Das "einfache" Beispiel der Relativität der Gleichzeitigkeit

Hier wird die Relativitätstheorie Einsteins kritisiert oder verteidigt

Das "einfache" Beispiel der Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon gert » Mo 23. Jul 2012, 08:48

Ich beziehe mich auf das Beispiel am Anfang von http://www.mahag.com/srt/1905_2.php (bitte nachlesen!):
Ein Stab, 1 Lichtsekunde lang, Geschwindigkeit 0,5 c. Wann erreicht das Licht, vom hinterem Ende des Stabes gesendet, das vordere Ende - nach 450000 km oder nach 600000 km?

Ein anderes Beispiel zum Vergleich: Ein Feuerwehrauto mit einer Leiter auf dem Dach, mit einer Länge von einer "Schallsekunde" (die Schallgeschwindigkeit ist rund 300 m/sek, die Leiter ist also 300 m lang). Die Geschwindigkeit des Fahrzeugs ist 0,5 Schallsekunden, d.h. 150 m/sek. Wann erreicht der Schall von einem Lautsprecher, am hinterem Ende der Leiter befestig, ein Mikrofon, am vorderem Ende befestigt?

Noch ein Beispiel: Statt der Leiter ist eine geschlossene Kiste auf dem Dach befestigt, abermals 300 m lang. Der Lautsprecher und das Mikrofon sind hier im Inneren der Kiste gefestigt. Wann erreicht der Schall das Mikrofon?

Der Unterschied ist klar: Im 2. Beispiel wird das Medium, die Luft mitgeführt. Im 1. Beispiel wird das Medium nicht mitgeführt; das Mikrofon läuft dem Schall davon, ähnlich wie es der Beobachter auf der Straße im Beispiel mit der Lichtgeschwindigkeit "meint". Im ersten Beispiel erreicht der Schall das Mikrofon nach 600 m; im zweiten Beispiel erreicht der Schall das Mikrofon schon nach 450 m.

Welches der beiden Beispiele mit dem Feuerwehrauto ist auf das Beispiel mit der Lichtgeschwindigkeit anzuwenden? Stellt der Stab mit der Lichtquelle und dem Spiegel auch sowas wie eine "geschlossene Kiste" dar? - wohl nicht. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass hier das Medium mitgeführt wird!

Der Relativist scheint mir mit seiner Auffassung richtig zu liegen!
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Re: Das "einfache" Beispiel der Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Kurt » Mo 23. Jul 2012, 20:57

gert hat geschrieben:Ich beziehe mich auf das Beispiel am Anfang von http://www.mahag.com/srt/1905_2.php (bitte nachlesen!):
Ein Stab, 1 Lichtsekunde lang, Geschwindigkeit 0,5 c. Wann erreicht das Licht, vom hinterem Ende des Stabes gesendet, das vordere Ende - nach 450000 km oder nach 600000 km?


Hallo gert, willkommen im Forum.

gert hat geschrieben:Welches der beiden Beispiele mit dem Feuerwehrauto ist auf das Beispiel mit der Lichtgeschwindigkeit anzuwenden? Stellt der Stab mit der Lichtquelle und dem Spiegel auch sowas wie eine "geschlossene Kiste" dar? - wohl nicht. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass hier das Medium mitgeführt wird!


Das Lichtbeispiel ist eindeutig auf die "geschlossene Kiste " anzuwenden.


Gruss Kurt
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Re: Das "einfache" Beispiel der Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon gert » Di 24. Jul 2012, 15:17

Lieber Kurt,
über deine freundliche Antwort habe ich mich sehr gefreut. Allerdings bin ich immer noch ratlos. Ich bin kein unbedingter Verfechter der SRT aber ich komme mit der Erkärung von Harald nicht zurecht. In http://www.mahag.com/srt/light.php schreibt er dass >> "Lichtgeschwindigkeit" sich eigentlich aus 2 Geschwindigkeitsfaktoren zusammensetzt. <<. Es entstehen (so habe ich das verstanden) periodisch "Wellenkringel", die sich mit Lichtgeschwindigkeit c vergrößern. Gleichzeitig verschiebt sich die Lichtquelle mit der Geschwindigkeit v (v<c). Wenn ich die Zeit zwischen 2 Perioden der Impulserzeugung mit t (besser wäre delta t) bezeichne, dann hat im Moment der Entstehung des 2 "Kringels" der 1. Kringel bereits einen Radius von t * c. Der Ort der Entstehung des 2. Kringels hat sich aber nur um t * v verschoben. Und so weiter...

