bloß bei der Frage, ob alle Körper gleich schnell fallen oder nicht. Sie tun es - und die Versuche hier, mit allen möglichen an den Haaren herbeigezogenen Argumenten das zu widerlegen, sind lächerlich.
Highway hat geschrieben:Man hat unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit Experimente mit Pulver durchgeführt. Wenn ich mich recht erinnere war es Kaffeepulver. Dabei hat man festgestellt, dass sich durch gravitative Kräfte Verklumpungen bilden.
Tatsächlich? Da würde ich wohl eher an Kohäsionskräfte denken. In einem Fallturm fallen sogar frei fallende Magneten auseinander! Hast Du das gewusst? Was übrigens ein Hinweis darauf ist, dass zwischen Gravitation und Magnetismus irgendeine noch rätselhafte Verwandtschaft besteht. Ist hier auch nicht weiter von Belang, sondern es ging mir bloß um das Fallgesetz. Und das trifft eben zu!
Jondalar hat geschrieben:Wie sollten auch sonst Strukturen wie Sterne, Planeten, Galaxien usw. entstehen?
Gravitation wirkt immer unter allen beteiligten Massen - alles Andere wäre schwer erklärbar und hat mit Äquivalenz nicht das Geringste zu tun.
Die Entstehung von Strukturen aus Gas-, oder Staubwolken ist ein großes Problem für Kosmologen und kann ohne Zuhilfenahme von elektromagnetischen Kräften mit der Gravitation alleine nicht erklärt werden!
Grüße
Harald Maurer