Solkar hat geschrieben:Meine Hoffnung war gewesen, dass zumindest Herr Maurer hier blankziehen und das Risiko eingehen würde, hier ergebnisoffen ein Szenario zu bauen und durchzurechnen - soviel Sportsgeist hätte ich von ihm durchaus erwartet. Stattdessen hat er sich erstmal mit einer fehlerhaften Berechnung der Relativgeschwindigkeit geerdet und sich dann aus dem Thread verdrückt.
Ich habe ein Szenario völlig klar und eindeutig beschrieben und die Frage gestellt, was die beiden Uhren bei dem Zusammenstoß der beiden Raumschiffe anzeigen. Ich habe mich auch mit keiner fehlerhaften Berechnung der Relativgeschwindigkeit geerdet, sondern ich habe sie überhaupt nicht berechnet, weil das nicht notwendig ist - denn sie ist überhaupt nicht gefragt. Für das Ausmaß der Zeitdilatation in einer relativ bewegten Uhr gibt es eine Formel und in dieser Formel wird v verwendet und nicht v_rel. Und ich habe darauf hingewiesen, dass aus Vereinfachungsgründen die Beschleunigungsphasen der Raumschiffe negiert werden, weil sie ohnehin symmetrisch ausfallen. Das ist ein ganz einfaches Szenario, in welchem jeder Beobachter von der Uhr des anderen annehmen muss, dass sie im Vergleich mit seiner eigenen Uhr verlangsamt läuft.
Nun haben weder Sie noch der Dicke auf die Fragestellung eine Antwort geben können, sondern was folgte, entspricht meiner Erfahrung mit diesem Szenario, auf das bislang noch niemand eine Antwort geben konnte: Ausweichmanöver auf die Relativgeschwindigkeit, auf die Definitionen der Geschwindigkeit, Drumherumgerede und Angriffe gegen die Person. Alles mögliche Geschwätz, aber keine Aussage darüber, was die Uhren zeigen müssten und in welcher Weise das der SRT entsprechen könnte. Da kam nichts. Es müsste ja für die Relativitäts-Koryphäen in diesem Forum ein Leichtes sein, meine Frage elegant zu beantworten. Dazu muss man die SRT nicht mathematisch neu erfinden, denn das Instrumentarium dafür steht schon bereit als Lorentztransformation und der daraus abgeleiteten Formel für die Zeitdilatation. Ein Abschweifen auf das rel. Additionstheorem ist völlig unnötig, denn es ist völlig gleich, wie man die Relativgeschwindigkeit definiert und ansetzt, denn das ändert nichts an der Symmetrie des Szenarios und kann das Problem nicht lösen, dass jede Uhr sowohl die Eigenzeit (die im ruhenden System eine Invariante ist) als auch die gegenüber dem bewegten System auftretende Zeitdilatation anzeigen müsste - was sie natürlich nicht kann. Ich behaupte daher, dass dieses symmetrische ZP die SRT ad absurdum führt - und es liegt nun an den Befürwortern der SRT zu zeigen, dass diese Behauptung nicht zutrifft. Da wird aber nichts gezeigt, sondern polemisiert und auf Nebensächlichkeiten ausgewichen. Die Eigenzeit ist die Zeit, die ein in seinem Koordinatensystem ruhender Beobachter an seiner ruhenden Uhr abliest; im Vergleich zu einer bewegten Uhr, die langsamer läuft, läuft sie demnach schneller... Andererseits aber läuft sie gegenüber dem anderen Ruhesystem dilatiert, demnach läuft die andere Uhr schneller. Also was werden die Uhren beim Vergleich anzeigen: dass sie beide langsamer gelaufen sind, oder beider schneller oder haben sie sich gar nicht in ihrem Gang verändert?
Ich muss also keinesfalls hier blankziehen und das Szenario durchrechnen, denn meine Behauptung steht ja fest und stützt sich auf die Berechnung der Zeitdilatation mit bekannter Formel und das sagt eben meiner Ansicht nach aus, dass dieses Szenario mit der SRT nicht lösbar ist. Wer etwas anderes behauptet, sollte es belegen.
Ich habe mich auch nicht aus dem Thread verdrückt, sondern warte geduldig auf die Beantwortung meiner Frage in der Erwartung, dass dies mit plausibler Rechnung erfolgt. Bislang kam da nichts außer Schall und Rauch, und das sieht ganz danach aus, dass man zur Lösung des paradoxen Szenarios offenbar nicht in der Lage ist.
Grüße
Harald Maurer