Was ich nicht verstehen kann, wie soll eine nachfolgende Sphäre die vorhergehende überholen können. Wenn sie das nicht kann, dann ist die Zeit maßgeblich, die die Front der 1. Sphäre benötigt, um das Ziel zu erreichen (und die errechnet sich aus c).

Gruß von Gert
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Re: Das "einfache" Beispiel der Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Kurt » Di 24. Jul 2012, 19:09

gert hat geschrieben:Was ich nicht verstehen kann, wie soll eine nachfolgende Sphäre die vorhergehende überholen können. Wenn sie das nicht kann, dann ist die Zeit maßgeblich, die die Front der 1. Sphäre benötigt, um das Ziel zu erreichen (und die errechnet sich aus c).


Hallo Gert, das was Harald da schreibt kann ich auch nicht verstehen oder dem zustimmen.
Es scheint so als wolle er an einer althergebrachten Absolutvorstellung festhalten, diese mit seinen Beschreibungen "rechtfertigen".
An der Vorstellung dass es ein Absolutbezugssysten gibt, genannt -statischer Äther-, durch den sich die Erde hindurchzwängt.

Licht ist ein rein mechanischer Vorgang, erzeugt und detektiert mit Hilfe von Materie.
Materie ist es die Licht erzeugt und -sieht-.
Dieses Licht ist longitudinale Druckunterschiedsweiterleitung im Medium.

Dieses Medium ist nicht statisch ("Erde zwängt sich hindurch"), sondern hochdynamisch.
Materie beeinflusst die lichttragenden Eigenschaften dieses Mediums in der Form dass darin laufendes Licht seinen Bezug so einrichtet als sei dieser an die Materie angenagelt.
Darum ist es z.B möglich mit GPS Positionen auf der Erde, und in der Nähe der Erde, zu bestimmen.


Gruss Kurt
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Re: Das "einfache" Beispiel der Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Kurt » Di 24. Jul 2012, 22:06

Artie hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Dieses Licht ist longitudinal...


Keine Chance:
Animation_polariseur.gif


Nix long..
transversal
Filter existiert und funktioniert. PUNKT

longitudinales Licht? -> ab in die Tonne!


Nun Artie, wenn ich wüsste dass du das auch verstehen kannst was ich dir sagen will dann können wir gerne genau dieses Polfilter in seine "Einzelheiten zerlegen".

Wenn du es verstanden hast (dann hättest), dann würdest du nicht mehr sagen das Licht tranversal ist.
Genau das Polfilter, und das/die von Dieter Heidorn mal eingestellte Apparatur, die im deutschem Museum noch ist oder war, zeigen dann, ja dann und nur dann, wenn man sie mit den richtigen Augen betrachtet, die Falschinterpretationen die eben dieser Einrichtung (Mikrowellenstrahler mit Blenden und Gittern) angetan wurden.

Als Test für dein Verständnis: wie ist das Polfilter das du im Link zeigst aufgebaut, ist seine "Faserung" vertikal oder horizontal ausgerichtet wenn es durchsichtig ist.
Dabei sei horizontal polarisiertes Licht angenommen.
Oder trägt es gar keine -Phaserung-?

Und dann noch: was passiert mit dem Licht das nicht durchgeht.


Gruss Kurt


Ich freu mich schon darauf!
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Re: Das "einfache" Beispiel der Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Harald Maurer » Mi 25. Jul 2012, 08:52

Kurt hat geschrieben:das was Harald da schreibt kann ich auch nicht verstehen oder dem zustimmen.

Logisch, wenn man etwas nicht versteht, kann man dem auch nicht zustimmen! ;)
Kurt hat geschrieben:Es scheint so als wolle er an einer althergebrachten Absolutvorstellung festhalten, diese mit seinen Beschreibungen "rechtfertigen"

Das scheint nicht nur so, sondern ich vertrete tatsächlich eine Absolutvorstellung in Form einer absoluten informationstragenden Struktur, in welcher sich das Universum abspielt. Wer's genau wissen will, wie das funktioniert, kann sich ja mein Buch "Das Prinzip des Seins" zu Gemüte führen.
Kurt hat geschrieben:An der Vorstellung dass es ein Absolutbezugssysten gibt, genannt -statischer Äther-, durch den sich die Erde hindurchzwängt.

