Angst vor der Wissenschaft I: Was kann ich wissen?
und
Angst vor der Wissenschaft II: Was soll ich tun?
Der eigentliche Titel lautet zwar "Angst vor der Wissenschaft", aber es wird sehr deutlich, dass er seine These hauptsächlich aus den Kritikern der SRT ableitet. Und ich vermute, dass er insbesondere Jocelyne Lopez im Auge hat, auch wenn er sie nicht namentlich erwähnt ... er bezieht sich aufjedenfall auf das Auftreten der Kritiker in Science-Blog .... und Jocelyne ist wohl eine der wenigen die dort öfter geschrieben hat.
Martin Bäker in Teil 1 hat geschrieben:(...)
Das Menschen also Angst oder zumindest Unbehagen verspüren können, wenn vertraute Vorstellungen über den Haufen geworfen werden, ist nicht schwer zu verstehen. Nehmen wir als reales Beispiel die auch hier in diesem Blog gelegentlich auftauchenden Relativitätstheorie-Leugner. Die spezielle Relativitätstheorie (SRT) ist wissenschaftlich durch so viele Beobachtungen und Experimente abgesichert, dass an Phänomenen wie Zeitdilatation oder Längenkontraktion keine vernünftigen Zweifel möglich sind (auch wenn es durchaus wahrscheinlich ist, dass die Theorie selbst in ihren Grundlagen eines Tages modifiziert werden muss).
Warum gibt es dann immer noch Leute, die die Vorhersagen SRT für falsch halten und nach Wegen der Widerlegung suchen? Abgesehen von irgendwelchen braun eingefärbten Motiven, über die ich hier nicht reden will, denke ich, dass hier genau der Aspekt des “Was kann ich wissen” eine Rolle spielt.
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Die SRT zeigt, dass so offensichtliche und selbstverständliche Dinge wie unser intuitives Verständnis von Raum und Zeit falsch sein können. Die meisten Menschen reagieren darauf vermutlich mit Gleichgültigkeit,
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Wer aber tatsächlich über die Folgerungen der SRT nachdenkt, der kann durchaus Angst bekommen: Wenn ich mich nicht einmal mehr auf meinen gesunden Menschenverstand und auf das verlassen können soll, was ich aus dem Alltag weiß, was soll dann überhaupt noch verlässlich sein? Könnte nicht alles, was ich denke, falsch sein? Nicht nur ist die Welt plötzlich ein Ort voller Ungewissheit, ich kann auch mir selbst und meinen eigenen Wahrnehmungen plötzlich nicht mehr trauen. Ich denke, dass es genau dieses Gefühl ist, dass zur Ablehnung der SRT führt. (Man muss nur mal in das berühmte Buch “100 Autoren gegen Einstein” hineinschauen, um das exemplarisch zu sehen.) Und bei den Leugnern, die hier aufschlagen, sind es ja meist auch “Argumente”, die mit dem “gesunden Menschenverstand” arbeiten, die also genau unsere intuitiven Vorstellungen heranziehen.
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Für die SRT gilt nichts dergleichen – sie sagt uns einfach, dass unser fundamentales Verständnis von Raum und Zeit falsch ist, ohne uns, quasi “zum Trost”, neue Aspekte der Realität zu zeigen, die mit unseren Ideen harmonieren. Und genau deswegen löst sie Angst und Ablehnung aus. Und diese Angst und Ablehnung überträgt sich dann bei vielen auf die Wissenschaft und die wissenschaftliche Methode selbst. Es ist nicht so sehr die wissenschaftliche Methode selbst, die abgelehnt wird (was man auch daran sieht, dass einzelne wissenschaftliche Fakten gern als Argument herangezogen werden), sondern die Tatsache, dass diese Methode uns zeigt, dass Kant (oder Platon mit seinem Höhlengleichnis) recht hatte: Die Welt ist nicht so, wie sie uns erscheint.
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Ich halte seine These für grundfalsch .. aber ich bin ja nun kein Kritiker der SRT (auch wenn ich dort vieles nicht verstanden habe) .... und mag mich irren