Da zwängt sich die Erde nicht hindurch, sondern all das, was wir Materie oder Welle nennen, ist Information in dieser Struktur, besteht aufgrund dieser Struktur und benutzt diese Struktur zur Weitergabe von Information; die Struktur wird also z.B. zur Bewegung benutzt und nichts zwängt sich da hindurch. Nichts bewegt sich tatsächlich, sondern Bewegung entsteht durch Weitergabe von Information, also eine Art von Bewegung, wie wir sie von der elektromagnetischen Welle her kennen. Was sich da wirklich bewegt, ist Energieinformation von A nach B und nichts sonst. Ich gehe einen Schritt weiter und meine, auch ein Atom ist ein Informationskomplex in dieser Struktur, ein Schwingungszustand, der sich nicht durch die Struktur zwängt, sondern sich in dieser fortpflanzt, indem ein Schwingungszustand weiter vermittelt wird. Es gibt also da einen Unterschied zur Äthervorstellung, in welcher Äther und Materie getrennt betrachtet werden. In meiner Vorstellung existiert nur die Struktur. Das könnte - um einen Gedanken Einsteins zu verfolgen - ein universelles elektromagnetisches Feld sein, in welchem Materie als elektromagnetische Verdichtung bzw. Oszillation auftritt, d.h.alles, was das Universum uns zeigt, ist nur ein elektromagnetischer Prozess ohne irgendeine Ur-Substanz. Man könnte also sagen, das Universum besteht aus Licht! Das klingt nun sicher sehr fantastisch und ich erwarte auch von niemanden, dass er das versteht...

Ebenso wie bei Lorentz bewegt sich meiner Meinung nach eine elektromagnetische Welle nur in Bezug zu dieser Struktur konstant mit c, in diesem Fall entspricht diese Struktur dem Lichtäther alter Ansichten. Die Lichtfortpflanzung in dem von Gert angesprochenen Artikel bezieht sich auf das Fixed-Space-Delay-Modell, und das sagt einfach aus, dass in einer gewissen Weise die Bewegung einer Lichtquelle in die Geschwindigkeit der Energiefortpflanzung eingeht. Sehen können wir das daran, dass eine bewegte Lampe ihre erzeugte Lichtsphäre mitnimmt - einfach dadurch, dass sie diese Sphäre während der Bewegung fortlaufend neu erzeugt. Erzeugt der Scheinwerfer eines PKW vor sich in 100 m Abstand einen Lichtfleck, dann bewegt sich dieser mit derselben Geschwindigkeit wie der PKW, bleibt also in Bezug zu diesem stets 100 m entfernt. Geht man davon aus, dass die Lichtgeschwindigkeit bezogen zur Straße c beträgt, ist es zumindest interessant, dass die Energieübertragung zu diesem Lichtfleck sich auf den PKW bezieht, diese Übertragung in Bezug zur Straße also irgendwie die Geschwindigkeit des Autos dazu bekommt. Das erklärt sich dadurch, dass der Lichtstrahl des Scheinwerfers tatsächlich aus einer Aufeinanderfolge von Lichtstrahlen besteht und sich jeder mit c bewegt. In meiner Ansicht und in der Äthertheorie geht jeder Wellenzug von einem Erzeugungspunkt aus, der vom vorhergehenden aufgrund der Bewegung des Scheinwerfers etwas weiter gerückt ist. Für einen Beobachter auf der Straße hat die Energieübertragung zum Lichtfleck scheinbar c+v_pkw, für das BS PKW beträgt sie aber offenbar c, weil hier der Lichtfleck immer gleich entfernt bleibt. (Da Photonen einander nicht einholen können, stimmt dieses c+v_pkw nicht ganz, denn jede Lichtsphäre bleibt quasi absolut im Äther fixiert, also im Raum - daher "Fixed-Space" - und dadurch verzögert sich die Geschwindigkeit des Lichtflecks in Bezug zum PKW abhängig von der PKW-Geschwindigkeit - daher "Fixed-Space-Delay".)
Für den Beobachter auf der Straße ergibt sich demnach eine Geschwindigkeit der Energieübertragung mit c'=(c+v)-(v²/c), weil die Lichtquelle in ihrer Sphäre immer weiter vor rückt bzw. die Sphäre immer mehr zurück bleibt, je schneller sich die Quelle bewegt. Aber bei im Verhältnis zur LG geringen Geschwindigkeiten der Lichtquelle wird man glauben, das Licht breite sich in Bezug zur Quelle isotrop aus. Und so würde man es auch messen. Hat die Quelle selbst LG, so strahlt sie in Bewegungsrichtung kein Licht mehr aus, und man wird daher folgern, dass die LG eine Konstante ist. Das ist sie auch, aber nur in Bezug zum Äther bzw. Absolutsystem. Bei Einstein ist sie es in Bezug zum BS Straße, und da ergibt sich ein Widerspruch, denn die LG kann nicht gleichzeitig in Bezug zur Straße und in Bezug zum PKW c sein. Einstein löst diesen Widerspruch mit der SRT, ich löse ihn mit dem Fixed-Space-Delay, demnach beide Beobachter, der im PKW und der auf der Sraße ganz unproblematisch dasselbe sehen: ein Lichtfleck bleibt offenbar stets 100 m vom Scheinwerfer entfernt, obwohl der Scheinwerfer im BS PKW ruht und sich im BS Straße bewegt. Für die SRT gibt es daher gar keinen Grund. Denn die LG bzw. die Geschwindigkeit der Energieübertragung ist eben keinesfalls so unabhängig von der Quelle, wie es Einstein postuliert, sondern die Geschwindigkeit der Quelle geht in die LG ein, weil das Licht aus Einzelphären besteht, deren Erzeugungspunkte bewegt sind. Einstein erzeugte daher mit seinem Postulat einen Widerspruch, der gar nicht existiert, um ihn mit der SRT zu lösen.
Versucht man also experimentell den Äther nachzuweisen z.B. anhand einer bewegten Lichtsphäre, so geht das schief, denn die Lichtsphäre geht praktisch mit der Quelle mit und die Dopplereffekte verhindern die Messung der Phasenlagen - wie an anderer Stelle schon beschrieben.
Diese quasi atomistische Lichterzeugung ist also schuld daran, dass ein vorbeifahrendes Eisenbahnabteil gleichmäßig beleuchtet bleibt, auch wenn es sich vorbei bewegt, obwohl die LG zum Absolutraum c beträgt. Eine Verkürzung des vorbeifahrenden Wagens oder eine Zeitdilatation braucht man nicht, um das zu erklären. Und die Gleichzeitigkeit bleibt eine Gleichzeitigkeit...
srt_fixed_space.gif
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Re: Das "einfache" Beispiel der Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Kurt » Mi 25. Jul 2012, 22:07

Hallo Chief,

Chief hat geschrieben:
Artie hat geschrieben:...
Erkläre wie longitudinales Licht Filtern kannst und fertig.
...

Longitudinales Licht ist widerlegt.

Licht ist transversal und longitudinal (Wasserwellen auch).


da gibts von meiner Seite keine Zustimmung.
Licht ist longitudinal.
Das was du als "Wasserwellen" andeutest ist keine Ausbreitung im Medium.
Das ist "Verhalten an der Trennschicht".
Das Wasser wird hochgedrückt und fällt dann wieder zurück (Gravitation), ähnlich wie ein Pendel oder Feder usw..
Das hat mit Licht im Bezug zu dem worums hier geht nichts zu tun.

Chief hat geschrieben:Longitudinal weil es bei Absorption und Emission Stoß und Rückstoß gibt!


Perfekt!!


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Re: Das "einfache" Beispiel der Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Harald Maurer » Mi 25. Jul 2012, 23:11

Solkar hat geschrieben:Wenn ich Sie richtig verstanden habe, gelten die physikalischen Gesetze (z.B. die Maxwellschen Gleichungen) in bekannter Form (zumindest) in Σ.


Schon bei Newton gelten die physikalischen Gesetze gleichermaßen in bewegten oder ruhenden Inertialsystemen. Es ergab sich aber ein Problem mit dem Wellenmodell der Lichtausbreitung: Bestünde das Licht aus Teilchen mit Trägheit, so fielen sie unter die Bewegungsgleichungen Newtons und das Problem mit der Unabhängigkeit von der Quelle wäre vom Tisch. Die Undulationsthese hingegen führt zur Folgerung, dass Licht nicht dem Relativitätsprinzip folgt, da sich seine Ausbreitung offenbar nicht auf Inertialsysteme bezieht, sondern es quasi für die Lichtausbreitung ein übergeordnetes Bezugssystem zu geben scheint, zu welchem sich Inertialsysteme relativ bewegen. Maxwell schuf seine Gleichungen mit Rückgriff auf Faraday und Ampére, die ihre Erkenntnisse experimentell erarbeitet hatten und sicher noch nicht daran dachten, dass sich ihre Laboratorien durch einen Äther bewegten. So kam es, dass Maxwells Gleichungen eine Wirkung des bewegten Äthers nicht enthalten, also quasi unter der Annahme eines ruhenden Äthers entwickelt wurden und ihnen kam zugute, dass diverse Experimente zum Nachweis eines Äthers negative Ergebnisse brachten. Es zeigte sich auch, dass Maxwells Gleichungen in Inertialsystemen unabhängig von deren Bewegungszustand unverändert gültig blieben, was einer Transformation dieser Gleichungen mit Galilei widersprach. Einstein folgerte daraus, dass die Lichtausbreitung in jedem Inertialsystem gleich erfolgt, nämlich isotrop, wie es die Maxwell-Gleichungen ausdrücken. Daraus ergab sich das Postulat mit den entsprechenden Folgen, denn nun brauchte man eine Transformation, welche diese isotrope Lichtausbreitung, somit die Maxwell-Gleichungen in jedem IS unverändert beließen, und die fand Einstein in den Lorentztransformationen.
Nun ist ja das Postulat direkt nicht nachgewiesen, aber es ist keine Frage, dass sich auf die Phänomene der Optik ein allenfalls vorhandender Äther nicht auswirkt, bzw. sich eine Auswirkung nicht nachweisen lässt. Hat also Maxwell Recht, weil es keinen Äther gibt, so ist Einsteins Postulat durchaus begründet. Hat Maxwell aber nur deshalb Recht, weil eine Wirkung des Äthers zwar vorhanden, sich aber nicht zeigen lässt, weil sie durch entsprechende Gegenwirkung aufgehoben wird, dann ist Einsteins Postulat falsch, obwohl Maxwell deshalb gültig bleibt, weil sich optische Systeme in Inertialsystemen offenbar ungeachtet des Bewegungszustandes im Äther identisch verhalten. Das tun sie tatsächlich, denn die Wirkungen des Äthers sind Doppler-Effekte, die sich gegenseitig aufheben und in Verbindung mit den Emissions-, Absorptions- und Reflexionseigenschaften elektromagnetischer Wellen einen Bewegungszustand im Äther nicht aufzeigen. Licht hat eine Frequenz, und seine Wirkungen beruhen auf dieser Frequenz, und bleiben die Frequenzen trotz des Äthers konstant, bleiben auch die Wirkungen konstant, woraus man irrtümlich annehmen könnte, es sei das Licht schlechthin, das diese Konstanz aufweise. Und das ist nicht der Fall. Aber da man die Eigenschaften des Lichts aus seinen Wirkungen definiert bzw. experimentell nachweist und diese Wirkungen von der Frequenz abhängen, die ein "Ätherwind" nicht verändert, kann man mit Maxwells-Gleichungen arbeiten, obwohl Einsteins Postulat falsch ist, weil es aus den Lichtwirkungen auf eine auf jedes IS bezogene Invarianz des Lichts schließt, obwohl es diese gar nicht haben kann. Experimentelle Anordnungen, in welchen sich die Doppler-Effekte kompensieren (alle von der Art Michelson-Morley) können eine Wirkung des Äthers nicht nachweisen, Anordnungen hingegen, in welchen sich diese Doppler-Effekte aufgrund rotationsbedingter Veränderung der Messtrecken nicht kompensieren, weisen die Ausbreitung des Lichts in einem übergeordneten BS nach (Sagnac). Dafür ist auch der Doppler-Effekt schlechthin (auch der relativistische, der ja nur um die ZD modifiziert ist) ein unübersehbares Indiz.
Die physikalischen Gesetze sind von den Wirkungen abgeleitet, und aus diesem Gesichtspunkt gibt es keinen Grund anzunehmen, sie wären abhängig von Bezugssystemen, denn der Äther verändert die Wirkungen elektrodynamischer Prozesse nicht. Deshalb sind Experimente a la Michelson-Morley sinnlos. Und das klassische Relativitätsprinzip bleibt aufrecht, weil eine variante Lichtgeschwindigkeit die Wirkungen und somit die physikalischen Gesetze nicht beeinflussen kann.

Solkar hat geschrieben:Es muss ferner Transformationen
M: Σ → Σ'
und
N: Σ → Σ''.
geben.
Wie sehen die betreffenden Transformationsgleichungen aus?


Allfällige Wirkungen des Äthers können nur Absoluteffekte sein. Sie sind nicht abhängig vom Bezugssystem, wie in der SRT, also nur relativ wahrnehmbar, sondern werden von jedem Beobachter gleichermaßen wahrgenommen, weil sie durch die Transformation eines Koordinatensystems nicht verändert werden. Sie finden in jedem Koordinatensystem gleichermaßen statt. Es gibt daher keinen Grund, von der Galilei-Transformation abzugehen. Man muss auch nicht ins übergeordnete System transformieren und daraus zurück in ein dazu relativ bewegtes IS, wie es Lorentz quasi getan hat bei seiner Entwicklung der Lorentztransformation. Aber man muss sich der Sonderstellung der Maxwell-Gleichungen bewusst sein, die eine Invarianz elektrodynamischer Wirkungen beschreibt und den Grund für diese Invarianz im Dunkeln lässt. Nicht die auf den Äther bezogene Lichtgeschwindigkeit ist für die optischen Phänomene maßgeblich, sondern es ist die Frequenz. Im missverstandenen Doppler-Effekt steckt die Wurzel der SRT, die alles daran setzt, die Lichtgeschwindigkeit invariant zu belassen und dabei übersieht, dass diese Geschwindigkeit für die Wirkungen in unseren frequenzorientierten technischen Anwendungen gar keine Rolle spielt. Die Maxwell-Gleichungen enthalten Konstanten und zeigen schon dadurch, dass sie sich von vornherein auf ein ruhendes System beziehen. Sie sind daher nicht galileiinvariant, aber sie beschreiben auch nicht den wahren Sachverhalt, weil der Doppler-Effekt unberücksichtigt bleibt. Man sollte daher nicht ständig versuchen, die SRT zu verteidigen, sondern die Maxwell-Gleichungen so modifizieren, dass die Ursache für die scheinbare Invarianz der Lichtausbreitung sichtbar wird. Die Experimente zur Überprüfung der Lorentzinvarianz, allesamt auf der Basis von Frequenzmessungen, sind nur eine Jagd nach einem Phantom.
Man sollte ja meinen, man müsste bei Transformationen den absoluten Bewegungszustand zum Äther kennen und einbeziehen. Man kennt ihn seit den Messungen von Smoot ja bereits, aber er spielt keine Rolle. Ob sich ein optisches System im Absolutsystem bewegt oder nicht, bleibt sich völlig gleich, denn die beobachtbaren Wirkungen sind stets dieselben. D.h. es gibt ein Absolutsystem, aber für das Relativitätsprinzip zwischen zueinander bewegten Inertialsystemen hat es keine Bedeutung.

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Re: Das "einfache" Beispiel der Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon gert » Do 26. Jul 2012, 22:33

Lieber Harald,
ich bin etwas "naiv" an die Sache herangegangen, habe einfach auf den Busch geklopft. Inzwischen habe ich mich mit der "Additiven Lichttheorie" (so würde ich das bezeichnen - warum nicht einen Namen spendieren?) etwas angefreundet. Ist ja auch ganz angenehm, weil leichter verständlich als die SRT! Aber vor allem, wenn sie richtige Ergebnisse liefert und die SRT das nicht tut, ist sie natürlich die bessere Theorie.

Da ist jetzt auch die Matrix/Äther - Theorie angesprochen worden. Es ist in der Tat eine faszinierende Theorie, sie hat Witz und Eleganz. Da wird tatsächlich nichts "durchgezwängt", vielmehr wird hier "gebeamt", wie in den Science Fiction Filmen - Informations-/Impuls-Übertragung! Mit ihr lässt sich vieles besser erklären, als mit den herkömmlichen Theorien. Ich kann aber auch verstehen, dass sie manchem nicht schmeckt; sie ist zu weit weg von der herkömmlichen Vorstellung über unsere Welt.

Jetzt möchte ich aber auch noch etwas von Dir hören, wie Du die Theorie vom Klaus Volkamer beurteilst. Sie ist schon sehr, sehr, sehr ähnlich mit Deiner Theorie. Er hat sie auch teilweise detaillierter ausgearbeitet. Die Ätherteilchen sind mit Eigenschaften versehen worden (wenn ich es richtig verstanden habe, haben sie Quantenzahlen: Masse, Ladung und Spin). Es scheint mir, dass er mit seinem "geometrischen Urteilchenmodell" die Eigenschaften der bekannten Elementarteilchen weitaus besser voraus sagen kann, als das mit den Stringtheorien möglich ist. Ich habe gerade nachgelesen, wie er die Struktur des Photons beschreibt - 2 parallele Strings (String nicht im Sinne der Stringtheorie, sondern eine Kette von Ätherteilchen), die ihrerseits die Struktur eines Neutrinos besitzen, wie sie von ihm beschrieben wurde. In dem Zusammenhang erwähnt er auch, dass auch de Broglie ein Photon aus 2 Neutrinos zusammengesetzt angesehen hat (da gibt's sogar einen Wikipedia-Artikel darüber: http://en.wikipedia.org/wiki/Neutrino_theory_of_light). Aber das nur am Rande, ich habe eben für das gerade interessiert.

Vor allem ist zu sagen, dass er für die meisten bekannten Elementarteilchen ein Strukturmodell aus "Urteilchen" entwickelt hat und er das jeweilige Modell benutzt, um Vorhersagen zu den Eigenschaften des Elementarteilchen zu machen - das finde ich schon sehr eindrucksvoll. Natürlich kann es sein, dass er irgendetwas übersehen hat, was in Widerspruch mit den bekannten Tatsachen steht - aber das kann ich nicht beurteilen, da frag ich eben jemanden, der mehr von Physik versteht als ich.

Es würde mich sehr freuen, etwas von Dir darüber zu hören; da bin ich schon sehr neugierig!

Gruss von Gert
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Re: Das "einfache" Beispiel der Relativität der Gleichzeitigkeit

Beitragvon Harald Maurer » Sa 28. Jul 2012, 10:35

Solkar hat geschrieben:Wenn Sie c+v als reale Relativgeschwindigkeit zulassen, setzen Sie dann
λ ⋅ ν = c + v
an?

Nein, wieso? Für Licht im Medium würden dieselben Formeln gelten wie für Schall. λ' = λ (1+v/c). Maßgeblich für meine Anschauung ist, dass sich bei fehlender Relativbewegung zwischen Quelle und Beobachter keine Wirkung des Mediums ergibt und v keine Bedeutung hat. Wenn man die Lichtausbreitung im Michelson-Morley Interferometer als Verwirklichung des Maxwellschen Formalismus ansieht, dann muss klar sein, dass hier nicht c+v anzusetzen ist, sondern f'=f(1+v/c)/(1+v/c) also f'=f. Denn Licht erscheint uns als Licht nicht deshalb, weil es eine Geschwindigkeit hat, sondern eine Frequenz.
Solkar hat geschrieben:"Wirkung" i.S.v. "Phänomen" oder i.S.v. "∫ L dt" zu verstehen?

Mit beobachtbarer Wirkung meine ich das Phänomen an sich. Wie man es mathematisch behandelt, hängt von der gewählten Theorie ab.
Solkar hat geschrieben:Desweiteren ganz grundsätzlich einmal gefragt - wie quantifizieren Sie das Energieäquivalent von Masse?

Es gibt kein Energieäquivalent von Masse. Energie und Masse sind keine gleichartigen Dinge, wie Einstein in einigen seiner Arbeiten falsch behauptet. Er hatte wahrscheinlich ein Problem mit der Unterscheidung von Äquivalenz und Proportionalität. Die berühmte Gleichung E=mc² (in dieser Form von M. Planck stammend) kann schon deshalb keine Gleichartigkeit ausdrücken, weil Energie und Masse unterschiedliche physikalische Dimensionen haben, denn wegen der inkommensurablen d.h. maßverschiedenen und verschiedenartigen Terme sind sie ungleich, treten aber nach E=mc² quantitativ in gesetzmäßiger Weise korreliert, also aufeinander bezogen auf. Die Gleichung bedeutet daher keine Äquivalenz (da müsste es E=m lauten), sondern eine Proportionalitätsbeziehung, somit eine feste, absolute Verhaltensgleichheit von E und m mit dem Proportionalitätsfaktor c². Der Quotient E:m, also das Verhältnis von E und m zueinander bleibt bei Vervielfachung stets unverändert und der Faktor c² muss daher aus dem Quotienten der zueinander proportionalen Terme zwangsläufig als Konstante hervorgehen. Die Gleichung (in ähnlicher Form schon von Hasenöhrl und Weber vor Einstein aufgestellt) ist daher auch nicht unbedingt relativistisch. Auch wenn sie Einstein aus dem Relativitätsprizip hergeleitet hat (http://www.mahag.com/fremd/aufs.htm), ist sie durchaus auch klassisch zu erzielen, wenn man von vornherein postuliert, dass die Masse eine maximal mögliche kinetische Energie repräsentiert, die aufträte, wenn man sie vollständig in Licht verwandelt (was nur bei Materie-Antimaterie-Anihilation denkbar wäre): dE=p*dv wobei p=m*v, daher ist E=m*v² /2 ; mit Lichtgeschwindigkeit als konstanter Faktor: dE=p*dv, wobei p=m*c und dv=c, daher ergibt sich E=mc². Das zeigt zwar eine Äquivalenz von E und dem Produkt mc² auf (und nicht mit m!), geschrieben als E:mc=c=konstant kann man aber nur die absolute Verhältnisgleichheit der angeblich gleichartigen Dinge heraus lesen. Setzt man E/mc=c, wobei mc in der Einsteinschen Lichttheorie den Photonenimpuls bezeichnet, kommt eine Proportionalität von Energie und Impuls zum Vorschein: E:p = c. Auch da muss aufgrund der festen Beziehung von E zu p der Proportionalitätsfaktor zwangsläufig eine Konstante sein und hat mit Relativität gar nichts mehr zu tun. Wenn man also schon vermeint, man könne mit E=mc² das Energieäquivalent von Masse quantifizieren, kann man es als Kritiker ruhig machen, ohne damit gleich zur SRT zu konvertieren... ;)
Solkar hat geschrieben:Harald Maurer hat geschrieben:
Die Maxwell-Gleichungen enthalten Konstanten und zeigen schon dadurch, dass sie sich von vornherein auf ein ruhendes System beziehen.

Die Schlussweise ist nicht zulässig.

Maxwell hat für die Definitonsgleichungen für die elektrische und die magnetische Feldstärke die Dielektrizitätskonstante des Vakuums und die Permeabilität des Vakuums als zeitunabhängige Konstanten angenommen. Die Permeabilität des Vakuums müsste man aber als eine von Relativgeschwindigkeit abhängige Variable (als Geschwindigkeits-Umrechnungs-Faktor) berücksichtigen, denn sie charakterisiert eine magnetische Wirkung, welche bereits die Folge bewegter elektrischer Ladungen ist. Das hat Maxwell aber nicht getan, weil er sich auf ein im Äther ruhendes System bezog. Die sich daraus ergebende Symmetrie seiner Gleichungen begründet daher die mangelnde Invarianz gegenüber Galilei-Transformation und die Konstanz und Isotropie der Lichtgeschwindigkeit gegenüber einem ruhenden Äther. Daher auch die von Ernst ganz richtige Schlussfolgerung, dass lt. SRT jedes beliebig definierbare IS seinen ruhenden Äther hat - was freilich ein ganz und gar unglaubliches Wunder ist...

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